Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Zossen Papier- und Schreibwaren-Firma Schwendy feiert 125-jähriges Bestehen
Lokales Teltow-Fläming Zossen Papier- und Schreibwaren-Firma Schwendy feiert 125-jähriges Bestehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:18 06.09.2019
125 Jahre Firma Schwendy in Zossen: Geschäftsführerin Anke Schwendy, Vater Dieter und Mutter Monika sowie Bruder und Geschäftsführer Michael Schwendy vor dem Geschäft in Zossen Quelle: Jutta Abromeit
Zossen

Die mittelständische Firma Schwendy feierte am Donnerstag in Zossen ein nicht alltägliches Jubiläum: Das 125-jährige Bestehen des Unternehmens. Familie Schwendy beging diesen Geburtstag mit den aktuellen drei Generationen, mit Angestellten, Geschäftspartnern und Kunden. Während der Öffnungszeit wurde sowohl vor der Eingangstür des Geschäfts am Zossener Markt als auch auf dem Innenhof bei laufendem Betrieb angestoßen, fotografiert und erzählt.

Ernst Schwendy kam 1894 auf seiner für Handwerksburschen üblichen Wanderschaft von Neuruppin nach Zossen. Dort mangelte es an Buchbindern. Er hatte zwar nur sieben Mark in der Tasche, aber mit der Bürgschaft eines wohlhabenden Onkels gelang die Geschäftsgründung, direkt neben dem alten Rathaus.

Das Schaufenster ist standesgemäß dekoriert: Zu sehen sind die Meisterbriefe und -Urkunden von Buchbinder Ernst (1923) und Oskar Schwendy (1929) sowie Schwendy-Aktien, alte Fotos und frühere Verkaufsgegenstände. Zudem werden Holz-Dreiecke und -Lineale, Tintenfässer, Inflationsgeld oder Farbrollen präsentiert. Und von Vorfahren gebundene Bücher natürlich.

Dieter Schwendy wollte „nie in das Geschäft einsteigen“

Ebenso hatten die Seniorchefs Dieter und Monika Schwendy aus diesen 125 Jahren jede Menge Erinnerungsstücke parat: Da sind die teils vergilbten Fotografien früherer Geschäfte und Dokumente wichtiger Etappen. Dieter Schwendy holt drei Leder gebundene Bücher, deren Einbände geprägt sind und deren Seitenränder golden leuchten. Der vor dem Mauerfall in einem Berliner Kombinat beschäftigte Elektro-Ingenieur Dieter Schwendy erzählt, dass er eigentlich nie in das Geschäft einsteigen wollte.

Mal-Wettbewerb zum Jubiläum

Anlässlichdes Firmenjubiläums ruft die Schwendy GmbH zu einem Malwettbewerb für Schüler auf.

Vom 6. September bis zu den Halbjahrszeugnissen können Kinder von 1. bis 10. Klassen Bilder malen unter dem titel „TF von damals heute“. Geschäftsführer Michael Schwendy erklärt: „Es geht uns um Gebäude aus der Vergangenheit, wie sie heute aussehen.“ Pro Klassenstufe gibt es als Gewinn 125 Euro für die Klassenkasse.

Anmeldungunter: info@schwendygmbh.de

Doch es kam anders. „Wir haben mit der Wende unsere Kinder gefragt, wie sie sich ihre Zukunft mal vorstellen“, so der frühere Chef. Sohn Michael, damals zehn Jahre alt, wollte schon damals die Firma mal weiterführen. „Also haben wir umgeplant“, erzählt der heute 69-Jährige. Er stieg bei seiner Frau Monika als Mit-Geschäftsführer in die damalige Vier-Mann-Firma ein. Die hatte zu DDR-Zeiten größtenteils mit Spielzeug ihren Umsatz gemacht, denn Papier- und Schreibwaren-Angebote waren sehr überschaubar.

Heute verdienen 30 Menschen ihr Geld bei Schwendy

Das änderte sich drastisch. Die gelernte Verkäuferin Monika Schwendy (67), die auch einen Abschluss als Verkaufsstellen-Leiterin hat, erzählt: „Wir sind dann mit Handwagen voller Kataloge von der Post gekommen, so viel gab es.“ Die Firma rüstete auf, heute hat sie einschließlich der vier Familienmitglieder 30 Beschäftigte: drei Kraftfahrer, sechs Verkäuferinnen in den beiden Geschäften Zossen und Ludwigsfelde, sieben Personen im Lager, neun Leute im Büro und einen Lehrling.

Heute kommen noch ganze sieben Prozent des Umsatzes aus dem Laden-Geschäft. „Das meiste verdienen wir inzwischen mit Ausschreibungsaufträgen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin“, sagt Geschäftsführer Michael Schwendy (43).

Geschwisterpaar seit 2010 Geschäftsführer

Er und seine 39 Jahre alte Schwester führen die Firma seit 2010. Sie senden Schreibwaren und Büromaterial an Landtage, den Berliner Senat oder den Bundestag. „Am meisten gefragt sind von Privatkunden gravierte Schreibgeräte, also Kugelschreiber oder Federhalter“, erzählt Michael Schwendy. Und ergänzt: „Damit sind wir wieder bei dem, was unsere Vorfahren gemacht haben – bei Handarbeit.“

Ein solches Geschenk bekommen Geschäftspartner und Kunden: einen gravierten Kugelschreiber: „125 Jahre Schwendy GmbH“.

Von Jutta Abromeit

Es gibt weiterhin diverse Baustellen bei der Bahn in Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald und der Umgebung. Deswegen kommt es auf diversen Regionallinien zu Zugausfällen und Umleitungen. Für besondere Probleme sorgt die Sperrung der Berliner Stadtbahn ab Dienstag, 10. September.

05.09.2019

Torsten Römer hat Probleme mit dem Gleichgewicht. Ohne Hirnschrittmacher könnte er weder Auto fahren noch schreiben. Über sein Schicksal mit Parkinson spricht der Mann aus Trebbin in einer Selbsthilfegruppe.

04.09.2019

Trebbin ist Vorreiter in Sachen Elektromobilität. Jetzt gibt es vier neue öffentliche Elektro-Tankstellen. Anders als bisher werden für den Ladestrom nun Gebühren erhoben.

04.09.2019