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Teltow-Fläming Zossener Klärwerk bekommt zwei neue Becken
Lokales Teltow-Fläming Zossener Klärwerk bekommt zwei neue Becken
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05:40 22.07.2014
Blick in eines der im Bau befindlichen Klärbecken. Für die Dichteprüfung wird der Betonkoloss komplett mit Wasser gefüllt. Quelle: Frank Pechhold
Zossen

Das Tandemklärwerk Zossen-Wünsdorf ist mittlerweile viel zu klein. Deshalb wird es zurzeit am Standort Zossen um zwei Becken erweitert. Mit dieser Investition passt sich der Zweckverband Komplexsanierung mittlerer Süden (KMS) der wachsenden Bevölkerung an. „Eigentlich ist die Anlage für 33000 Einwohner ausgelegt“, sagt KMS-Verbandsvorsteherin Heike Nicolaus. „Im Verbandsgebiet wohnen aber heute rund 43000 Einwohner.“

KMS-Verbandsvorsteherin Heike Nicolaus mit Vorarbeiter Thomas Herrmann (SBB Schalungs- und Betonbau Brandenburg) auf der Baustelle. Quelle: Pechhold

Kapazitätsgrenzen erreicht

Pro Jahr nimmt die Einwohnerzahl im Einzugsbereich des KMS um 1,3 Prozent zu. Diese Zahlen belegen, dass die Kläranlage längst an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen ist. Deshalb wird sie nun ausgebaut, um das zugeleitete Schmutzwasser und angefahrene Fäkalien aus Haushalten und Firmen in Dahlewitz, Rangsdorf, Groß Machnow, Werben, Glienick, Mellensee, Klausdorf, Wünsdorf, Waldstadt und Zossen besser als bisher reinigen zu können.

Investition von 2,3 Millionen Euro vom Land subventioniert

Die Investition in Höhe von 2,3 Millionen Euro wird mit 1,2 Millionen Euro vom Land Brandenburg gefördert. Im Bau sind ein viertes Belebungsbecken und ein zweites Nachklärbecken. In den Belebungsbecken wird Sauerstoff zugeführt, um Stickstoff abzubauen. Aus dem Nachklärbecken wird der Restschlamm nach Wünsdorf gepumpt und für die Kompostierung aufgearbeitet.
Für den Bau der beiden neuen Becken wurden 4300 Kubikmeter Erdreich bewegt. Jedes Becken hat ein Volumen von 1400 Kubikmeter, das entspricht einem Fassungsvermögen von 1,4 Millionen Liter Abwasser.

Aktuell sind Arbeiter der Brandenburger Firma SBB Schalungs- und Betonbau am Werk. Wenn die beiden von den Betonbauern geschaffenen großen Behälter die Dichteprüfung bestanden haben, dann kommen die Ausrüster, um das Innenleben der Becken und die darüber führenden Brücken zu installieren. Am Schluss sind Elektriker und Steuerungsexperten gefragt. „Zum Jahresende sollen die beiden Becken in Betrieb gehen“, sagt Heike Nicolaus.

Schmutzwasser wird derzeit in Havariebecken gesammelt

Bis dahin steht das ungereinigte Wasser in den vorhandenen Klärbecken oft „Oberkante Unterlippe“, sagt Nicolaus. Normalerweise fließen 400 Kubikmeter Schmutzwasser pro Stunde in das Klärwerk. Diese Menge vervielfacht sich immer dann, wenn es stark regnet. An solchen Tagen strömt nicht nur schmutziges Wasser, sondern auch noch Regenwasser in die Anlage, „obwohl die Hydraulik dafür gar nicht ausgelegt ist“. Ein großer Teil des überschüssigen Schmutzwassers wird vorübergehend in zwei Havariebecken gesammelt. „Sonst würde die trübe Brühe hier nur ungereinigt rein- und wieder raus rauschen“, erklärt Verbandschefin Nicolaus. Sobald sich das Wetter wieder beruhigt hat, wird das Schmutzwasser aus den Havariebecken zurück in die Anlage gepumpt und von Schadstoffen wie Stickstoff und Phosphor gereinigt. Das gereinigte Wasser fließt über den Müllergraben und den Nottekanal über Mittenwalde nach Königs Wusterhausen in die Dahme.

Hintergrund

  • Heike Nicolaus wurde erst am 1.Juni 2014 zur Verbandsvorsteherin des KMS berufen.
  • 2000 war das Jahr, in dem die studierte Wasserwirtschaftlerin ihre Arbeit für den Wasserzweckverband begann.
  • Als Projektsteuerin begleitete Heike Nicolaus den Ausbau des Klärwerkes Zossen von Beginn an.
  • Eigentlich sah das Sanierungskonzept des Landes für den 1996 pleite gegangenen Verband vor, alle Abwässer aus dem KMS-Gebiet in die Kläranlage nach Waßmannsdorf zu pumpen.
  • 2002 unternahm der KMS einen Vorstoß beim Land mit dem Ziel, doch nicht alles Wasser in Waßmannsdorf zu reinigen, sondern statt dessen die Kläranlage in Zossen auszubauen.
  • Ursprünglich war die inzwischen bereits zwei Mal erweiterte Anlage für 9999 Einwohner ausgelegt.
  • 200 Kilometer Schmutzwasserkanäle, 134 Kilometer Abwasserdruckleitungen und 460Kilometer Trinkwasserleitungen besitzt der KMS aktuell.

Weitere Informationen unter www.zv-kms.de.

Von Frank Pechhold

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