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Berlin Corona-Proteste in Berlin: Demonstrant greift Pressevertreter an
Nachrichten Berlin Corona-Proteste in Berlin: Demonstrant greift Pressevertreter an
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20:53 30.05.2020
Attila Hildmann, Vegan-Kochbuchautor und Corona-Skeptiker, spricht bei der Abschluss-Kundgebung einer Demonstration gegen die Corona-Politik der Bundesregierung am Bundeskanzleramt. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
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Berlin

Nach weiteren Lockerungen der Corona-Auflagen haben Proteste gegen die Maßnahmen in Berlin eher geringen Zulauf gefunden. Die Teilnehmerzahlen bis Samstagnachmittag bewegten sich deutlich unter den angekündigten Werten, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz auf Anfrage. Die Lage sei weitestgehend ruhig geblieben, zu vielen Demos seien um die 50 Menschen gekommen.

Es sei eine „bunte Mischung“ aus Demos gegen die Maßnahmen zur Corona-Eindämmung und Gegenprotesten, im Einsatz seien rund 550 Polizisten. Zu einer Kundgebung des Vegan-Kochs Attila Hildmann nahe dem Bundeskanzleramt kamen laut Cablitz in der Spitze 150 Teilnehmer. Weitere Versammlungen, etwa im Mauerpark, waren am Nachmittag noch im Gange.

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Poser-Fotos mit Deutschlandfahne

Hildmann (39) war zuletzt mit der Verbreitung von Verschwörungserzählungen aufgefallen und hatte mehrfach zu Versammlungen aufgerufen. Er setzte nun seinen Protest gegen die Politik der Bundesregierung mit einem Autokorso fort, den er mit seinem auffälligen Porsche anführte. Vom Olympiastadion aus folgten ihm etwa 50 weitere Wagen durch die Stadt, wie es von der Polizei hieß. Angemeldet waren 100 bis 150 Autos. Am Stadion posierte Hildmann mit Deutschlandfahne, auch an einigen Autos wehten schwarz-rot-goldene Fähnchen. Die Polizei begleitete die Aktion.

Bei der Veranstaltung Hildmanns hielt eine Frau ein Plakat hoch, auf dem zu lesen war: „Es geht euch nur um Macht + Geld“ und daneben „Chip nein“, „5G nein“, „Immunitätspass nein“, „DDR nein“, „Meinungsfreiheit ja“ und „Bargeld ja“. Auf dem Schild prangten die Gesichter von Angela Merkel und Bill Gates sowie Zeichnungen einer Pinocchio-Figur und eines Marionettenspielers. Ein anderer Teilnehmer trug einen Pullover mit der Aufschrift „Deutsches Reich“. Manche Teilnehmer forderten mit ihren Plakaten wiederum einen Corona-Untersuchungsausschuss. Eine Person zeigte einen Regenschirm, auf dem unter anderem „Kein Krieg“, „Liebe“ und „Freiheit“ stand.

An dem Protestzug von Attila Hildmann beteiligten sich auch Impfgegner, Verschwörungstheoretiker und Reichsbürger. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Bündnis ruft zum Gegenprotest auf

Das Berliner Bündnis gegen Rechts hatte vorab mitgeteilt, Anhänger von Verschwörungsideologien inszenierten sich an symbolträchtigen Orten wie Mauerpark, Alexanderplatz, Brandenburger Tor, Reichstagswiese oder Siegessäule. Dem wolle man sich entgegenstellen. Der Berliner Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar (Grüne) twitterte: „Wir sind nicht Eure Kulisse! Das gilt für den Rosa-Luxemburg-Platz genauso wie für den Mauerpark.“ Die „rechtsoffenen, sogenannten Hygienedemos“ seien nicht willkommen.

Am Rosa-Luxemburg-Platz vor der Volksbühne blieb die Lage nach Beobachtung eines dpa-Reporters gegen 12 Uhr ruhig: Niemand erschien zu den angemeldeten Aufzügen. An vergangenen Samstagen hatten dort Hygienedemos von Gegnern der Corona-Eindämmung sowie Gegenproteste stattgefunden. Dabei waren Menschen aus verschiedensten politischen Spektren zusammengekommen. Allerdings war die Resonanz schon in dem vergangenen Wochen rückläufig.

Übergriff auf Pressevertreter im Wedding

Bei einer Versammlung von Kritikern der Corona-Beschränkungen im Volkspark Humboldthain in Berlin-Wedding schlug nach Angaben eines Augenzeugen eine Teilnehmerin gegen die Kamera eines Pressevertreters. Ein Polizeisprecher bestätigte die Angaben gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) und erklärte, der Vorfall werde geprüft. Dem Fotografen sei weder ein Sach- noch ein Personenschaden entstanden und er habe auf eine Anzeige verzichtet.

Zu der unangemeldeten Versammlung war am Samstag kurzfristig von den sogenannten Corona-Rebellen im Messengerdienst Telegram aufgerufen worden. Wegen nichteingehaltener Abstandsregeln habe die Polizei etwa 30 Identitätsfeststellungen durchgeführt, sagte der Polizeisprecher.

Keine Teilnehmerbegrenzung

Erst vor wenigen Tagen hat der Senat weitere Lockerungen in der Corona-Pandemie beschlossen. So ist jetzt zum Beispiel die Teilnehmerbegrenzung für Demonstrationen wieder entfallen. Auf Twitter erinnerte die Polizei daran, dass allerdings weiter ein Mindestabstand von 1,5 Metern und die allgemeinen Hygieneregeln eingehalten werden müssten.

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Von RND/dpa/epd