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Berlin Knapp 600 Autos brannten 2019 – Mutmaßlicher Brandstifter gefasst
Nachrichten Berlin Knapp 600 Autos brannten 2019 – Mutmaßlicher Brandstifter gefasst
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13:26 09.01.2020
Fast 600 Autos brannten im Jahr 2019: Die Gründe für die Brände sind oft unterschiedlich. Quelle: Manfred Hensel
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Berlin

Fast 600 Autos sind im vergangenen Jahr in Berlin von Kriminellen, Extremisten und Pyromanen angezündet oder durch Flammen beschädigt worden. Das waren 150 Fahrzeuge mehr als 2018, wie die Polizei mitteilte. Brandstifter zündeten 358 Autos direkt an. 238 daneben stehende Wagen wurden durch die übergreifenden Flammen beschädigt oder zerstört.

Unterschiedliche Gründe

Genaue Hintergründe zu den Brandstiftungen und Brandanschlägen nannte die Polizei nicht. In der Vergangenheit ging sie etwa von Vandalismus, pyromanischen Tendenzen der Täter, gezielten Racheaktionen im privaten Umfeld, Versicherungsbetrug oder sogenannten Verdeckungsbränden aus. In einem solchen Fall soll mit einem Feuer eine andere Straftat verdeckt werden.

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Ein kleiner Teil der Täter war laut Polizei politisch motiviert. Die meist linksextremen Brandstifter zündeten 56 Autos direkt an und beschädigten dabei 43 umliegende Wagen. 2018 brannten insgesamt 63 Autos aus politisch motivierten Gründen.

Ermittlungsgruppe „Nachtwache“ wurde gegründet 

Bereits Mitte 2019 hatte die hohe Zahl der Brandstiftungen für Aufregung gesorgt. Die Polizei rief im Juli die Ermittlungsgruppe „Nachtwache“ ins Leben. Fünf Beamte des Landeskriminalamtes sollten Brandstiftungen an Autos aufklären. Polizeipräsidentin Barbara Slowik kündigte verstärkte Polizeistreifen an. Die oppositionelle CDU lobte bis zu 1000 Euro für Hinweise aus, die zum Ergreifen sowie zur Verurteilung von Tätern führten.

Die meisten Täter bleiben unentdeckt. In der Nacht zu Donnerstag fasste die Polizei jedoch einen mutmaßlichen Brandstifter. Er soll ein Auto angezündet haben, das seit 2015 als gestohlen gemeldet war und falsche Kennzeichen trug. Die Flammen griffen auf zwei umstehende Autos und einen Rettungswagen über. Der Mann war den Polizisten kurz nach dem Feuer aufgefallen. Er versuchte zu flüchten und wurde von den Beamten eingeholt.

Im August erzielte die Polizei ebenfalls einen Fahndungserfolg und ertappte in Hamburg einen mutmaßlichen Serientäter auf frischer Tat. Der 30-jährige Mann soll zwischen dem 1. Juli und 6. August 2019 in Berlin und Hamburg nachts Grillanzünder auf die Reifen mehrerer Fahrzeuge gelegt und angezündet haben. Insgesamt 14 Autos sollen vollständig oder teilweise abgebrannt sein.

Die Berliner Kripo hatte den Mann bereits im Visier. Er konnte jedoch die Stadt verlassen und sich nach Hamburg absetzen. Dort soll er ebenfalls versucht haben, ein Auto anzuzünden. Dabei wurde er gefasst. Der Mann, der laut Polizei nicht politisch motiviert sein soll, muss sich ab Freitag vor dem Berliner Kammergericht unter anderem wegen schwerer Brandstiftung, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung verantworten.

Brandanschlag auf das Auto eines Journalisten sorgt für Aufsehen

Zuletzt hatte ein Brandanschlag auf das Auto eines Berliner Zeitungskolumnisten für Aufsehen gesorgt. In der Nacht zum 31. Dezember wurde der Wagen in Charlottenburg-Wilmersdorf angezündet. Auf einer linksextremen Internetseite bekannten sich anonyme Schreiber zu der Tat und warfen dem Journalisten ein reaktionäres Weltbild vor. Zahlreiche Politiker und Medienvertreter verurteilten den Anschlag.

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Von RND/dpa