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Berlin Die Wissenschaftler von Adlershof schlafen schlecht – liegt es am Pendeln?
Nachrichten Berlin Die Wissenschaftler von Adlershof schlafen schlecht – liegt es am Pendeln?
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14:34 10.09.2019
Vor allem Pendler leiden unter Schlafproblemen. Quelle: dpa
Berlin

Das tägliche Pendeln belastet die Beschäftigten in Berlin Adlershof, Deutschlands größtem Wissenschafts- und Technologiestandort. Außerdem sind viele von ihrer Arbeit so gestresst, dass sie schlecht schlafen.

Gut die Hälfte vom Pendeln genervt

57,4 Prozent der befragten Mitarbeiter erleben die tägliche Fahrerei als Belastung. Rund 30 Prozent der Beschäftigten zeigen außerdem ein auffälliges Schlafverhalten. Das geht aus dem „Adlershof-Barometer“ der Techniker Krankenkasse, Wista Management GmbH und dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) hervor. Die Studie wurde am Dienstag in Berlin vorgestellt und fasst die Ergebnisse einer Befragung des „Gesundheitsnetzwerk Adlershof“ unter den fast 20.000 Beschäftigten in Adlershof zusammen.

Die Beschäftigten aus Berlin und Brandenburg leiden besonders unter dem Pendeln. Mehr als zwei Drittel (67,8 Prozent) benötigt mehr als eine halbe Stunde bis über eine Stunde von und nach Adlershof. Ein Drittel der Mitarbeiter schläft nach eigenen Angaben schlecht. 70 Prozent der Befragten würden gerne manchmal an einem Arbeitstag Zeit für einen Mittagsschlaf finden. Beschäftigte mit flexiblen Arbeitszeiten hatten nach ihren Angaben weniger Schlafprobleme als Mitarbeiter mit festen Arbeitszeiten.

Mitarbeiter eigentlich gesundheitsbewusst

Die Studie stellt außerdem fest, dass viele Beschäftigte des Standorts trotzdem sehr gesundheitsbewusst sein. Mehr als zwei Drittel machen Sport. Sie bewegen sich entweder mindestens 150 Minuten in der Woche mäßig oder betreiben sogar durchschnittlich 75 Minuten in der Woche anstrengendes Training. Und mehr als ein Drittel der Befragten isst täglich mindestens drei Portionen Obst und Gemüse.

Die TK-Chefin in Berlin und Brandenburg, Susanne Hertzer, sieht in der Studie eine Bestätigung für den Aufbau eines betriebsübergreifenden Gesundheitsnetzwerkes Adlershof. „Die Arbeitswelt stellt Mitarbeiter und Führungskräfte immer wieder vor neue Herausforderungen“, sagt Hertzer.

Große Stichprobe

An der Befragung von Februar bis Mai hatten insgesamt 1067 Beschäftigte teilgenommen. In Adlershof sind derzeit 1044 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen ansässig, in denen rund 20.000 Menschen tätig sind.

Das Problem des Pendelns betreffe nicht nur die Mitarbeiter von Adlershof. „Im Prinzip ist es ein Spiegelbild der heutigen Arbeitswelt“, sagte eine TK-Sprecherin. Es sei damit zu rechnen, dass es gesundheitlich anderen Arbeitnehmern ähnlich ergehe.

Von Rüdiger Braun

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