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Zossen Sucht in der Literatur
Lokales Teltow-Fläming Zossen Sucht in der Literatur
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14:35 02.02.2020
Im Gespräch: Christine Geister (l.) und Monika Jähkel. Quelle: Marina Ujlaki
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Am Mellensee

Schon zum 75. Mal trafen sich am Freitag die „Bücherfreunde am Mellensee“. Die Gruppe von über 20 Leuten vereint vor allem die Faszination fürs Lesen und für gute Bücher. Seit rund zwölf Jahren tauschen sich die Lesebegeisterten aus der Region über Literatur und Literaten aus, stellen klassische Werke der Weltliteratur vor, sprechen über Neuerscheinungen und geben ihre persönlichen Leseempfehlungen weiter.

Aus den eigenen Reihen kommen die Vorschläge für die Themen der Literaturabende. Wie jetzt wieder in Klausdorf: Da ging es um „Literaten und Sucht“, angeregt durch Dostojewskis „Spieler“, Falladas „Trinker“ und Wawerzineks „Schluckspecht“.

Neurobiologische Erklärmuster

Wie kommt es zu dem Phänomen Sucht, das die drei Autoren in ihren autobiografisch gefärbten Romanen eindringlich so beschreiben? Monika Jähkel, seit Jahren gehört sich zu den „Bücherfreunden“, hielt dazu einen Vortrag. Die Neurobiologin, die an der Klinik für Neurobiologie und Psychiatrie der Universität Dresden gearbeitet hatte, erläuterte die wissenschaftliche Sicht auf biologischen Grundlagen der Sucht.

Das Gehirn und die körperlichen Regelkreise seien auf Leistungsfähigkeit, Erfolg und Belohnung konditioniert, sagte die Medizinerin. Suchtmittel würden letztlich konsumiert, weil die Betroffenen hofften, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern oder aber das Gefühl zu verstärken, dass es ihnen „gut gehe“. So fand der von Fallada beschriebene Trinker, der mit seiner Arbeit nicht zufrieden und unglücklich war, Ersatz und Zuflucht im Alkohol. Dabei merkte er nicht, wie der Alkohol mehr und mehr sein Leben bestimmte und zum sozialen Abstieg führte.

Christine Geister im neuen Ehrenamt

Der Kreis der Bücherfreunde wurde bisher vor allem von den Historikern und Autoren Evamaria und Gerhard Engel organisiert. Aus Altersgründen will sich das Paar etwas zurückziehen. Seine Arbeit setzt Christine Geister, einst Sozialarbeiterin, nun fort. Für sie war der Treff am Freitag die Premiere in ihrem neuen Ehrenamt. „Ich bin mit meinem Mann seit 2016 dabei. Wir sind aus Sachsen zugezogen und haben hier einen neuen Bekanntenkreis gewonnen. Ich fühle mich in dieser schönen Atmosphäre unter Gleichgesinnten sehr wohl“, sagt sie.

Nächster Treff ist am 27. März im Klausdorfer Gasthaus „Zur Heimat“.

Von Marina Ujlaki

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