Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Berlin Bald 15.000 Flüchtlinge in Berlin in Job oder Ausbildung
Nachrichten Berlin Bald 15.000 Flüchtlinge in Berlin in Job oder Ausbildung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:10 29.05.2019
Quelle: Sven Hoppe/dpa
Berlin

Die Bundesagentur für Arbeit rechnet in den nächsten Monaten mit über 15.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Flüchtlingen in Berlin. Bereits zum Jahreswechsel 2018/19 seien rund 13.800 geflüchtete Menschen in der Bundeshauptstadt sozialversicherungspflichtig in Ausbildung oder Arbeit gewesen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur, Bernd Becking, am Mittwoch in Berlin. Drei Jahre zuvor habe diese Zahl noch bei 3800 gelegen.

15 Prozent aller Arbeitnehmer in Berlin haben ausländischen Pass

Insgesamt haben von den Arbeitnehmern in Berlin rund 15 Prozent einen ausländischen Pass. Das sei deutlich mehr als im Bundesschnitt, wo der Anteil der Arbeitnehmer aus dem Ausland bei zwölf Prozent liege. Mit Blick auf den demografischen Wandel und den zunehmenden Fachkräftemangel sagte Becking: „Es ist keine Frage ob, sondern wie wir es schaffen, dass Menschen aus dem Ausland einen Beitrag dazu leisten“, die bislang positive Entwicklung am Arbeitsmarkt in Deutschland aufrecht zu erhalten.

Am Arbeitsmarkt dringend gebraucht

Auch geflüchtete Menschen würden am Arbeitsmarkt dringend benötigt. Als wichtige Voraussetzung müssten Flüchtlinge ausreichende Sprachkenntnisse sowie eine Ausbildung oder Qualifizierung mitbringen, die sie allerdings auch von den Unternehmen vermittelt bekommen können. Becking würdigte dabei die sogenannte Ermessensduldung in Berlin, die Flüchtlinge ohne Bleiberecht zunächst während eines Praktikums, in Ausbildung sowie in der Zeit der Arbeitssuche für einen Zeitraum von insgesamt fünf Jahren vor Abschiebung schützt. Dies biete Unternehmen und Flüchtlingen mehr Sicherheit.

Zwar sei das Berliner Modell der Ermessensduldung für alle Beteiligten positiv, reiche aber nicht aus, betonte unterdessen Berlins Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke). Mit Blick auf das von der Bundesregierung geplante Fachkräfteeinwanderungsgesetz sagte die Senatorin: „Es gehört dazu, dass Fachkräfte hier bleiben können.“ Das sei auch für die Unternehmen als Arbeitgeber wichtig. „Ansonsten sägt man an dem Ast, auf dem man sitzt“, sagte Breitenbach. Zugleich rief sie Unternehmen dazu auf, die über Fachkräftemangel klagen, mehr geflüchtete Menschen „mit all ihren Kompetenzen, die sie haben“ zu Fachkräften auszubilden und zu qualifizieren.

Die meisten Flüchtlinge in Berlin sind den Angaben zufolge in den Branchen Gastgewerbe, Dienstleistungen, Handel, Gesundheits- und Sozialwesen, Zeitarbeit, Verkehr und Logistik, verarbeitendes Gewerbe sowie Baugewerbe tätig. Sie kommen laut Bundesagentur aus den Hauptherkunftsländern Syrien, Iran, Afghanistan, Pakistan, Nigeria, Irak, Eritrea und Somalia.

Zahl der gering Beschäftigten verdreifacht

Zudem waren zum Stichtag Ende November 2018 in Berlin 3693 Personen aus diesen Herkunftsländern geringfügig beschäftigt. Im Vergleich zum Sommer 2015 habe sich diese Zahl in Berlin mehr als verdreifacht. Als geringfügige Beschäftigung zählen Arbeitsverhältnisse mit einem niedrigen Lohn oder mit einer kurzen Dauer. Beide werden auch als „Minijob“ oder „450 Euro Job“ bezeichnet.

Gut 12.000 Flüchtlinge im Land Berlin befinden sich derzeit in Sprachförderkursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge oder in Qualifizierungsmaßnahmen, die sie für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt vorbereiten. Im Mai 2019 waren zudem 28.481 geflüchtete Menschen arbeitssuchend gemeldet. Davon waren 11.551 arbeitslos. (epd)

Von MAZ-Online/epd

Viele wollen loskommen von der Zigarette. Ein Institut in Berlin-Neukölln gehört zu denen, die Kurse zur Entwöhnung anbieten. Doch von den Krankenkassen fühlen sich die Helfer im Stich gelassen. Ein aktueller Gerichtsbeschluss hilft auch nicht weiter.

28.05.2019

Union Berlin wollte ein Wörtchen mitreden im Kampf um den Aufstieg. Am Ende hat es gereicht – die Eisernen spielen in der nächsten Saison im Oberhaus. Wir haben die Spielzeit genauer unter die Lupe genommen.

28.05.2019

Seit 20 Jahren versucht ein Verein, den Spreekanal an der Museumsinsel in ein Flussbad zu verwandeln. Bisher gibt es Probeschwimmen aber nur einmal im Jahr. Das soll sich ändern.

27.05.2019