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Gesundheit Medikamente lagern bei Hitze: So geht’s richtig
Mehr Gesundheit Medikamente lagern bei Hitze: So geht’s richtig
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12:47 25.06.2019
Beipackzettel informieren, bei welchen Temperaturen Medikamente gelagert werden müssen. Quelle: imago images / Arnulf Hettrich
Hannover

Wenn die Temperaturen steigen, sind die meisten Menschen auf der Suche nach einem kühlen Plätzchen. An die Medikamente im Arzneischrank oder in der Handtasche verschwendet dagegen kaum jemand einen Gedanken. Ein Blick in den Medizinschrank lohnt sich jedoch, denn Arzneimittel sind empfindliche Produkte. Hohe Temperaturen und direktes Licht können ihre Wirksamkeit und Qualität beeinträchtigen.

Medikamente sind unterschiedlich empfindlich

„Hinweise zur richtigen Aufbewahrungstemperatur finden sich auf der Verpackung oder dem Beipackzettel von Medikamenten“, erklärt Ina Bartels, Apothekerin und Vorstandsmitglied des Landesapothekerverbandes Niedersachsen e.V.. Einige Medikamente müssen im Kühlschrank gelagert werden und sind entsprechend gekennzeichnet. Beispiele dafür sind Insuline oder andere Biologika. Die meisten Arzneien können dagegen bei Raumtemperatur transportiert und aufbewahrt werden – das bedeutet, bei 15 bis 25 Grad.

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Hitze kann die Wirkung beeinträchtigen

Im Sommer sind Temperaturen von über 30 Grad jedoch keine Seltenheit. Arzneimittel können dann ihre Wirkung verlieren, wenn sie nicht im vorgeschriebenen Temperaturbereich gelagert werden. „Wie genau sich ein Medikament bei Hitze verändert, lässt sich nicht pauschal sagen. Das ist von Mittel zu Mittel unterschiedlich und hängt von den Inhaltsstoffen ab“, erklärt Ina Bartels. Einige Medikamente zersetzen sich demnach. Bei Salben können sich die festen von den flüssigen Bestandteilen lösen. Und auch chemische Reaktionen sind möglich.

„Ob ein Medikament durch Hitze beschädigt ist, lässt sich leider nicht immer optisch erkennen“, sagt die Apothekerin. Wenn eine Tablettenpackung zerrissen ist, kann das ein Zeichen sein, dass die Tabletten sich durch die Hitze ausgedehnt haben. Auch bei Verfärbungen sollte das Medikament entsorgt werden. Um sicherzugehen, sollte man sich beim Kauf der Medikamente aber in der Apotheke informieren.

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Lagerung im Schlafzimmer oder im Keller

Grundsätzlich gilt jedoch: Alle Medikamente sollten vor Hitze und direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. „Am besten eignet sich ein kühler Raum mit wenig Luftfeuchtigkeit“, erklärt Ina Bartels. Dafür bietet sich zum Beispiel das Schlafzimmer oder ein Keller an.

Ein Arzneischrank im Badezimmer ist dagegen weniger empfehlenswert, weil die hohe Temperatur und Feuchtigkeit Wirkstoffe zersetzen kann. Kühlschränke wiederum sind für Medikamente, die bei Raumtemperatur gelagert werden sollten, auch im Sommer zu kalt. Wer Medikamente in der Apotheke kauft, kann dort für den Transport nach einer Kühltüte fragen.

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Auch die Reiseapotheke muss gekühlt werden

Auf Reisen gestaltet es sich schwieriger, Medikamente vor Hitze zu schützen. „Grundsätzlich sollte man direkte Sonneneinstrahlung vermeiden“, erklärt Ina Bartels. Bei einer Autofahrt können Medikamente zum Beispiel unter dem Beifahrersitz verstaut werden. In geparkten Autos sollten Arzneien jedoch nicht länger liegen, weil sich die Autos in der Sonne schnell auf 60 bis 70 Grad aufheizen.

Bei einer Reise mit dem Flugzeug rät die Apothekerin, Medikamente grundsätzlich immer im Handgepäck zu transportieren. Arzneimittel, die gekühlt werden müssen, können in Kühltaschen transportiert werden. Dort sollte der Kühlakku allerdings nicht direkt mit dem Mittel in Berührung kommen, weil dieses sonst gefrieren kann. Auch das beeinträchtigt unter Umständen die Wirkung. Wer auf einer längeren Flugzeugreise eine Kühltasche braucht, sollte sich vorher bei der Fluggesellschaft informieren. Im Hotel bietet sich teilweise auch die Minibar zur Lagerung der Medikamente an.

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Im Zweifel in der Apotheke informieren

Rund 5 Prozent der Arzneimittel, die deutsche Apotheken 2017 an Patienten ausgegeben haben, waren besonders temperaturempfindlich. Das ergaben Berechnungen des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI). Weil jedes Medikament unterschiedlich auf Hitze reagiert, sollten Patienten sich den Beipackzettel immer genau durchlesen. Ina Bartels rät außerdem, im Zweifel den Apotheker zu fragen.

Von RND/lzi

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