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Berlin „Lila Bäcker“-Insolvenzverwalter nach Sturz mit E-Bike gestorben
Nachrichten Berlin „Lila Bäcker“-Insolvenzverwalter nach Sturz mit E-Bike gestorben
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10:04 28.06.2019
Der Berliner Jurist Rolf Rattunde ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
Berlin

Der Berliner Jurist Rolf Rattunde ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 62 Jahren an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Das gab die Kanzlei Leonhardt Rattunde in einer Traueranzeige auf ihrer Webseite bekannt. Auf Anfrage wurde am Donnerstag bestätigt, dass der Rechtsanwalt und Notar vor rund einer Woche im Stadtteil Zehlendorf mit einem E-Bike gestürzt war. Zuerst hatten die Zeitungen „B.Z.“ und „Bild“ (online) über den Tod Rattundes berichtet.

Auch als Insolvenzverwalter bei Suhrkamp tätig

Rattunde befasste sich als Insolvenzverwalter mit mehreren über Berlin hinaus beachteten Fällen - zuletzt etwa mit der Insolvenz der Bäckereikette „Lila Bäcker“. Auch bei den Insolvenzen des Bahn-Konkurrenten Locomore und des Suhrkamp-Verlags war er tätig.

Bewusstlos auf dem Gehweg gefunden

Nach Angaben der Polizei fanden Passanten den 62-Jährigen am 20. Juni abends auf dem Gehweg der Argentinischen Allee – bewusstlos, mit einer Platzwunde am Kopf und neben seinem E-Bike. Rettungskräfte reanimierten ihn und brachten ihn ins Krankenhaus. Die Ursache des Unfalls ist laut Polizei noch unklar.

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„Wir verlieren einen brillanten Juristen, wunderbaren Chef, Kollegen und Partner, vor allem aber einen großartigen und humorvollen Menschen“, erklärte die Kanzlei, die mehrere Standorte in Deutschland hat. „Wir werden die zahlreichen von ihm betreuten Insolvenzverfahren wie auch die gesamte Kanzlei in seinem Sinne fortführen.“

Erst vor wenigen Tagen Sanierungskonzept für Lila Bäcker vorgestellt

Noch am 10. Juni hatte Rattunde mitgeteilt, die insolvente Bäckereikette „Lila Bäcker“ solle künftig 252 Filialen betreiben und rund 2000 Mitarbeiter beschäftigen. Nach Abschluss der Verhandlungen mit den Betriebsräten sollen 152 Filialen endgültig geschlossen sowie rund 430 Mitarbeitern gekündigt werden. Nur so könne der „Lila Bäcker“ in Zukunft wieder erfolgreich wirtschaften. Die Geschäftsführung bleibe im Amt und führe das Unternehmen in Abstimmung mit der Insolvenzverwaltung.

„Die Banken sind nur bereit, die überschuldete Bäckereikette weiter zu finanzieren, wenn wir dieses Sanierungskonzept umsetzen“, erklärte Rattunde. Danach wollten sie das entschuldete Unternehmen kaufen. Ein weiterer potenzieller Investor habe sein Angebot Ende voriger Woche zurückgezogen.

Die Standorte Neubrandenburg und Pasewalk sollen den Plänen zufolge künftig die gesamte Produktion übernehmen, während die bisherige Produktionsstätte Dahlewitz (Teltow-Fläming) nur noch Logistikstandort sein soll.

Die Bäckereikette, die zunächst in Mecklenburg-Vorpommern tätig war und später nach Süden ins Land Brandenburg expandierte, hatte im Januar 2019 Insolvenz angemeldet. Das Verfahren war im April eröffnet worden.

Von Gisela Groß

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