Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Berlin Berlin-Kreuzberg: Weltkriegsbombe nach stundenlanger Evakuierung entschärft
Nachrichten Berlin

Bombenentschärfung in Berlin-Kreuzberg: Stundenlange Evakuierung

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:07 14.11.2020
14.11.2020, Berlin: Wegen einer Bombenentschärfung fordern Einsatzkräfte der Polizei in der Nähe lebende Bewohner auf ihre Wohnungen zu verlassen. Auf dem Gelände des Deutschen Patent- und Markenamts wurde bei Bauarbeiten eine Weltkriegsbombe gefunden. Für die Entschärfung müssen etwa siebentausend Menschen ihre Wohnungen verlassen. Quelle: Jörg Carstensen/dpa
Anzeige
Berlin

In Berlin-Kreuzberg ist am Sonnabend eine 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes (LKA) machten den Blindgänger unschädlich, wie die Polizei am frühen Samstagabend twitterte. „Sobald Sie zurück in Ihre Wohnungen können, geben wir Ihnen Bescheid. Bitte haben Sie noch ein wenig Geduld.“

Die Evakuierung des Sperrgebiets rund um die Neuenburger Straße nahe des U-Bahnhofs Prinzenstraße hatte sich vor der geplanten Entschärfung siebeneinhalb Stunden lang hingezogen. Von 8 Uhr morgens an waren rund 7500 Menschen dazu aufgefordert, ihre Wohnungen im Sperrkreis zu verlassen.

Anzeige

Kurz vor 15.00 Uhr hieß es dann auf dem Twitterkanal der Polizei: „Die Evakuierungsmaßnahmen in Kreuzberg nähern sich so langsam dem Ende. Unsere Techniker des LKA bereiten sich bereits auf die Entschärfung der Weltkriegsbombe vor.“ Dazu stellte die Polizei ein Foto einer freigelegten 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe.

Krankentransport benötigt Zeit

Vor allem der Krankentransport von Hilfsbedürftigen habe Zeit benötigt, erklärte eine Polizeisprecherin. Menschen, die Hilfe benötigten, seien nach und nach aus den Wohnungen gebracht worden, schrieb die Polizei. Die Feuerwehr sowie verschiedene Hilfsorganisationen wie die DLRG oder der Malteser Hilfsdienst waren vor Ort.

14.11.2020, Berlin: Zahlreiche Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen auf der Alten Jakobstraße. Auf dem Gelände des Deutschen Patent- und Markenamts wurde bei einer Bauarbeiten eine Weltkriegsbombe gefunden. Für die Entschärfung müssen etwa siebentausend Menschen ihre Wohnungen verlassen. Quelle: Jörg Carstensen/dpa

Das Rote Kreuz hatte getwittert: „Wer lange von zu Hause fern bleiben muss, bekommt sicher irgendwann Appetit. Unsere DRK Helfer:innen kümmern sich um das leibliche Wohl der Untergebrachten mit kleinen Carepaketen. Fast wie Roomservice!“

14.11.2020, Berlin: Wegen einer Bombenentschärfung fordern Einsatzkräfte der Polizei in der Nähe lebende Bewohner auf ihre Wohnungen zu verlassen. Auf dem Gelände des Deutschen Patent- und Markenamts wurde bei Bauarbeiten eine Weltkriegsbombe gefunden. Für die Entschärfung müssen etwa siebentausend Menschen ihre Wohnungen verlassen. Quelle: Jörg Carstensen/dpa

Polizisten gingen von Tür zu Tür, um die Menschen einzeln anzusprechen. Rund 350 Polizisten waren im Einsatz. Die Polizei fuhr mit Lautsprecherwagen durch die Straßen. Es gab Durchsagen auf Deutsch, Türkisch und Arabisch. Zudem wurde über Twitter angekündigt: „Sobald die Maßnahmen beendet sind, können Sie zurück in Ihre Wohnungen. Wir halten Sie hier auf dem Laufenden.“

14.11.2020, Berlin: Ein Einsatzfahrzeug der Polizei informiert Anwohner mit einer Leuchtschrift über eine Evakuierung. Auf dem Gelände des Deutschen Patent- und Markenamts wurde bei einer Bauarbeiten eine Weltkriegsbombe gefunden. Für die Entschärfung müssen etwa siebentausend Menschen ihre Wohnungen verlassen. Quelle: Jörg Carstensen/dpa

Die Bombe war bei Bauarbeiten im Hof des Patentamtes gefunden worden. Der Sperrkreis rund um den Fundort hatte einen Radius von 300 Metern.

Während der Entschärfung wurden die U-Bahnlinien 1 und 3 zwischen den Bahnhöfen Kottbusser Tor und Hallesches Tor (U1) beziehungsweise Nollendorfplatz (U3) unterbrochen. Zuvor waren bereits die Buslinien M41 und 248 umgeleitet worden. Autofahrer mussten den Bereich schon seit dem Morgen weiträumig umfahren.

Von MAZonline, dpa