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Berlin Dutzende Menschen protestieren bei Corona-Demos in Berlin
Nachrichten Berlin Dutzende Menschen protestieren bei Corona-Demos in Berlin
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18:29 16.05.2020
Die Polizeibeamten achteten darauf, dass jeweils nicht mehr als 50 Demonstranten zusammenstanden. Quelle: Christoph Soeder/dpa
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Berlin

Begleitet von Gegenprotest haben in Berlin erneut Hunderte Menschen gegen die Corona-Regeln demonstriert. Am Reichstagsgebäude hielt der bekannte Koch Attila Hildmann eine Kundgebung ab. Hildmann war zuletzt mit der Verbreitung von Verschwörungstheorien aufgefallen. Der Alexanderplatz und die Volksbühne, wo in den vergangenen Wochen Tausende zusammenkamen, waren weiträumig abgesperrt.

Anders als am vergangenen Wochenende verliefen die Proteste laut Polizei ohne größere Zwischenfälle - es gab jedoch 200 vorläufige Festnahmen und Identitätfeststellungen. In einigen Fällen wehrten sich die Festgenommenen heftig und es kam zu Rangeleien mit der Polizei. Zwei Beamte wurden im Laufe des Tages bei derartigen Vorfällen leicht verletzt. Die Polizei sorgte mit 1000 Kräften für den nötigen Abstand.

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Verschiedene politische Lagern hatten an mehreren Orten zu Protesten aufgerufen - nicht alle waren erlaubt. Dem Aufruf von Atilla Hildmann folgten mehrere Hundert Menschen. Die Polizei sperrte für die Kundgebung einen Bereich ab und wies Hildmann darauf hin, dass nicht mehr als 50 Teilnehmer erlaubt seien. Auch Komiker Oliver Pocher zeigte sich am Reichstagsgebäude - vor laufenden Kameras diskutierte er mit Hildmann. Anschließend wurde er von der Polizei vom Gelände geleitet.

Auf dem Alexanderplatz fanden ebenfalls vier Kundgebungen statt, jede einzelne war mit rot-weißem Flatterband abgehängt. Die Beamten achteten darauf, dass jeweils nicht mehr als 50 Demonstranten zusammenstanden. Vom Dach filmte sie das Geschehen. Innerhalb der Flatterbänder wurde der Abstand von 1,50 Metern eingehalten.

Demos für Rechte von Flüchtlingen, gegen Corona-Regeln und gegen die Impfpflicht

Mehr als 40 Demonstranten protestierten inmitten des Platzes mit Transparenten und einem Lautsprecherwagen gegen Verschwörungstheorien und für die Rechte von Flüchtlingen. Organisiert wurde die Demonstration von dem Bündnis gegen Rechts. Einige Meter weiter demonstrierten Dutzende mit lauter Musik gegen die Corona-Regeln und Impfpflicht. „Corona-Fehlalarm“ stand auf einem Banner, es wurden Zeitungen verteilt. Auch der stellvertretende NPD-Vorsitzende Udo Voigt zeigte sich. Vor den Einkaufszentren bildeten sich derweil lange Schlangen.

Auch an den Absperrungen rund um den Rosa-Luxemburg-Platz versammelten sich mehr als Hundert Menschen zum Protest gegen die Hygienevorschriften. Eine Frau hielt ein Plakat, auf dem der Spruch „Schluss mit dem Gesundheitsterror“ zu lesen war. Demonstranten, die der Aufforderung der Polizei nicht nachkamen, den Ort zu verlassen, wurden abgeführt.

Absperrungen vor dem Brandenburger Tor

Um zu verhindern, dass erneut gewalttätige Fußball-Hooligans an Kundgebungen teilnehmen, hatte die Polizei viele von ihnen persönlich angesprochen und gewarnt, wie ein Sprecher sagte. Einen Demonstrationszug, der als Spaziergang angekündigt war, unterbanden die Beamten, indem sie das Brandenburger Tor absperrten. Vor einer Woche hatte die Polizei insgesamt mehr als 130 Menschen am Alexanderplatz und auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude festgenommen. Es ging um Verstöße gegen die Corona-Regeln, aber auch um Widerstand gegen die Polizei, Körperverletzung und Landfriedensbruch.

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In Berlin waren während der bisherigen Hochphase der akuten Corona-Infektionen im April nur kleine Demonstrationen mit höchstens 20 Menschen und viel Abstand erlaubt. Seit dem 4. Mai dürfen sich bis zu 50 Demonstranten mit Abstand an einem Ort versammeln. Ab dem 25. Mai sind bis zu 100 Menschen erlaubt. Geisel kündigte auch an, möglicherweise könnten große Demonstrationen wieder im Juni stattfinden. Wie Tausende Menschen mit jeweils 1,50 Meter Abstand durch Berlin ziehen könnten, sagte er nicht.

Auch in vielen anderen Städten in Deutschland waren Demonstrationen gegen die Corona-Regeln geplant. Allein in Stuttgart waren 5000 Menschen angekündigt.

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Von dpa/RND

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