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Berlin Das sind die Folgen der Unwetter in Brandenburg und Berlin
Nachrichten Berlin Das sind die Folgen der Unwetter in Brandenburg und Berlin
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09:17 13.06.2019
Starke Unwetter zogen über Brandenburg (Symbolbild). Quelle: Julian Stähle/dpa-Zentralbild
Brandenburg

In Brandenburg tobten am Mittwoch erneut zahlreiche Unwetter. Der Deutsche Wetterdienst gab am Nachmittag eine amtliche Unwetterwarnung heraus, in der ausdrücklich auf schwere Gewitter (Stufe 3 und 4), Sturmböen und Hagel hingewiesen wurde.

S-Bahn-Verkehr eingeschränkt

Ein schweres Unwetter über Berlin hat am Mittwochabend erneut für Chaos in der Hauptstadt gesorgt. Umgerissne Bäume fielen auf Straßen und S-Bahn-Gleise, Züge fielen aus, auf dem Wannsee kenterten Boote. Viele Bahnlinien verkehren inzwischen wieder. Bisher gebe es aber keine Meldungen über Schwerverletzte oder Tote, sagte ein Feuerwehrsprecher am Abend. Die Feuerwehr, die erneut den Ausnahmezustand ausgerufen hatte, fuhr in eineinhalb Stunden mehr als 200 Einsätze.

Mit Windböen und starkem Regen waren heftige Gewitter aus südwestlicher Richtung über die Stadt gezogen. Straßen wurden zeitweise überflutet, weil Gullys die Wassermassen nicht mehr fassen konnten. Im Stadtteil Friedenau fiel ein Baum auf ein Cabrio. Die Insassen hatten Glück im Unglück: Zwei Menschen wurden nur leicht verletzt, teilte die Feuerwehr mit. Auf dem Wannsee habe es nach Boots-Unfällen bisher ebenfalls keine Meldungen über Schwerverletzte oder Vermisste gegeben.

In der Nacht zu Mittwoch krachte es über Potsdam. Eine Gewitterfront mit Starkregen zog über die Landeshauptstadt und überflutete Straßen und Keller. Die Folgen sind auch am Morgen noch sichtbar.

Die S-Bahn stellte den Zugverkehr auf der Ringbahn nach einem Blitzeinschlag in Tempelhof zeitweise ein. Auf der Linie 1 war der Zugverkehr zwischen Wilhelmsruh und Wittenau unterbrochen, weil ein Baum auf den Gleisen lag. Viele Bahnlinien verkehren inzwischen wieder. Es muss allerdings trotzdem noch mit Verspätungen und Ausfällen gerechnet werden. Auch auf der Autobahn 117 und am Tempelhofer Damm kam es wegen umgestürzter Bäume zu Verkehrsbehinderungen. Der Himmel verdunkelte sich in einigen Stadtteilen wie tief in der Nacht.

Fernzüge dürfen wieder fahren

Nachdem die Fernzüge in Berlin zeitweise ausgefallen sind, gibt es nun gute Nachrichten für Bahnreisende nach dem erneuten Unwetter in Berlin: Die Fernzüge dürfen in der Stadt wieder fahren. Es könne aber wegen Rückstaus noch zu Verzögerungen kommen, teilte die Deutsche Bahn mit. Durch das Gewitter seien technische Anlagen beschädigt worden, hatte die Bahn mitgeteilt. Techniker seien im Einsatz, um die Schäden zu begutachten. Aus Sicherheitsgründen müssten die Fernzüge erst einmal an Bahnhöfen stehen bleiben, hieß es. Es würden auch Züge um Berlin herum geleitet.

Bei der Feuerwehr gingen zahlreiche Notrufe ein. Sie konzentrierte sich vorrangig auf Alarmierungen, bei denen Menschenleben in Gefahr schienen, sagte der Sprecher. Die Berliner seien weiter aufgerufen, kleinere Wasserschäden selbst zu beseitigen.

An den Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden Flüge aus Sicherheitsgründen rund 45 Minuten lang ausgesetzt. Es sei zu kleineren Verspätungen gekommen, sagte ein Sprecher. „Kein Vergleich zu gestern.“ Am Mittwochabend sei bisher kein Flug gestrichen worden.

Feuerwehr muss Prioritäten setzen

Im Stadtteil Friedenau fiel ein Baum auf ein Cabrio. Die Insassen hatten Glück im Unglück, zwei Menschen wurden nur leicht verletzt, teilte die Feuerwehr mit.

Die Feuerwehr fahre vorrangig Einsätze, bei denen Menschenleben in Gefahr sind, sagte ein Sprecher am Mittwochabend. Die Berliner seien aufgerufen, kleinere Wasserschäden selbst zu beseitigen. An den Flughäfen Tegel und Schönefeld könne es zu Einschränkungen bei der Abfertigung kommen, teilten die Airports auf Twitter mit.

Mehrere Verletzte in Sachsenhausen – Entwarnung in Potsdam

Auch Brandenburg an der Havel hat mit den Folgen des Unwetters zu kämpfen. Durch starke Orkanböen und große Hagelkörner ist sogar die Schutzplane vom alten Café Oske abgerissen worden.

Bei einem Sommerfest in Sachsenhausen wurden mehrere Menschen verletzt. Das Unwetter sorgte dafür, dass ein Ast in die Menschenmenge stürzte. Es folgte ein größerer Einsatz für die Rettungskräfte.

In Potsdam gab die Feuerwehr inzwischen Entwarnung. Eine Gewitternacht wie am Dienstag wird es aller Voraussicht nicht nochmal geben. Trotzdem mussten die Wehren am Abend aufgrund der neuerlichen Unwetter noch 15 Mal ausrücken. Die Einsätze sind allerdings nicht auf den Regen zurückzuführen, aufgrund der Sturmböen kam es zu zahlreichen Astbrüchen und Bäume drohten umzustürzen.

DWD hebt Unwetterwarnungen auf

Inzwischen hat der Deutsche Wetterdienst die amtlichen Unwetterwarnungen für die Stadt Brandenburg, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Potsdam-Mittelmark, Havelland, Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming und für die Stadt Potsdamaufgehoben.

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