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Zossen Krisenlösungen aus der Modellstadt
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05:01 23.06.2018
Nachdenklicher Beobachter: Ekhart Hahn (hinten) an einem der moderierten Gesprächsrunden-Tische. Quelle: Foto: Frank Pechhold
Wünsdorf

Wo wird die Welt gerettet? Vielleicht in Wünsdorf. Hier stellte renommierte Stadtökologe Ekhart Hahn die Visionen des Vereins „ICEC“ von einer internationalen Campus-Öko-Stadt vor. Rund 50 Bürger tauschten darüber Donnerstagabend ihre Gedanken im „Bücherstall“ aus.

Krisen lösen helfen, wo einst Kriege vorbereitet, ausgetragen und gesteuert wurden. So lautet Hahns Projekt-Botschaft. „Der fortschreitende Klimawandel lässt Lebensräume verschwinden.“ Kriege um Ressourcen wie Wasser, Nahrungsmittel, Rohstoffe seien die Folge. Immer mehr Menschen wären deswegen auf der Flucht. „Flüchten ist keine Lösung.“ Deshalb wolle „ISEC Wünsdorf“ ein Kompetenzzentrum schaffen, wo vermittelt wird, wie man weltweit Probleme in Krisengebieten lösen kann.

Lebensraum für 10000 Menschen

Wünsdorf ist ideal, um eine modellhafte Öko-Stadt für 10 000 Menschen zu werden“, so Hahn. Das Projekt „Wünsdorf 3000“ hat vier Bausteine: Internationale Campusstadt; Europäische Akademie für Flüchtlinge mit Integration und Friedensarbeit; Gartenstadt; kulturelle Mitte. In der Campusstadt sollen je 5000 junge Menschen aus Krisengebieten beziehungsweise Deutschland und anderen Ländern der Europäischen Union gemeinsam ausgebildet werden, arbeiten und wohnen. „Unter den Azubis werden viele Flüchtlinge sein, die nach der Lehre in ihre Heimatländer zurück gehen und Aufbauarbeit leisten“. Die Akademie bilde das Bindeglied zu Menschen in Krisengebieten, Forschern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsbossen.

„Wie wird die Projektplanung finanziert?“, so Martina Leisten. Bisher sei kein Cent Fördergeld geflossen, so Ekhart Hahn. Studentische Praktikanten aus dem ganzen Bundesgebiet, Rio de Janeiro, Salzburg und der Schweiz hätten unentgeltlich an dem Projekt mitgearbeitet. Nun liefen Fördermittelanträge, um beispielsweise eine Machbarkeitsstudie zu erstellen.

Hahn: „Möglichst viel Druck aufbauen“

Wie man die Politik für das Projekt begeistern wolle, fragte Christa Senberg. Schließlich lebe man in einer Zeit zunehmender Abschottung gegenüber Flüchtlingen. „Im Moment läuft unser Projekt gegen den politischen Trend“, sagte Ekhart Hahn. Politik reagiere nur auf öffentlichen Druck. „Also müssen wir möglichst viel Druck aufbauen“, sagt er.

„Diese Vision gefällt mir außerordentlich. Das ist ein guter und richtiger Zeitpunkt dafür“, so Karin Günther. „Warum wird dieses Modellprojekt nicht in einem nordafrikanischen Krisengebiet umgesetzt?“ warf ihr Mann Knut Günther ein. Weil dies momentan in keinem dieser Länder möglich sei, so Hahn.

Klartext in vier Tischrunden

Klartext wurde in vier moderierten Tischrunden gesprochen. Meinungen prallten hart aufeinander. Hier bahne sich ein großer Fördermittelbetrug an, meinte ein Mann. Der Projektvorschlag gehöre direkt ins EU-Parlament, so eine Frau.

Mehrfach gestellt wurde diese Frage: Wie will der Verein „ISEC Wünsdorf“ das für die Öko-Stadt benötigte, rund 80 Hektar große Areal erwerben? Man könnte beim Land Brandenburg ein Moratorium , also einen Aufschub, für den Verkauf der Grundstücke erwirken, so Hahn. Oder ein Mäzen erwerbe die Fläche. „Wobei wir das von rund 30 Millionen Euro reden“, sagt der Stadtökologe.

Zukunftsweisende Idee

Wünsdorf wäre weltweit die erste ökologische Modellstadt, wenn man schnell beginnen könnte“, sagt Hahn. So eine Öko-Stadt sei die Zukunft. „Wenn die Zukunft nicht hier stattfindet, dann eben woanders“.

www.wuensdorf3000.de, www.ekhart-hahn.de

Von Frank Pechhold

Die New Yorker Künstlerin Bettina WitteVeen nutzt für ihr neuestes Projekt die einstige Militärstadt Wünsdorfs: „Götterfunken feuertrunken der Erlkönig: Whiteout.“ heißt ihre Ausstellung, mit der sie verschiedene Orte im Komplex des ehemaligen „Hauses der Offiziere“ bespielt.

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