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Was nach einem Kennzeichen-Klau zu tun ist

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17:19 29.10.2020
Großer Aufwand: Wenn die Nummernschilder gestohlen wurden, zieht das viel Rennerei und Behördengänge nach sich. Quelle: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
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Berlin

Sie gehen ganz normal zu Ihrem Auto - doch was ist das? Die Nummernschilder wurden geklaut. Was zunächst wie ein schlechter Scherz wirkt, ist meist keiner und bedeutet viel Arbeit. Und Ihre Fahrt endet auch, bevor sie begonnen hat. Denn ohne Nummernschild zu fahren ist verboten, informiert der Auto Club Europa (ACE).

Den Diebstahl müssen Autobesitzer umgehend der Polizei melden und sollten Anzeige erstatten. Denn die Kennzeichen könnten für Straftaten missbraucht werden - etwa beim Benzindiebstahl oder für die betrügerische Verwendung der abgelösten Prüfplakette. Die Versicherung ist ebenfalls zu informieren.

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Alles neu nach dem Diebstahl

Neue Kennzeichen bekommt der Halter nur bei der Kfz-Zulassungsstelle des Hauptwohnsitzes. An Unterlagen sind dafür die Diebstahlsanzeige der Polizei, ein Ausweis, die Zulassungsbescheinigung Teil I und II sowie das originale Dokument der letzten Hauptuntersuchung nötig. Damit gibt es neue Fahrzeugpapiere. Aber die alte Buchstaben-Zahlen-Kombination ist futsch. Sie wird gesperrt und für zehn Jahre zur Fahndung ausgeschrieben.

Die Rennerei ist aber noch nicht zu Ende. Neue Schilder wollen geprägt werden, es braucht eine neue Umweltplakette und andere Dokumente, die mit der alten Nummer verknüpft waren, etwa einen neuen Anwohnerparkausweis. Neben Zeit und Nerven rechnet der ACE mit bis zu 35 Euro Verwaltungsgebühren, etwa 25 Euro für die neuen Schilder sowie 35 Euro für neue Fahrzeugpapiere. Die Belege hebt man auf. Sollte der Dieb ermittelt werden, haftet er für die Kosten.

Verlorene Schilder ohne Anzeige

Wer sicher ist, dass er ein Nummernschild nur verloren hat, kann auf die Polizei verzichten, muss aber laut ACE eine eidesstattliche Versicherung bei der Zulassungsstelle abgeben. Aber auch dann ist ein neues Kennzeichen erforderlich. Die alte Nummer wird gesperrt, da ein Missbrauch nicht ausgeschlossen werden kann. Falls noch vorhanden, ist das zweite Schild mitzubringen. Anders verhält es sich bei Beschädigung der Kennzeichen, etwa durch einen Unfall. Die mitgebrachten Schilder lassen sich bei der Zulassungsstelle tauschen.

Halterungen für Nummernschilder zum Stecken sind praktisch beim Schildertausch, erleichtern aber auch einen Diebstahl. Etwas zeitraubender ist es für Langfinger, wenn die Schilder durchbohrt und fest mit dem Auto verschraubt sind. Aufgrund des höheren Risikos schrecken sie vielleicht vor der Tat zurück. Der ADAC verweist noch auf spezielle Schrauben, die sich nicht mit herkömmlichen Schraubendrehern drehen lassen. Zudem gebe es besonders diebstahlsichere Kennzeichenhalter für etwa 50 Euro.

© dpa-infocom, dpa:201029-99-134406/2

dpa