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Zossen Trauer um die Kriegstoten
Lokales Teltow-Fläming Zossen Trauer um die Kriegstoten
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18:15 18.11.2018
Schweigeminute nach der Kranzniederlegung. Neben der Paplitzer Kirche wurden mehr als 100 gefallene Männer bestattet. Quelle: Frank Pechhold
Paplitz

Frieden ist ein großes Glück. Daran erinnerte der Baruther Bürgermeister Peter Ilk (parteilos) am Sonntag in Paplitz. Dort fand die zentrale Gedenkveranstaltung im Landkreis Teltow-Fläming zum Volkstrauertag statt.

„Herzlich willkommen in der Paplitzer Dorfkirche“, begrüßte Pfarrer Markus Sehmsdorf die Gäste. „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“ Dieser Bibelvers sei von deutschen Machthabern missbraucht worden, so Brehmsdorf.

Erstmals 1922 begangen

Treue bis in den Tod mussten deutsche Offiziere und Soldaten dem Kaiser schwören, als sie in den Ersten Weltkrieg zogen, der 17 Millionen Menschenleben forderte. „Erstmals wurde 1922 der Opfer dieses Krieges an einem Volkstrauertag gedacht“, sagte Peter Ilk, Kreisverbandsvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Damit habe man die Hoffnung verbunden, dass die Erinnerung an das Leid eine Mahnung sei, die den Frieden sichern könne. „Heute wissen wir leider, dass sich diese Hoffnung nicht erfüllt hat.“

Die nationalsozialistischen Machthaber missbrauchten den Gedenktag für ihre Propagandazwecke als Heldengedenktag. Dem Ersten folgte der Zweite Weltkrieg , in dem wieder Millionen von Menschen sinnlos starben, so Ilk. Noch immer herrschten Terror, Hass und Angst auf dieser Welt. Täglich stürben Hunderte Menschen an deren Folgen, Millionen Frauen, Kinder und Männer seien auf der Flucht. „Jedes Jahr gibt es am Volkstrauertag mehr Menschen, derer wir gedenken müssen. Das sollte uns zu denken geben“, sagte Ilk. Wenn man helfen könne, Menschen vor Gewalt und Terror zu schützen, müsse man es tun. „Wir müssen moralisch handeln.“

Landrätin legte Kranz nieder

An den Soldaten-Gräbern neben der Kirche sprach der Kreistagsvorsitzende Gerhard Kalinka (Bündnis 90/Die Grünen) Worte zum Totengedenken. Während ein Trompeten-Ensemble der Kreismusikschule „Ich hatt einen Kameraden“ spielte, legten unter anderem Landrätin Kornelia Wehlan (Die Linke) und Bundeswehrsoldaten Kränze an den letzten Ruhestätten von mehr als 100 Männern aus Paplitz und Umgebung nieder.

Alle Männer kamen in der Kesselschlacht bei Halbe ums Leben oder starben an den Folgen ihrer schweren Verwundungen in Notlazaretten. Zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden sie 1947 beigesetzt.

Familie Krüger kümmert sich

Frieda Vogel, deren Sohn Ernst in Russland gefallen war, übernahm die Pflege der ursprünglich mit Holzkreuzen markierten Einzelgräber. Zu DDR-Zeiten waren Namen und Anzahl der Beigesetzten auf Marmorplatten zu lesen. 2009 wurde die Grabanlage umgestaltet, Kreuze aus Granit aufgestellt. „Bis heute kümmern sich Familienangehörige von Frieda Vogel um die Grabanlage“, so Pfarrer Sehmsdorf.

Nach Frieda Vogel übernahm ihre Tochter Christa Krüger diese freiwillige Aufgabe. Dann taten es ihr die Kirchenälteste Hanna Krüger und Ehemann Thomas Krüger gleich. Heute fühlen sich deren Nachkommen Karin und Robert Krüger für Unkrautzupfen, Harken und Rasengießen zuständig – das sei man den 100 Männern schuldig, sagt Hanna Krüger.

Von Frank Pechhold

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