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Gesundheit Kinderärzte und Ethikrat streiten über Masern-Impfpflicht
Mehr Gesundheit Kinderärzte und Ethikrat streiten über Masern-Impfpflicht
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17:59 30.06.2019
Masernimpfung in einer Praxis. Quelle: Ole Spata/dpa
Berlin

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte zeigt sich davon überzeugt, dass die Masern in Deutschland ohne eine Impfpflicht nicht ausgerottet werden können. Er wandte sich jetzt entschieden gegen die Einschätzung des Deutschen Ethikrates, dass die von der Bundesregierung geplante Impfpflicht in Kitas und Schulen nicht gerechtfertigt sei. Es sei wirklichkeitsfremd, wenn das Gremium zwar die moralische Pflicht zur Impfung anerkenne, die rechtliche Pflicht aber ablehne, erklärte der Verband.

Kinder- und Jugendärzte verwendeten einen großen Teil ihrer Arbeit darauf, Eltern über Nutzen und Risiken aufzuklären, Impfbücher zu kontrollieren und an ausstehende Impfungen zu erinnern. Aber es gebe viele Eltern, die erst gar nicht in die Praxen kämen oder die ihren Kindern nicht die wichtige Zweitimpfung geben ließen, erklärte der Verband. Grund sei meist Vergesslichkeit und Nachlässigkeit.

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Masern-Impfung: moralische Pflicht versus Rechtspflicht?

„Das Ansteckungsrisiko für ihre eigenen Kinder und erst recht für andere Kinder übersehen diese Eltern“, kritisierte der Berufsverband. „Daher fordern wir: So wie es eine allgemeine Schulpflicht zum Wohle der Kinder und der ganzen Gesellschaft gibt, sollte es auch eine allgemeine Impfpflicht geben, nachdem alle gut gemeinten Aufklärungskampagnen der letzten Jahre nicht dazu geführt haben, die Masern in Deutschland auszurotten.“

Der Ethikrat hatte erklärt, die Impfpflicht für Kinder in Kitas und Schulen sei wegen der hohen Impfquoten in diesen Altersgruppen nicht gerechtfertigt. Grundsätzlich sei es keine reine Privatangelegenheit, ob man sich gegen eine hochansteckende Infektionskrankheit impfen lasse. Angesichts einer solchen „moralischen Pflicht“ sei aber zu prüfen, für wen auch eine Rechtspflicht erforderlich sei.

Ethikrat will Fokus auf Erwachsene legen

Bei Erwachsenen liegt die Impfquote sehr viel niedriger als bei Kindern. Hier seien nicht einmal 50 Prozent geimpft, allerdings entfalle auf diese Bevölkerungsgruppe die Hälfte aller Neuerkrankungen – Tendenz steigend. Der Ethikrat fordert deshalb, den Fokus auf Erwachsene zu richten.

Nach dem Plan von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll eine Impfpflicht gegen Masern ab März 2020 für Kinder und das Personal in Kitas und Schulen kommen, außerdem für Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen.

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Von RND/dpa/so

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