Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Augenblicke 2019 Das ist der Gewinner der „Augenblicke 2018“
Mehr Augenblicke 2019 Das ist der Gewinner der „Augenblicke 2018“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 20.02.2019
Pascal Vaque auf der Pirsch. Quelle: Jaqueline Steiner
Potsdam

Geduldiges Warten gehört für Pascal Vaque aus Brandenburg/Havel beim Fotografieren immer dazu. Schließlich fotografiert der 26-Jährige Wildtiere in der Natur. Die stellen sich nicht in Positur, wenn sie sich beobachtet fühlen, sondern laufen davon. Besonderes Glück hatte er im vergangenen Sommer, als er an einem Nachmittag an einem Getreidefeld bei Nitzahn (Havelland) auf der Lauer lag. Er hatte schon schöne Bilder von einem Feldhasen und einem Rehbock gemacht und wusste, dass in der Nähe der Eingang zu einem Fuchsbau war.

Hunderte Bilder sind beim Leser-Fotowettbewerb in der Redaktion eingegangen, zehn haben es in die finale Abstimmung geschafft. Das Ranking haben die Leser in einer Online-Abstimmung bestimmt.

Aber er hatte die Fuchsmutter mit ihren Jungtieren noch nicht gesehen. Dann zeigte sich die Fähe plötzlich am Ende einer Ackerfurche und kam sogar auf ihn zu, bis auf eine Entfernung von etwa zehn bis 15 Metern. Kurz darauf erschien auch noch ein Welpe und schmuste mit der Mutter. Das war der Moment, in dem das Siegerfoto des MAZ-Fotowettbewerbs „Augenblicke 2018“ entstanden ist, das gekonnt die beiden Füchse gestochen scharf in den Mittelpunkt stellt, während Vorder- und Hintergrund verschwimmen.

Mit diesem Bild gewann Pascal Vaque den MAZ-Leserfotowettbewerb 2018. Quelle: Pascal Vaque

Als Kamera hat Pascal Vaque für dieses Bild eine Canon EOS 7D Mark II und ein Zoomobjektiv mit 150 bis 600 Millimeter Brennweite verwendet. Bis zu 30 Meter entfernte Objekte kann er damit formatfüllend in Szene setzen. Für Landschaftsbilder nutzt er manchmal auch einen anderen Apparat, für Tierfotos aber immer diese Kamera.

Um möglichst nah an die Wildtiere heranzukommen, trägt er spezielle Kleidung. „Ich bin komplett getarnt mit Blätteranzug und Maske“, erzählt er. Er schleicht sich gegen den Wind an und verwendet kein Deo, damit die Tiere keine Witterung von ihm bekommen. Nur so ist es für ihn möglich, die Tiere wirklich im Großformat ablichten zu können.

Der Jagdpächter weiß immer Bescheid

Wenn Pascal Vaque in Wald und Feld Fotos macht, weiß der örtliche Jagdpächter Bescheid, dass er in seinem Revier unterwegs ist. Er will schließlich keinen Ärger mit dem Jäger, wenn dieser ihn in Tarnkleidung im Wald entdeckt. „Und natürlich geht es auch um meine eigene Sicherheit“, sagt er. Schließlich könnte ihn ein Waidmann auch für das Wild halten und abdrücken. Pascal Vaque, der nebenbei auch gerne angelt, ist mit der Jagdszene vertraut. Ein sehr guter Freund von ihm ist Jäger.

Mit ihm ist er gelegentlich zusammen unterwegs. Auch den Tipp, sich am MAZ-Fotowettbewerb zu beteiligen, bekam er von einem Jagdkollegen. „Vielleicht mache ich in nächster Zeit selbst den Jagdschein“, meint er.

Ein Widerspruch ist es für ihn nicht, Tiere in einem Moment mit der Kamera einzufangen und in einem anderen Moment auf sie zu schießen. „Jäger schießen ja nicht wahllos irgendwelche Tiere ab“, erklärt er. Vielmehr gehe es darum, mit Bedacht den Bestand der jagdbaren Tiere zu regulieren und dabei festgelegten Abschussplänen zu folgen.

Wartungsdienste für den Eurofighter

Von Beruf ist Vaque, der ursprünglich eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker absolviert hat, jetzt Zeitsoldat bei der Bundeswehr und dient als Fluggerätemechaniker auf dem Luftwaffenstützpunkt Laage bei Rostock (Mecklenburg-Vorpommern). Er und seine Kollegen übernehmen die Wartungsdienste für die dort stationierten Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter.

Als Bodenpersonal sind sie dafür verantwortlich, dass die Piloten immer ein technisch einwandfreies Flugzeug vorfinden. Sein Vertrag läuft zunächst bis 2026, er würde aber gerne auf Dauer Berufssoldat bleiben. Die freien Tage verbringt er weiterhin in Brandenburg, da er hier seine sozialen Kontakte hat. Auch Fotos von wilden Tieren kann er in den Wäldern Mecklenburgs bisher nicht machen, weil er die dortige Jagdszene noch nicht kennt. Und ohne solche Kontakte geht es für ihn nicht.

An Fotowettbewerben hat sich Pascal Vaque bisher nicht beteiligt. Umso mehr freut er sich jetzt über die Auszeichnung beim MAZ-Fotowettbewerb „Augenblicke 2018“. Er betreibt sein Hobby, die Tierfotografie, mit großem Eifer. Wenn er durch den Wettbewerb mit anderen Menschen in Kontakt käme, die das in ähnlicher Weise tun, würde ihn das sehr freuen, sagt er.

Alle Teilnehmer-Fotos sehen Sie unter maz-online.de/augenblicke

Von Ulrich Nettelstroth

Die Teilnahmefrist für den MAZ-Fotowettbewerb „Augenblicke 2018“ ist beendet - und Sie haben uns in den letzten Tagen noch einmal Hunderte tolle Fotos zugeschickt. Hier können Sie sich die Bilder anschauen.

21.01.2019

Zu gewinnen gibt es attraktive Preise, außerdem werden die schönsten Bilder in Potsdam ausgestellt.

07.01.2019

Der MAZ-Fotowettbewerb „Augenblicke 2018“ geht ins Finale - und die Aufnahmen unserer Leser sind auch in diesem Jahr wieder beeindruckend. Aber sehen Sie selbst.

04.01.2019