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Zossen Arbeiten im Homeoffice: Wie MAZ-Redakteure sich in Zeiten von Corona ablenken
Lokales Teltow-Fläming Zossen Arbeiten im Homeoffice: Wie MAZ-Redakteure sich in Zeiten von Corona ablenken
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12:49 28.03.2020
Uwe Klemens im Homeoffice. Quelle: Beate Klemens
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Dahmeland-Fläming

Redakteure und Autoren versorgen die Leserinnen und Leser der MAZ nach wie vor mit Geschichten und Informationen – bereits die zweite Woche geschieht dies – überwiegend – vom Home Office aus. Wir verraten, was uns in diesen Tagen des Coronavirus ablenkt und uns auf andere Gedanken bringt.

Elinor Wenke:

Ich hab endlich wieder Zeit und einen Anlass für die Gartenarbeit. Die Forsythien und Osterglocken strahlen schon in Gelb, aber auch die ungeliebten Pflanzen bahnen sich ihren Weg. Unkraut jäten gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, aber in Zeiten von Corona ist selbst das eine willkommene Abwechslung an frischer Luft und macht den Kopf frei.

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Sogar meine winterharte Palme hat den „harten“ Winter überstanden. Und dann habe ich mir den Garten noch in die gute Stube geholt und Ostergras in flache Schalen gesät. Tipp: Wenn Sie jetzt noch schnell damit anfangen, zeigt sich zu Ostern ein schöner grüner Rasenteppich in der Schale.

MAZ-Redakteurin Elinor Wenke bei der Gartenarbeit Quelle: privat

Isabelle Richter:

Ich greife gerade wieder auf meine alten Schätze zurück. Zum Beispiel auf meine Nintendo-64-Konsole. Die ist heute immer noch genauso gut wie damals in den Neunzigern. Zwar machen Spiele wie Mario Kart mit Freunden immer noch am meisten Spaß - sich vor dem Fernseher ein lautstarkes Duell mit Peach, Bowser und Co. zu liefern, geht zur Not aber auch alleine. Damit der Nachbar sich nicht fragt, ob man langsam durchgedreht ist, sollte man zwischendurch allerdings auch mal eine Pause einlegen. Ich höre dann Musik über meinen Plattenspieler. Das mache ich sonst nämlich viel zu selten. Leider. Denn analog klingen meine Lieblingstracks noch viel besser.

Liebt Schätze aus Vinyl: Isabelle Richter. Quelle: Isabelle Richter

Christina Koormann:

Auf meinem Smartphone sind über 5000 Fotos gespeichert, die ich in den vergangenen vier Jahren mit der integrierten Kamera aufgenommen habe. Die kann ich natürlich nicht alle ständig angucken, und von Zeit zu Zeit lösche ich wieder welche, um Platz für neue zu schaffen. Die besonders schönen lasse ich allerdings ganz „old school“ entwickeln und nehme mir gerne Zeit, mit den ausgesuchten Bildern ganze Fotoalben zu füllen.

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So kann ich mir, wann immer ich will, den letzten Urlaub, das Weihnachtstreffen mit den norddeutschen Freunden oder die Hochzeitsfeier meiner in England lebenden Cousine ansehen. Ein Fotoalbum ist anders als der riesige Handydatenspeicher, man entscheidet sich ganz bewusst für eine bestimmte Bildauswahl und kann sich beim Einkleben, fast ein bisschen wie in einem Tagebuch, an viele schöne Momente erinnern.

Bringt Ordnung in ihre Fotosammlung: Christina Koormann. Quelle: Christina Koormann

Ralf Thürsam:

Es gibt da so ganz bestimmte Songs , die mir Zuversicht geben. Wie „Innocent When You Dream“. Und der Sänger, der mich und vermutlich einige andere daran erinnert, dass man ganz unschuldig ist, wenn man träumt, wenn man lacht und liebt und sich für alle Ewigkeit verspricht, zusammenzuhalten, dieser Sänger heißt Tom Waits. Ein Grübler, der die Höhen und weit mehr noch die Tiefpunkte des Lebens teils selbst erlebt, immer aber mit literarischer Qualität in Musik übersetzt hat.

Das Stück, das Ruhe in die Unruhe bringt, stammt übrigens von seinem Album „Franks Wild Years“ (1987). Es bildet mit seinen Vorgängern „Swordfishtrombones“ und „Rain Dogs“ eine, das kann man sagen, spektakuläre Trilogie des großen Trösters mit der Raspelstimme aus Kalifornien.

Hört gern Leute, die schon eine Menge durchgestanden haben: Ralf Thürsam.

Carsten Schäfer:

Nach einem Tag voller Corona-Nachrichten will ich vor allem eines – nicht mehr daran denken. Als Serienjunkie und altem SciFi-Freund kommt mir da die Wiederkehr eines Helden aus den 80ern sehr recht: Patrick Stewart als Captain Jean-Luc Picard in der kürzlich angelaufenen Amazon-Prime-Serie Star Trek Picard. Es geht darin um einiges, aber sicher nicht um die jetzige Realität, und das hilft mir enorm beim Abschalten und gibt Kraft zum Weitermachen am nächsten Tag.

Dazu ein Glas Rotwein (Picard lebt jetzt auf einem Weingut, da passt das irgendwie), fertig ist der gute, eskapistische Streamingabend. Und wenn die Serie zu Ende ist, kann man ja noch mal in die diversen Star-Trek-Filme reingucken – und die Serie aus den 80ern mit sieben Staffeln.

Carsten Schäfer verabredet sich abends gern zu einem Treffen mit Captain Picard. Quelle: Carsten Schäfer

Uwe Klemens:

Meine Katzen und meine Kaffeemaschine erleben meinen Status als Home-Officer am intensivsten. „Das könntest Du öfter machen“, schnurrt mal die eine, mal die andere Mieze. Wenn ich nach dem Gang zur Kaffeemaschine zurückkomme und die Maus suche, liegt garantiert eine Fellnase drauf. So dicht können Freizeitvergnügen und Arbeit liegen. Abends wird mal wieder Ordnung ins digitale Archiv gebracht. Knapp zwei Terabyte habe ich schon geschafft. Katzenfotos haben nun einen Extra-Ordner.

Mit Katzen im Home Office: Uwe Klemens. Quelle: Beate Klemens

Jutta Abromeit:

Wer kann schon 24 Stunden lang – okay, mit Schlaf 17 – nur Nachrichten hören? In meinen Schatzkisten liegen bei mir Stanzer, Prägemotive, Stempel. Auch mit Sprüchen. Die Stempelmotive lassen sich schwarz oder bunt auf alle möglichen Papiere drücken. Oder ich stempele farblos. Dann Pulver drauf, erhitzen bis die Teilchen verschmelzen. Zeichen, Buchstaben oder Motive kann ich hervorheben, rahmen oder mit allem verzieren, was sich zweidimensional verarbeiten lässt. Ob das Ganze dann Collage oder Scrapbooking heißt, ist mir dabei ziemlich Wurst.

Nimmt sich Zeit für Stempel-Spielereien: Jutta Abromeit. Quelle: Jutta Abromeit

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Von MAZ-Redaktion

27.03.2020
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