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Berlin Mit Techno gegen Rechtspopulisten
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20:15 27.05.2018
Demonstranten protestieren auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor gegen eine Demonstration der AfD. Quelle: Britta Pedersen
Berlin

Techno-Sound, Flöße auf der Spree, Partystimmung: Tausende Gegner der AfD haben eine Demonstration der Rechtspopulisten durch das Berliner Regierungsviertel mit friedlichem Protest und einem Politik-Happening begleitet.

Rund 5000 AfD-Anhänger aus mehreren Bundesländern versammelten sich am Sonntag am Hauptbahnhof und zogen zum Brandenburger Tor. Die befürchteten Zusammenstöße mit Linksautonomen blieben aus. Zu den Gegendemonstrationen kamen nach Polizeiangaben 25 000 Menschen.

Versammlungsfreiheit für alle

Die Polizei hatte schon früh angekündigt, dass sie das Versammlungsrecht durchsetzen werde - auch gegen AfD-Gegner. „Die Versammlungsfreiheit steht allen zu“, sagte ein Polizeisprecher. Doch der Protest blieb friedlich und war ein wenig wie Karneval.

Bei der AfD-Demonstration im Berliner Regierungsviertel warnten führende Politiker der AfD vor einer “Islamisierung“ Deutschlands.

Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen ging mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf ins Gericht, nannte sie eine „Hohepriesterin des Zynismus der Macht“. Mit ihrer Flüchtlingspolitik werde „Deutschland buchstäblich hergeschenkt“. Co-Vorsitzender Alexander Gauland sagte, die etablierten Parteien „lieben die Fremden, nicht uns, nicht euch, nicht die Deutschen.“

fD-Bundessprecher Alexander Gauland während der Demonstration mit dem Motto "Zukunft für Deutschland" am Brandenburger Tor. Quelle: dpa

Bundesvorstandsmitglied Beatrix von Storch sagte bei der Auftaktkundgebung vor mehr als 2000 Anhängern: „Die Herrschaft dieses Islam in Deutschland ist nichts anderes als die Herrschaft des Bösen“. Über den Fußball-Nationalspieler Mesut Özil sagte sie: er sei „trotz seines deutschen Passes kein Deutscher“, weil er die Nationalhymne nicht singen wolle und sich mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen habe.

Die Auftaktkundgebung lief ohne Störungen durch linke Gruppen, die an anderen Orten in der Innenstadt gegen die AfD demonstrierten. Ähnlich wie bei Kundgebungen des islamfeindlichen Pegida in Dresden wurde immer wieder „Merkel muss weg“ gerufen.

Noch vor Beginn der Reden forderte die Polizei auf Geheiß der Veranstalter eine ältere Berlinerin zum Verlassen des Platzes auf. Sie stand alleine unter den AfD-Anhängern und hielt ein Schild mit der Aufschrift „A bartig, f ies, Dämlich“ hoch. Die AfD-Demonstration stand unter dem Motto «Zukunft für Deutschland». Sie sollte am späten Nachmittag mit Reden der Parteivorsitzenden Jörg Meuthen und Alexander Gauland vor dem Brandenburger Tor enden.

Die Polizei trennte die beiden Lager. Quelle: dpa

Die Polizei hatte den Platz abgeriegelt, Gegendemonstranten aber in Sichtweite gehalten, die sich lautstark äußerten. Immer wieder wurden aus der AfD-Demonstration heraus Rufe gegen Merkel, Flüchtlinge und Ausländer laut.

"Berlin bleibt bunt" steht auf einem Schild, das eine Demonstrantin im Bereich Siegessäule/Hansaplatz in der Hand hält. Zahlreiche Menschen wollen in Berlin gegen eine Demonstration der AfD protestieren. Quelle: dpa-Zentralbild

Gegendemonstranten an verschiedenen Orten

Bei bestem Sommerwetter hatten sich die Gegendemonstranten an verschiedenen Orten versammelt. Vor dem Reichstagsgebäude trafen sich das Berliner Bündnis gegen Rechts und die Initiative Aufstehen gegen Rassismus. Ganz in Silber und Gold verlief eine «Glänzende Demonstration» von Künstlern über Unter den Linden zum Pariser Platz am Brandenburger Tor.

Ein von der Berliner Clubszene organisierter Umzug von rund 30 Musikwagen zog über die Siegessäule zur Straße des 17. Juni. “AfD wegbassen“ hieß das Motto der lautstarken Karawane, die sich teilweise entlang der Strecke der einstigen Berliner Loveparade bewegte. “Bass statt Hass“, “Schabernack gegen Nazikack“ und “Hier marschiert der rationale Widerstand“ war auf Plakaten zu lesen.

Protest gegem die AfD-Demo. Quelle: dpa

Auch am Potsdamer Platz und in der Nähe des Hauptbahnhofs trafen sich Techno-Fans, um ihren Protest mit Musik zu äußern. Die Organisatoren sprachen von 10 000 Teilnehmern allein an der Straße des 17. Juni. Rund 20 Boote waren auf der Spree unter Elektromusik von Berlin-Friedrichshain in Richtung Hauptbahnhof gefahren. “Nie wieder braune Soße“ war auf einem Floß zu lesen.

Am Ende dröhnte am Brandenburger Tor dann auch noch David Hasselhoff aus dem Lautsprechern und ließ den Hit des “Baywachtch“-Stars “Looking for Freedom“ laufen - gegen die wummernden Bässe der Gegendemonstranten in der Ferne.

Von MAZonline/epd/dpa

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