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Familie Väter meiden Elternzeit wegen finanzieller Nachteile
Mehr Familie Väter meiden Elternzeit wegen finanzieller Nachteile
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15:37 28.08.2019
Der Anteil Väter, die Elternzeit nehmen, ist zwar inzwischen auf 37 Prozent gestiegen. Doch bei den Müttern sind es 90 Prozent. Quelle: Monika Skolimowska
Berlin

Väter in Deutschland nehmen noch immer deutlich

weniger Elternzeit als Mütter - vor allem aus finanziellen Gründen

und weil sie berufliche Nachteile befürchten. Das zeigt eine Studie

des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW), die am Mittwoch in

Berlin veröffentlicht wurde.

Seit Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 ist demnach der Anteil

junger Väter, die eine berufliche Auszeit nehmen, zwar von 3 auf 37

Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu gehen aber mehr als 90 Prozent

der Mütter in Elternzeit. Von den Männern, die im Jahr 2018

Elterngeld bezogen, taten dies allerdings fast 72 Prozent nur während

des Minimums von zwei Partnermonaten. "Es verwundert daher kaum, dass

die Partnermonate im alltäglichen Sprachgebrauch zu Vätermonaten

wurden", sagte Studienautorin Claire Samtleben.

Elterngeld wird grundsätzlich zwölf Monate lang gezahlt, wenn ein

Elternteil nach der Geburt eine berufliche Auszeit nimmt. Zwei

zusätzliche Monate kommen hinzu, wenn auch der Partner in Elternzeit

geht. Eltern mit höheren Einkommen erhalten 65 Prozent, Eltern mit

niedrigeren Einkommen bis zu 100 Prozent des bisherigen

Nettoeinkommens.

Die finanziellen Einbußen sind der DIW-Studie zufolge das wichtigste

Motiv von Vätern, auf Elternzeit zu verzichten. Vor allem in

Ostdeutschland gebe es bei vielen Familien offenbar "keinen

Spielraum, zwei Monate oder länger auf bis zu 35 Prozent des

Einkommens des Vaters zu verzichten", erklärte Katharina Wrohlich vom

DIW Berlin. Ein weiterer Grund, der von den Vätern oft genannt werde,

seien mögliche Nachteile für die berufliche Karriere. Für ihre Studie

hatte das DIW die offizielle Elterngeld-Statistik sowie das

Beziehungs- und Familienpanel pairfam ausgewertet.

dpa

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