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Studium & Beruf Schulabgänger umworben wie noch nie
Mehr Studium & Beruf Schulabgänger umworben wie noch nie
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20:04 08.05.2019
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WILDAU Auf der Suche nach einer Ausbildung haben Jugendliche die Qual der Wahl. Firmen müssen sich etwas einfallen lassen, wollen sie als Arbeitgeber interessant für Schulabgänger sein. Aber es gibt auch Firmen, die Schwierigkeiten haben, geeignete Azubis zu finden. Das zeigte die Ausbildungs- und Jobmesse „Impuls“ am Sonnabend im A 10-Center Wildau. Etwa 60 Aussteller – darunter Handwerksbetriebe, Hotels, die Bundeswehr und Universitäten – informierten über ihre Ausbildungsplätze.

  

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Esko Kirsten sucht Azubis.     FOTO: SCHMIDT

Die AOK Nord-Ost beispielsweise lockte mit frisch gepressten Säften und der Aussicht auf eine Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. „Dafür suchen wir junge Leute mit guten Schulnoten“, sagt Michaela Böhling von der AOK Brandenburg. Wer die Ausbildung abschließe, habe gute Chancen, sofort einen Arbeitsplatz zu bekommen. Genau diese Aussicht hat am Sonnabend Fabian Franz aus Schulzendorf ins A 10-Center gelockt. „Eigentlich will ich Fachinformatiker werden. Da muss man aber gut in Mathe, Physik, Informatik und Englisch sein. Ich war schon zu Vorstellungsgesprächen, weiß aber nicht, ob ich Chancen auf meine Wunschausbildung habe“, sagt der 15-Jährige. Nur wenige seiner Mitschüler in der Hans-Bredow-Oberschule in Königs Wusterhausen hätten einen Ausbildungsplatz.

Während die Firmen um die Gunst der Schulabgänger buhlen, gibt es auch eine andere Seite: Die Schwierigkeit, geeignete Auszubildende zu finden. Noch vor drei Jahren hätte er unter einer großen Zahl von Bewerbern die besten aussuchen können, sagt Kahlmeier. Jetzt müsse er manchem Lehrling persönliche Schulungen anbieten, damit er die Ausbildung besteht.

Auch das Wildauer Unternehmen Airkom, Hersteller von Druckluftanlagen, fahndet nach Azubis. „Wir bieten pro Jahr einen Ausbildungsplatz zum Mechatroniker an. Wir haben bisher noch keinen Bewerber gefunden, der im nächsten Jahr starten könnte“, sagt Serviceleiter Esko Kirsten. Gutes Wissen in Mathe und Physik sowie technisches Verständnis wären nötig, um die dreieinhalbjährige Ausbildung bewältigen zu können. Viele Schüler würden diese Voraussetzungen aber nicht mitbringen.

Machten sich junge Männer am Sonnabend vor allem über Ausbildungswege bei der Bundeswehr und in der Computerbranche schlau, zog es Schülerinnen zu Angeboten der Gesundheitsbranche. Zum Beispiel Vivien Stegemann aus Groß Köris und Caroline Köchel aus Lübben. Sie wollen nach dem Abitur gern Krankenpflegerin oder Physiotherapeutin werden. Über die Ausbildungen haben sie sich am Stand der Medizinischen Schule des Carl-Thiem-Klinikums aus Cottbus informiert. Dort fangen im Jahr 130 junge Menschen eine Ausbildung an. (Von Uta Schmid)