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Berlin Zu hohe Hürden für Läden: Handelsverband warnt vor Firmenpleiten durch Corona-Notbremse
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Brandenburg: Handelsverband warnt vor Pleiten durch Corona-Notbremse

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15:33 24.04.2021
ARCHIV - 06.03.2021, Niedersachsen, Hannover: Zahlreiche Kunden warten auf die Öffnung einer Filiale von Aldi im Stadtteil Bult. Warteschlagen vor Supermärkten und Discountern dürften in Deutschland ab Samstag wieder häufiger zu sehen sein, befürchtet der Handelsverband Deutschland (HDE).
ARCHIV - 06.03.2021, Niedersachsen, Hannover: Zahlreiche Kunden warten auf die Öffnung einer Filiale von Aldi im Stadtteil Bult. Warteschlagen vor Supermärkten und Discountern dürften in Deutschland ab Samstag wieder häufiger zu sehen sein, befürchtet der Handelsverband Deutschland (HDE). Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Berlin

Der Handelsverband Berlin-Brandenburg warnt angesichts der neuen bundesweiten Corona-Bremse vor einer Welle von Firmenpleiten. Etwa 50 bis 60 Prozent der Ladenbesitzer in der Region rechneten mit einer Geschäftsaufgabe bis Ende des Jahres, sagte Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen am Samstag, dem ersten Geltungstag der neuen Regeln, der Deutschen Presse-Agentur. Durch die neue Bestimmungen hätten vielerorts Kunden vor den Supermärkten in der Schlange warten müssen, wo in der Gruppe das Infektionsrisiko steige.

Auch das Konzept „Click & Meet“, also die Online-Vereinbarung eines Einkaufstermins mit Test für einen Ladenbesuch, sei unrealistisch und werde weitere Kunden fernhalten. „Das ist eine Hürde zuviel.“ Busch-Petersen warf der Politik vor, mit unrealistischen Regelungen den Handel in die Knie zu zwingen. Ein Großteil der Unternehmen warte noch immer auf die zugesagten Hilfen. „Die Politik hat null Empathie mit den betroffenen Gruppen.“

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Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sieht für Geschäfte in Regionen mit hoher Coronavirus-Inzidenz einen Kunden je 20 Quadratmeter Verkaufsfläche für die ersten 800 Quadratmeter vor - und darüber hinaus einen Kunden je 40 Quadratmeter. Damit können sich fortan halb so viele Menschen gleichzeitig in Supermärkten aufhalten wie bislang. Busch-Petersen sprach von einer „Quadratmeterwillkür“.

Die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop erklärte, mit der Bundes-Notbremse verlängere sich der Lockdown für Branchen wie Gastronomie, Einzelhandel und viele Solo-Selbständige. „Wir dürfen sie in dieser Situation nicht allein lassen, sondern müssen klare Unterstützung signalisieren“, sagte die Grünen-Politikerin. Zwar müsse die Diskussion über Öffnungsperspektiven draußen ernsthaft geführt werden. Zusätzlich dürfe der Bund nicht zaudern, sondern müsse die Überbrückungshilfen bis zum Jahresende verlängern

Von dpa, MAZonline