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Gesundheit Iberogast: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Todesfall gegen Bayer
Mehr Gesundheit Iberogast: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Todesfall gegen Bayer
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20:24 21.07.2019
Eine Apothekerin hält das rezeptfreie Magenmittel IBEROGAST in der Hand. Quelle: imago images / Uwe Steinert
Bonn

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt, ob Bayer durch frühere Warnungen vor Leberschäden seines rezeptfreien Magenmittels Iberogast einen Todesfall und etliche Erkrankungen womöglich hätte verhindern können. Das berichtet das „Handelsblatt“. Der Konzern könnte damit für eine fahrlässige Tötung und Körperverletzung verantwortlich sein. Die Staatsanwaltschaft habe ein Gutachten in Auftrag gegeben, welches die Kausalität von Mitteleinnahme und Tod klären soll. Das Verfahren richte sich noch gegen unbekannt. Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht dazu äußern, wie das „Handelsblatt“ weiter schreibt. Bayer selbst wisse nichts von einem Ermittlungsverfahren.

2018 wurde Fall von Leberversagen mit Todesfolge bekannt

Seit dem Sommer letzten Jahres muss der Pharmakonzern auf dem Beipackzettel für sein rezeptfreies Magenmittel Iberogast künftig auch vor sehr seltenen, aber schwerwiegenden Leberschäden warnen. Verursacht werden die Schäden von dem in Iberogast enthaltenen Schöllkraut.

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Hintergrund der Entscheidung waren neue Meldungen von Leberschädigungen im Zusammenhang mit der Anwendung der Arznei, hieß es von der Behörde. Darunter befinde sich ein im Juli 2018 bekanntgewordener zweiter Fall von Leberversagen mit Lebertransplantation, der letztlich tödlich endete.

Bayer wehrte sich lange gegen Ergänzung des Beipackzettels

Der Umsetzung war ein zehnjähriger Disput vorausgegangen. Schon 2008 hatten dem BfArM rund 50 Fallberichte aus Deutschland vorgelegen, bei denen ein Zusammenhang zwischen Leberschäden und Schöllkraut in konsumierten Präparaten vermutet wurde. Die Behörde forderte in der Folge Hersteller von Produkten mit mindestens 2,5 Mikrogramm Schöllkraut pro Tagesdosis auf, ihre Beipackzettel um entsprechende Hinweise zu ergänzen.

Der Iberogast-Hersteller, zu jener Zeit noch Steigerwald, legte jedoch Widerspruch ein. Inzwischen ist Bayer der Produzent des Mittels - auch dieses Unternehmen hatte eine Ergänzung des Beipackzettels lange verweigert. Erst nach dem Tod einer Frau Mitte 2018 wegen Leberversagen und inneren Blutungen, die zuvor Iberogast einnahm, änderte der Konzern doch noch die Packungsbeilage und die Fachinformationen.

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Von RND/ak/dpa

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