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Zossen Personalmangel: Kita stand kurz vor Schließung
Lokales Teltow-Fläming Zossen Personalmangel: Kita stand kurz vor Schließung
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16:11 04.02.2020
Eine Zossener Kita stand wegen Personalmangels kurz vor der vorübergehenden Schließung. Quelle: dpa
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Zossen

Die besonders im Norden von Teltow-Fläming grassierende Kitaplatz-Not hat nun offenbar auch Zossen mit voller Wucht getroffen. Die Zahlen, die Bürgermeisterin Wiebke Schwarzweller in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten vorlegte, klingen dramatisch: 145 Anträge auf Kitaplätze liegen derzeit in der Verwaltung, denen stehen 80 freie Plätze gegenüber. „Es können aber derzeit kaum Plätze vergeben werden“, sagte Schwarzweller. Denn das Personal fehlt.

Und es kommt sogar noch dicker. Dort, wo ohnehin schon zu wenig Erzieherinnen arbeiten, fallen zuweilen auch noch Mitarbeiterinnen wegen Krankheit aus. „Wir standen zwischenzeitlich kurz vor der Schließung von Kitas, weil wir die Betreuung nicht mehr sicherstellen konnten“, so Schwarzweller. „Bei einer Kita hätten wir den Fall fast gehabt. Es hätte sich nur noch eine Kollegin krank melden müssen.“

Gespräche unter Hochdruck

Neues Personal einzustellen, ist allerdings auch in Zossen nicht einfach. Schon andere Umlandkommunen hatten zuletzt darüber geklagt, dass keine arbeitslosen Erzieherinnen auf dem Markt sind. Diejenigen, die sich bewerben, sind in der Regel Erzieherinnen, die in ihrer jeweiligen Stelle unzufrieden sind und wechseln wollen. Ein paar davon melden sich auch in Zossen, sagt Schwarzweller. „Wir führen derzeit unter Hochdruck Vorstellungsgespräche. Vier neue konnten wir in den vergangenen Wochen schon gewinnen“, so die Bürgermeisterin.

In dieser Woche sollen weitere Gespräche folgen. Damit wird aber das Problem noch nicht in seinem ganzen Ausmaß gelöst sein. „Wir hoffen, dass wir das Problem mittelfristig gelöst bekommen“, so die Bürgermeisterin. Aber dafür brauche es noch einige Bewerbungen.

Stadt hat selbst ausgebildet

Dass der Mangel nun auch Zossen erwischt hat, überrascht insofern, als dass die Stadt eigentlich über die letzten Jahre vorausschauend Kitaerzieherinnen ausgebildet hat. Jährlich wurden bis zu zehn Nachwuchskräfte eingestellt, zum Teil auch Quereinsteigerinnen aus anderen Berufen, die in Zossener Kitas arbeiteten und berufsbegleitend die Erzieherausbildung absolvierten. Nicht alle von ihnen seien anschließend auch in den städtischen Einrichtungen geblieben, sagt Stadtsprecher Fred Hasselmann. Aber pro Jahrgang doch in der Regel mindestens die Hälfte. Offensichtlich ließ sich aber selbst mit diesem Programm, das die Ausbildungsinitiativen der meisten anderen Kommunen deutlich übertroffen hat, nicht verhindern, dass die Personaldecke wegen Fluktuation, Überalterung und dem stetig steigenden Personalbedarf aufgrund von Zuzug und regelmäßiger Anpassung des Betreuungsschlüssels dünn wird.

Zossens Bürgermeisterin Wiebke Schwarzweller (FDP). Quelle: Stadt Zossen

Ein Hauptgrund dürfte der Zuzug sein, denn Zossen gehört zu den am stärksten wachsenden Kommunen im südlichen Berliner Umland. Allein in den vergangenen fünf Jahren ist die Einwohnerzahl von gut 18.000 auf mehr als 20.000 Menschen gestiegen.

Erhöhung des Betreuungsschlüssels wird kritisch gesehen

Das angestrebte Ziel des Landes, den Betreuungsschlüssel ab August dieses Jahres in den Kindergärten weiter zu erhöhen, sieht man deshalb in Zossen auch kritisch. „Angesichts des Fachkräftemangels ist das unrealistisch“, sagt Fred Hasselmann.

Die Stadt Ludwigsfelde hatte erst in der vorigen Woche bekannt gegeben, dass sie ein innovatives Modell fährt, um dem Erziehermangel in ihrem Gebiet entgegenzuwirken. Dort sind es allerdings vor allem die freien Träger, die Personalprobleme haben. Die Stadt will deshalb einige Erzieherinnen aus kommunalen Kitas an private Träger entleihen.

Von Oliver Fischer

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