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Berlin Frau darf trotz Brustvergrößerung Polizistin werden
Nachrichten Berlin Frau darf trotz Brustvergrößerung Polizistin werden
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19:40 28.03.2018
Gebäude des Oberverwaltungsgerichts Berlin Brandenburg in Berlin. Quelle: Torsten Gellner
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Berlin

Eine Polizeibewerberin darf nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Berlin-Brandenburg trotz einer Brustvergrößerung Polizistin werden. Das OVG gab der Klägerin Recht, die „nach einer maßvollen Brustvergrößerung“ in den mittleren Dienst der Berliner Schutzpolizei aufgenommen werden wollte.

Revision nicht zugelassen

Es bestätigte damit am Mittwoch das bereits vor mehreren Jahren ergangene erstinstanzliche Urteil des Verwaltungsgerichts. Revision wurde nicht zugelassen.

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Polizeibehörde befürchtete Gesundheitsprobleme

Die Polizeibehörde hatte die Bewerbung abgelehnt. Ihre Befürchtung: Die Frau könnte bei einem Einsatz durch Gewalteinwirkungen, die zur Beschädigung der Implantate führen, oder durch Materialermüdung ernsthafte Gesundheitsprobleme erleiden und deshalb vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit pensioniert werden.

Gutachten: moderne Brustimplantate keine Gefahr

Das OVG ließ Gutachten durch einen Arzt und einen Werkstoffwissenschaftler anfertigen. Bei der Frau waren moderne Brustimplantate verwendet worden, die laut Gericht nicht mehr die Nachteile früherer Produkte aufweisen. Somit seien die Befürchtungen der Polizeibehörde unberechtigt.

Frau hatte sich bereits 2012 beworben

Das Verwaltungsgericht Berlin hatte bereits 2014 der Klägerin Recht gegeben, die sich im Jahr 2012 vergeblich für den Dienst bei der Schutzpolizei beworben hatte. Bei seinem Urteil hatte es sich auf eine veränderte Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts berufen.

Von Nathalie Waehlisch