Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Berlin Demonstration nach Kneipen-Räumung in Berlin mit Steinwürfen und Pyrotechnik
Nachrichten Berlin

Demonstration nach Kneipen-Räumung in Berlin - Steinwürfe, Pyrotechnik

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:20 26.03.2021
„Ohne Meute gibts 'ne Meute“ steht auf dem Banner, das linke Demonstranten mit schwarzen Regenschirmen halten. Nach Räumung der zur linken Szene gerechneten Kiez-Kneipe „Meuterei“ in Kreuzberg haben am Donnerstagabend zahlreiche Menschen protestiert.
„Ohne Meute gibts 'ne Meute“ steht auf dem Banner, das linke Demonstranten mit schwarzen Regenschirmen halten. Nach Räumung der zur linken Szene gerechneten Kiez-Kneipe „Meuterei“ in Kreuzberg haben am Donnerstagabend zahlreiche Menschen protestiert. Quelle: Annette Riedl
Anzeige
Berlin

Nach Räumung der zur linken Szene gerechneten Kiez-Kneipe „Meuterei“ in Berlin-Kreuzberg haben am Donnerstagabend zahlreiche Menschen in Berlin-Mitte protestiert. An einer Demonstration beteiligten sich nach Polizeieinschätzung etwa 900 Menschen, von Teilnehmern wurde die Zahl auf 1500 bis 2000 geschätzt. Der Demonstrationszug wurde laut Polizei eng von Einsatzkräften begleitet. Vereinzelt sei es zu Steinwürfen und dem Abbrennen von Pyrotechnik gekommen, hieß es. Dabei habe die Polizei konsequent eingegriffen.

Es gibt mehrere Festnahmen

Die Demonstration wurde vom Veranstalter laut Berliner Morgenpost um kurz nach 21 Uhr beendet. Im Laufe der Demonstration sei es zu mehreren Festnahmen gekommen. Die Polizei konnte auf Nachfrage über die genaue Zahl der Festnahmen zunächst keine Angaben machen.

Demonstranten, die gegen die Räumung der Szene-Kneipe «Meuterei» in der Reichenberger Straße protestieren, gehen am Kottbusser Tor über eine Straße. Quelle: Paul Zinken

Begleitet von Protesten hatte die Berliner Polizei am Donnerstagmorgen die alternative Kiezkneipe geräumt. Zwei Frauen wurden dabei aus dem Haus gebracht. Die linke Szene hatte Protestaktionen im ganzen Stadtgebiet angekündigt. Wie die Polizei twitterte, wurden Nebeltöpfe und Feuerwerkskörper gezündet. Eine Demonstration zog am Morgen mit rund 400 Teilnehmern vom Kottbusser Tor Richtung Reichenberger Straße.

Polizisten mit Vorschlaghammer und Kettensäge

Eine Gerichtsvollzieherin war in der „Meuterei“ vor Ort, die Polizei wollte die Räume nach einer Begehung dem Eigentümer übergeben. Polizisten waren unter anderem mit Vorschlaghammer und Kettensäge im Einsatz. „Die Räumung des Objektes ist plangemäß verlaufen“, sagte Sprecherin Anja Dierschke. Größere Zwischenfälle gab es demnach nicht.

Ein ausgebranntes Auto steht in der Hannoverschen Straße. In der Nacht brannten im Berliner Stadtgebiet mehrere Fahrzeuge. Unklar ist, ob die Straftaten im Zusammenhang mit der heute anstehenden Räumung einer linken Szenekneipe in Kreuzberg stehen. Quelle: Paul Zinken

Autos gehen in Flammen auf

In der Nacht zum Donnerstag gingen laut Polizei stadtweit hochwertige Autos in Flammen auf. Vor dem Ordnungsamt Reinickendorf brannten Reifen, die Fassade des Gebäudes wurde beschädigt. Ein Zusammenhang mit den linken Protesten werde geprüft. Das Landeskriminalamt ermittele. 15 bis 20 Leute hätten am Kottbusser Tor versucht, ein Transparent auf der Straße auszurollen, so die Polizei. Dies wurde demnach gestoppt.

Der Newsletter direkt aus dem Newsroom

Die Top-Themen, die Brandenburg bewegen - und alle Infos zur Corona-Pandemie. Täglich von der Chefredaktion in Ihr Postfach.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Die Polizei war in der Stadt mit insgesamt bis zu 1100 Kräften im Einsatz sein. Zwölf Demonstrationen waren angemeldet. Die „Meuterei“ war weiträumig abgesperrt. Die Demonstranten standen hinter Gittern. Die Stimmung dort war aufgeheizt, es flogen vereinzelt Böller. Einige Anwohner schlugen während der Räumung auf ihren Balkonen auf Töpfe. Viele Demonstranten trugen Corona-Schutzmasken. Sie waren schwarz gekleidet und riefen Slogans wie „Kneipen denen, die darin saufen“. Auf einem Transparent hieß es: „Die Zeichen stehen auf Sturm“.

Sperrzone um Kneipe eingerichtet

Die Räumung der „Meuterei“, deren Mietvertrag abgelaufen war, galt in der linken Szene als Symbol für die Verdrängung der alternativen Orte in Berlin. Bereits am Dienstagabend hatten mehr als tausend überwiegend junge Menschen gegen die Räumung demonstriert. Es gab dabei Festnahmen und Anzeigen.

Lesen Sie auch:

Im Frühjahr wird in Berlin mit weiteren Auseinandersetzungen um Symbole der linken und linksradikalen Szene gerechnet. Im April könnte die Auseinandersetzung um das besetzte Haus „Rigaer 94“ in Friedrichshain eskalieren. Dann naht schon der 1. Mai mit Ankündigungen von Protesten in Kreuzberg.

Von MAZ/RND/dpa