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Berlin Berlins Bürgermeister kündigt 365-Euro-Jahreskarte für Nahverkehr an
Nachrichten Berlin Berlins Bürgermeister kündigt 365-Euro-Jahreskarte für Nahverkehr an
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14:57 08.07.2019
Berlin: Ein Bus der Berliner Verkehrsbetriebe. Quelle: Gregor Fischer/dpa
Berlin

Einen Euro pro Tag: Aus Sicht des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) sollte eine Jahreskarte für Busse, Trams und U-Bahnen in Berlin mehr nicht kosten. „Ich will Schritt für Schritt auch das Ziel verfolgen, ein Jahresticket für den öffentlichen Personennahverkehr für 365 Euro anbieten zu können“, kündigte er bei einer Diskussionsrunde der „Neuen Zürcher Zeitung“ an.

Vorbild sei die Stadt Wien. Über den Vorstoß berichteten am Montag mehrere Berliner Medien.

Für das Berliner Stadtgebiet kostet die Umweltkarte des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg bislang 761 Euro im Jahr. Von August an bekommen Azubis für 365 Euro die Jahreskarte.

Hier lesen: Zusätzliche Buslinie und kürzere Strecke nach Tegel

In Deutschland testen derzeit Bonn und Reutlingen 365-Euro-Karten. Diese sollen mehr Menschen dazu bringen, das Auto stehen zu lassen und stattdessen Bus und Bahn zu fahren. Die SPD macht sich auch auf Bundesebene dafür stark.

Die Berliner CDU-Fraktion ist hingegen skeptisch. „Anders als in Österreichs Hauptstadt ist unser Nahverkehr leider unterfinanziert“, hieß es in einer Mitteilung. Es fehlten Fahrzeuge. Müller müsse klar machen, wie er seinen Vorschlag finanzieren wolle. Die FDP betonte, auch Sicherheit, Sauberkeit und ein gutes Angebot seien wichtig.

Sprecherin BVG: „Das ist eine sehr große Investition.“

In Leipzig gibt es ebenfalls Ambitionen bis zum Jahr 2025 ein 365-Euro-Ticket anzubieten. In Sachsen mangelt es bisher an der Umsetzung und der Finanzierung.

„Jede Idee ist gut, die dazu führt, dass mehr Menschen den ÖPNV nutzen“, sagte eine Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Notwendig seien dann aber auch mehr Personal und Fahrzeuge. „Das ist eine sehr große Investition.“

Wien hatte 2012 für Busse und Bahnen eine Jahreskarte für 365 Euro eingeführt, jeder zweite Wiener habe sie im Portemonnaie, bilanzierte das Beratungsunternehmen Civity in einer Studie, auf die die BVG am Montag hinwies. Allerdings sei die Zahl der Fahrgäste seither nicht stärker gestiegen als die der Einwohner, es werde auch nicht weniger Auto gefahren.

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Von RND/dpa