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Zossen Weichen-Streit endet knapp mit dem Votum für die Schiene
Lokales Teltow-Fläming Zossen Weichen-Streit endet knapp mit dem Votum für die Schiene
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20:18 12.12.2019
An der Dresdener Bahn in Zossen; hier der Bahnübergang Nächst Neuendorf Quelle: Jutta Abromeit
Zossen

Weichenstellung in Zossen: Die Stadtverordneten votierten bei der Fortsetzung ihrer Sitzung am Mittwochabend für das Erneuern einer Weiche. Die gehört zum direkten Schienenanschluss von der Dresdener Bahn nach Osten Richtung Mittenwalde und BER. Außerdem gab es zum Leidwesen aller Anwesenden beim zweiten Teil der letzten Stadtverordnetenversammlung mit Noch-Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) am Mittwochabend dann doch noch „Zickenkrieg“ mit Nachfolgerin Wiebke Schwarzweller. Die saß ein letztes Mal als pure FDP-Stadtverordnete im Saal, bevor sie nach der gewonnenen Wahl am Dienstag die Rathausführung übernimmt.

Beide Frauen schenkten sich nichts. Seitenhiebe auf die jeweils andere wurden bei kaum einer Wortmeldung zu den letzten 18 Tagesordnungspunkten ausgelassen. Nicht nur der Stadtverordneten-Vorsitzender Olaf Manthey (Plan B) musste beide mahnen, auch andere Stadtverordnete baten mehrfach um Rückkehr zu Sachlichkeit.

Die letzte Stadtverordnetenversammlung Zossen mit Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B); eine Flasche Wein schenkte ihr zum Abschied Fraktionschef Detlef Klucke (VUB/WK, r.) Quelle: Jutta Abromeit

Juristin Schreiber hatte an Beschlussentwürfen auf den Tisch gelegt, was nötig war und möglich schien, in der Summe 50 Einzelentscheidungen. Eine davon: „Erneuerung der Anschlussweiche an der Bahnstrecke BerlinDresden nach Schöneicher Plan“. Das kann die Stadt zwischen einer Viertel- und einer halben Million Euro kosten, so die Verwaltung. In der Begründung heißt es, dass die DB Netz AG beim Ausbau der Dresdener Bahn keine Kosten fürs Erneuern der Anschlussweiche zwischen den Bahnhöfen Zossen und Dabendorf tragen würde, sie würde die Weiche abreißen.

Weiche kann nicht reaktiviert werden

Vor dem Hintergrund wachsender Nachfrage nach Industrie- und Gewerbegebieten und wachsender Verkehrsströme auf den Straßen jedoch gab es andere Überlegungen im Zossener Rathaus. Es sei ideal, das künftige rund 23 Hektar große Gewerbegebiet Schöneicher Plan am Deponiegelände ans Schienennetz angeschlossen zu lassen, das sei eine umweltgerechte Transportlösung. Dazu wäre lediglich eine Vereinbarung zwischen Stadt und DB Netz zur Sanierung der Weiche nötig. Denn sei die Weiche erst weg, sei eine Reaktivierung nicht möglich. Bahn-Neubauten brauchten Jahrzehnte.

Das an sich leuchtete ein, Problem für viele Redner nur: Über die Weiche rollten bis vor 15 Jahren Müllzüge, seither ist sie ungenutzt. Bahn und Deponie-Betreiber Meab haben sie abgeschrieben. Die Stadt müsste die Kosten allein tragen, auch wenn Schreiber erklärte, sie sei mit der Bahn im Gespräch, später gebe es Teile der tatsächlichen Kosten zurück. Eine zusätzliche Hürde: Die Stadt musste sich eigentlich spätestens zur SVV-Sitzung am 4.Dezember entscheiden, eine Fristverlängerung war im Bahn-Planungszeitplan nicht möglich. Da war die Zossener Sitzungsteilung bis diese Woche schon das äußerste Zugeständnis.

Kühnapfel: „Das ist Veruntreuung von Steuergeld“

CDU-Fraktionsvize Hermann Kühnapfel sagte: „Die Bahn beteiligt sich nicht, die Meab macht nicht mit, und wir wollen 500.000 Euro in den Sand schmeißen? Das ist Veruntreuung von Steuergeld.“ „Klimawandel, Dieselkandal – wer das hier ablehnt, der hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden“, konterte AfD-Mann Detlef Gurczik; „es geht nur darum, eine existierende Weiche instand zu halten. Wenn wir das ablehnen, sind wir für Gewerbe uninteressant.“ Peter Hummer (Plan B) ergänzte: „Diese Weichensicherung ist eine Investition in die Zukunft, wenn der Flughafen irgendwann kommt, wird auch er sie nutzen.“

Die namentliche Abstimmung zur Weichensanierung: 14 mal ja, neun mal nein, zwei Enthaltungen.

Von Jutta Abromeit

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