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14:20 31.10.2018

Diese Geld-Anlagen lohnen sich (nicht)

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Das sagt unsere Expertin Stephanie Heise (Bereichsleiterin Verbraucherfinanzen und Mitglied der Geschäftsleitung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen): „Crowdinvesting oder auch Schwarmfinanzierung bietet die Möglichkeit, über Internetplattformen kleinere Geldbeträge in Start-ups oder Projekte zu investieren. Doch da immer das Risiko des Totalverlusts besteht, ist diese Anlageform nur etwas für Menschen, die Spielgeld übrig haben. Zudem wird aus Verbraucherschutzsicht das Ausfallrisiko nicht immer angemessen honoriert. Die gebotenen Zinsen sind meist nicht so hoch, dass sie Totalverluste aus anderen Investments ausgleichen könnten. Anteile zu kaufen wäre für Anleger vorteilhafter. Das ist aber selten möglich, da aufgrund bestimmter Regelungen im Kleinanlegerschutzgesetz beim Crowdinvesting vorwiegend Nachrangdarlehen genutzt werden. Grundsätzlich sollten Anleger hier breit streuen und ihr Geld lieber auf viele Unternehmen verteilen. Das reduziert das Risiko. Nach Schätzungen nutzen erst etwa 2 Prozent der Anleger Crowdinvesting. Doch das Interesse wächst. Zuletzt lagen Start-ups im Trend, die sich mit Immobilien oder erneuerbaren Energien befassen. Wichtig ist, sich vor jeder Investition über die jeweiligen Geschäftsmodelle und Branchen zu informieren. Allein die Prüfung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ist nicht aussagekräftig genug. Diese prüft Verkaufsprospekte vor allem auf Vollständigkeit, aber nicht die Tauglichkeit des Geschäftsmodells.“

Quelle: dpa

Das sagt unser Experte Hans-Lothar Merten (Autor von „Schöner Schein – Hinter den Kulissen der Kunstbranche“, Midas-Verlag): „Wer in Kunst investieren will, sollte sich auskennen, denn 20 bis 50 Prozent der angebotenen Objekte sind gefälscht. Der Kunstmarkt ist ein Spekulationsmarkt mit eigenen Gesetzen und Qualitätskriterien. Höhere Renditen werden immer dann erzielt, wenn Sammler in einen Künstler investieren, bevor er ‚heiß‘ gehandelt wird. Im Gegensatz zum Aktienmarkt, wo Insidergeschäfte unter Strafe stehen, darf Insiderwissen auf dem Kunstmarkt zum eigenen Vorteil genutzt werden. So können Sammler, die Einblick in die Ankaufs- und Ausstellungspolitik von Museen haben, ihr Kauf- beziehungsweise Verkaufsverhalten darauf ausrichten. Mit enormem Geldeinsatz haben Finanzjongleure zuletzt dazu beigetragen, dass vor allem die Preise für zeitgenössische Kunst gestiegen sind. Wie auf den Finanzmärkten bauen sie ,Positionen‘ auf, indem sie gezielt in mehrere Künstler investieren, um so deren Preise in die Höhe zu treiben. Geht die Rechnung auf, entledigen sie sich ihrer Kunstobjekte und streichen den Profit ein, um das Spiel erneut zu beginnen. Längst haben sie neue Künstler im Visier. Doch nicht nur Anleger mit viel Geld können Kunst nutzen. Zum Einstieg reichen schon 5000 bis 10 000 Euro. Mit etwas Glück macht man ein Geschäft, etwa beim Kauf von Druckgrafik. Denn während die Originale bedeutender Künstler für Millionenbeträge gehandelt werden, kosten ihre Druckeditionen nur einen Bruchteil – haben aber Wertsteigerungspotenzial.“

Quelle: dpa
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