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Zossen Streit mit Bahn über Bauschäden
Lokales Teltow-Fläming Zossen Streit mit Bahn über Bauschäden
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05:15 21.08.2018
Sylke Glimpel macht die Bahn für die während des Brückenbaus in Neuhof an ihren Fachwerkhäusern entstandenen Schäden verantwortlich. Quelle: Fotos: Pechhold (2)
Neuhof

Schäden sind während des Neuhofer Bahn-Brückenbaus am Fachwerkhaus von Sylke Glimpel und einem Nebengebäude auf dem Grundstück von Anja Köpp entstanden. Das war im Mai 2017. Noch immer fühlen sich die beiden Anwohnerinnen bei der Schadensregulierung allein gelassen. Bei der Bahn verweist man auf die zuständige Versicherung.

Verursacher der Bauschäden war eine Vibrationswalze. Davon sind Glimpel und Köpp fest überzeugt. „Wenn die Walze eingeschaltet wurde, gab es einen Knall wie bei einem Bombeneinschlag“, so Sylke Glimpel. Einmal sei sie fast schreiend aus dem Haus gerannt. „Ich hatte das Gefühl, hier bricht gleich alles über meinem Kopf zusammen“. Das Dach sei in der Schaltsekunde ein Stück abgehoben, habe sich während der Vibration wieder gesenkt. „Als die Walze ausgeschaltet wurde, hat es wieder geknallt“. Knall auf Fall sei das Fachwerk nach außen gewandert. Putzstücke seien abgefallen. Das Laminat habe sich zusammen geschoben, Fliesen seien gerissen. An mittlerweile abgedichteten Stellen sei Regenwasser durch das Dach gelaufen. „Nach der ersten Rüttelaktion habe ich Anzeige bei der Polizei erstattet“, sagt Glimpel. Da war es für Schadensbegrenzung schon zu spät.

Köpp: „Die sind jetzt natürlich genervt.“

Anja Köpp darf den Anbau auf ihrem Grundstück nicht mehr betreten, weil er einsturzgefährdet ist. „Das war vor den Bauarbeiten nicht der Fall.“ Mit jeder Erschütterung sei der Zustand schlechter geworden. „Mittlerweile kann man durch einige Risse sogar durchgucken.“ Zuerst habe man sie mit dem Zeitwert des alten Gemäuers abspeisen wollen. Dagegen habe sie Einspruch erhoben, ein Gutachten erstellen und sich von einer Baufirma ein Angebot zur Wiederherstellung des Nebengelasses machen lassen. „Bei dem Angebot kam das Vierfache jener Summe heraus, die man uns zahlen wollte“. Von der im Auftrag der Bahn agierenden Versicherung komme kaum eine Reaktion. „Wir melden uns regelmäßig bei der Bahn. Die sind jetzt natürlich genervt.“

Schäden an Gebäuden der Anwohner seien – wie bei solchen Baumaßnahmen üblich – der DVA-Haftpflichtversicherung angezeigt worden, sagt Bahn-Sprecher Gisbert Gahler. Für die Schäden an Anja Köpps Nebengelass habe man alle notwendigen Gutachten erstellt und der DVA zur Regulierung übergeben. Während der ganzen Baumaßnahme habe ein Ingenieurbüro wöchentlich Lärmprognosen für geplante Arbeiten erstellt und entsprechende Maßnahmen festgelegt. Diesbezüglich habe die Bahn den Anwohnern während der besonders kritischen Bauzeit Ersatzwohnraum angeboten. Anja Köpp’s Familie habe für mehrere Monate Ersatzwohnraum in Anspruch genommen. „Damit waren wir aus der Schusslinie. Sonst hätten wir die Entstehung der Schäden dokumentieren können“, so Köpp.

Mehr Unterstützung von der Bahn erhofft

Gahler zufolge habe man als Basis für notwendige Entscheidungen zur Messung von Erschütterungen dauerhaft Messeinrichtungen in den Gebäuden installiert. Auf dem Grundstück der Familie Glimpel würden diese Messungen noch weitergeführt. „Bei so einer Baumaßnahme hätte man vor dem Beginn in einem Gutachten bewerten müssen, wie die empfindlichen Fachwerkgebäude auf Erschütterungen reagieren“, sagt Sylvia Glimpel.

Anja Köpp und sie hätten sich von der Bahn mehr Unterstützung bei der Regulierung der Schäden gewünscht, so Glimpel: „Rückblickend fühlen wir uns als Anwohnerinnen wie Störfaktoren bei diesem Bauprojekt.“

Von Frank Pechhold

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