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Aktuelles Wann Weiterbildungen wenig bringen
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11:25 10.09.2019
Bei Schulungen und Weiterbildungen sind viele Beschäftigte in Deutschland auf sich allein gestellt. Oft lässt sich das Erlernte nicht im Arbeitsalltag anwenden. Quelle: Britta Pedersen
Berlin

Um Schulungen und Weiterbildungen müssen sich einer Umfrage zufolge viele Beschäftigte in Deutschland selbst kümmern. Mit 55 Prozent hat zwar gut jeder Zweite im vergangenen Jahr seine Qualifikation erweitert, wie das Beratungsunternehmen Gallup für eine Studie ermittelte.

Gut vier von zehn dieser Befragten gaben aber an, dass sie ihre Teilnahme selbst veranlasst hätten. In den übrigen Fällen sorgte der Arbeitgeber dafür.

Kein Gebrauch im Arbeitsalltag

Viele Schulungen gingen am Bedarf der Beschäftigten vorbei, meint Studienautor Marco Nink. "Es spricht viel dafür, dass mit der Gießkanne gearbeitet wird", sagte er. Arbeitgeber passten Angebote nicht ausreichend an den einzelnen Beschäftigten an. Oft sei anschließend nicht klar, was die Mitarbeiter im Arbeitsalltag mit dem neuen Wissen anfangen können.

Laut der Umfrage konnten 41 Prozent der Beschäftigten im vergangenen Jahr ihre Qualifikation nicht erweitern, weil ihr Unternehmen dafür kein Angebot machte. Etwa jeder Siebte gab an, keine Zeit für Schulungen gehabt zu haben.

Insgesamt fühlt sich eine Mehrheit aber von ihren Arbeitgebern unterstützt, die notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlangen. Insgesamt zwei Drittel stimmten hier vollständig oder weitgehend zu, nur etwa jeder Sechste ging da ganz oder größtenteils nicht mit.

Die Bundesregierung zeichnet ein anderes Bild. In der vergangenen Woche hatte ihr Weiterbildungsbericht ergeben, dass die Bereitschaft steige und dass die Teilnehmer immer zufriedener mit den Veranstaltungen seien. Drei Viertel der Aktivitäten im Betrieb organisiert und beauftragt demnach der Arbeitgeber. In den vergangenen Jahren sei aber der Anteil der Aktivitäten leicht gestiegen, die die Beschäftigten selbst organisieren.

Unterstützung für Mitarbeiter erforderlich

Gallup-Experte Nink warnte, die Bindung an das Unternehmen sinke, wenn Mitarbeiter sich nicht genug unterstützt fühlten - worunter letztlich der geschäftliche Erfolg leiden kann. Auch habe sich der Gedanke des lebenslangen Lernens bei jedem zweiten Beschäftigten noch nicht durchgesetzt.

Bundesregierung, Länder und Sozialpartner hatten kürzlich eine "nationale Weiterbildungsstrategie" beschlossen. Weil sich der Arbeitsmarkt schnell wandelt, sollen sich Arbeitnehmer mehr weiterbilden und dafür mehr Unterstützung erhalten.

Geplant ist etwa ein Anspruch darauf, einen Berufsabschluss nachzuholen und das "Aufstiegs-Bafög" zum Meister, Fach- oder Betriebswirt auszuweiten. Geprüft werden staatlich geförderte Bildungszeiten und Förderung von Weiterbildung für Arbeitslose. "Weiterbildungsmentoren" in Betrieben sollen Kollegen unterstützen.

dpa

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