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04:46 27.12.2019
Um eine allzu stürmische Begrüßung beim Besuch zu unterbinden, sollte man den Hund ganz kurz an der Leine halten. Quelle: Florian Schuh/dpa-tmn
Mannheim

Unbekannte Menschen, neue Gerüche und Eindrücke: Eine fremde Wohnung ist für Hunde eine spannende Welt. Entsprechend aufgeregt sind sie häufig, wenn sie ihre Besitzer zu Besuchen begleiten.

Während ein Mensch die Augen durch die Wohnung schweifen lässt, erkunden Hunde neue Räume am liebsten mit der Nase. Für den Gastgeber kann das stressig werden.

Knigge-Trainerin Eva Haas aus Mannheim rät grundsätzlich, "rücksichts- und verständnisvoll, offen und ehrlich" zu kommunizieren. Das bedeutet: Der Besitzer müsse in jedem Fall fragen, bevor er den Hund mitnimmt. "Schließlich gibt es Menschen, die eine Tierhaarallergie oder eine Hundephobie haben."

Anspringen bei der Begrüßung abgewöhnen

Im Idealfall hat das Tier schon früh gelernt, mit neuen Reizen und Situationen umzugehen. Andere Dinge müssten ihm aber vielleicht erst abgewöhnt werden, etwa das Anspringen bei der Begrüßung, sagt Bettina Haas, Hundetrainerin aus dem fränkischen Vorra.

"Hunde machen das, um an den Mund zu kommen. Denn unter Hunden ist es eine höfliche Begrüßung, einander die Lefzen zu lecken", erklärt die Expertin. Um eine allzu stürmische Begrüßung zu unterbinden, schlägt Haas vor, den Hund kurz an der Leine zu halten. Möglich sei es auch, auf dem Boden Futter zu verteilen - dann wird der Kopf des Hundes eher nach unten zeigen.

Besonderes Fingerspitzengefühl ist gefragt, wenn der Besuchte Angst vor Hunden hat. Häufig starrten Menschen, die sich vor einem Vierbeiner fürchten, diesen an, so Haas. Das wiederum mögen Hunde aber gar nicht. In so einer Situation sollte der Halter versuchen, sein Tier abzulenken. Auch eine gemeinsame Runde um den Block kann dem Besuchten helfen, sich auf den ungewohnten Gast einzustellen.

Vertraute Decke des Hundes mitnehmen

Die meisten unerwünschten Verhaltensweisen gehen Haas zufolge mit Aufregung einher. Deswegen sei es sinnvoll, Ruhe in die Situation zu bringen. Hundepsychologe Steffen Kröber aus dem hessischen Bromskirchen rät, die vertraute Decke des Hundes mitzunehmen: "Wenn man es im Vorfeld regelmäßig trainiert hat, weiß der Hund: Da lege ich mich drauf, da kann ich entspannen."

Auch eine Faltbox könne dem Tier etwas Heimatgefühl vermitteln, sagt Haas. "Dort kann man dem Hund zum Beispiel einen Kau-Artikel geben. Kauen entspannt, der Hund fühlt sich wohl und kann ein bisschen runterfahren."

Eine wichtige Rolle spielt bei einem Besuch das Verhalten des Besitzers. "Viele Hunde sind extrem auf ihre Menschen fokussiert. Sie lernen, indem sie uns beobachten", erklärt Kröber. Deswegen sollte der Halter sich möglichst entspannt verhalten. "Ansonsten signalisiert man dem Hund, dass in einer fremden Wohnung vielleicht Gefahr lauern könnte." Generell gelte die Regel: Fühlt sich das Tier gut, verhält es sich auch gut.

Tabuzonen in der Wohnung vorher festlegen

Auch während des Besuches sei offene Kommunikation wichtig, sagt Knigge-Expertin Haas. "Der Gastgeber sollte genau formulieren, wo der Hund hin darf und wo nicht." Wenn zum Beispiel Küche und Schlafzimmer für den vierbeinigen Besucher tabu sein sollen, müsse man das klar sagen - und dann auch die Türen zu den Räumen schließen.

Gewisse Regeln sollte auch der Bewohner akzeptieren. Wenn der Hundebesitzer zum Beispiel nicht will, dass sein Tier beim Essen vom Tisch gefüttert wird, gilt das auch für den Gastgeber.

dpa

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