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Nachrichten Digital Das Motorola One Vision im Test
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13:04 29.05.2019
Mit dem Format von 21:9 ist das Motorola One Vision relativ schlank und lang. Quelle: Arne Immanuel Bänsch/dpa
Berlin

Kneipenfotos sind dunkel, Fotos von nächtlichen Straßen sind dunkel – generell: Fotos im Dunkeln sind eher kein Hingucker. Außer natürlich, man hat ein sündhaft teures Smartphone mit Nachtmodus für die Kamera. Oder Motorolas neues One Vision.

Mit dem One Vision will Motorola eine neue Smartphone-Linie etablieren. Elegant, technisch auf der Höhe, ein bis zwei herausragende Elemente und ein überraschend niedriger Preis. Knapp 300 Euro verlangt Motorola für das Smartphone im langen 21:9-Format in wahlweise funkelnd blauer oder brauner Glashülle.

Betriebssystem ist Android 9 – mit Aussicht auf Versionen 10 und 11

6,3 Zoll misst das Display des One Vision. Es nimmt nahezu die gesamte Vorderseite ein, abgesehen von einem kleinen Streifen unten und einem recht großzügigen Stanzloch für die Kamera. Mit einer Auflösung von 2520 mal 1080 Pixel ist das One Vision vergleichsweise schlank und lang.

Im Innern steckt Samsungs Prozessor Exynos 9609 mit acht Kernen, dazu 4 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und 128 GB Festspeicher. Dazu gibt es das aktuelle Android 9 ohne unnütze Zusatz-Apps, dafür aber mit regelmäßigen Sicherheitsupdates für drei Jahre. Motorola verspricht auch noch die nächsten beiden Android-Versionen 10 und 11. Möglich macht das die Teilnahme am Programm Android One.

Herzstück des Motorola One Vision ist die Kamera

Auch wenn Motorola beim One Vision auf nahezu reines Google-Android setzt, gibt es doch einige Moto-Besonderheiten wie die Gestensteuerung oder das Abrufen von Funktionen wie Taschenlampe oder Kamerawechsel per Schüttelbewegung.

Mit der Kamera des One Vision will Motorola punkten. Das Duo hat einen Sensor mit 48 und einen mit 5 Megapixeln. Quelle: Arne Immanuel Bänsch/dpa

Herzstück des One Vision ist – neben dem großen Display – die Kamera. 48 Megapixel (MP) löst der Hauptsensor auf, die zweite Kamera mit 5 MP erfasst nur Tiefeninformationen. Der große Sensor nutzt einen derzeit beliebten Trick: Für Fotos rechnet er jeweils vier Pixel zu einem zusammen und erstellt daraus ein Foto mit 12 MP. Der Vorteil: mehr Licht und weniger Bildrauschen.

Nachtmodus ermöglich ansehnliche Bilder

Dazu nutzt die Kamera noch jede Menge Software zur Bildoptimierung oder für Effekte. Da ist zum Beispiel der schon erwähnte Nachtmodus. Er ermöglicht – nach einigen Sekunden Nachbearbeitung – ansehnliche Bilder auch in dunklerer Umgebung. Fotofreunde können außerdem noch kleine Cinemagramme, also Fotos mit bewegten Elementen, erstellen, einzelne Farben betonen oder Objekte im Bild freistellen. Der Videomodus bietet maximal 4K-Auflösung (3840 zu 2160 Pixel) bei 30 Bildern pro Sekunde. Dazu gibt es die Modi Zeitraffer und Zeitlupe.

Wer will, kann außerdem die Software noch weitere Optimierungen erledigen lassen. Etwa Bilder automatisch nach der Drittel-Regel zuschneiden und nach idealen Proportionen ausrichten lassen. Oder man lässt die Kamera bei erkanntem Lächeln automatisch auslösen.

Viel Telefon für 299 Euro

Per Google Lens wird das One Vision zur Erkennungsmaschine und findet etwa Shoppingangebote für abgefilmte Objekte oder Informationen zu Sehenswürdigkeiten. Das klappt noch nicht immer gut, aber zunehmend besser.

Ab Werk wird das Motorola One Vision mit Android 9 ausgeliefert. Quelle: Arne Immanuel Bänsch/dpan

Viel Telefon also für 299 Euro. Doch an manchen Stellen bemerkt man feine Unterschiede zu ähnlich eleganten Modellen höherer Preisklassen. Die Kameraaussparung etwa ist deutlich größer als bei Samsungs Galaxy S10 oder dem Honor 20. Durch das verwendete LCD-Display scheint selbst im Always-on-Modus, bei dem auf dem sonst inaktiven Bildschirm etwa Uhrzeit, Akkustand und Benachrichtigungen angezeigt werden, deutlich die Hintergrundbeleuchtung durch, so dass der Schirm eher grau als schwarz erscheint.

Lesen Sie hier:
Nokia 3210, T9 und die ersten Smartphones: Die Meilensteine der Handy-Historie

Leistungsmäßig gibt es hingegen nichts zu meckern: Mal abgesehen von der Gedenksekunde für die Bildernachbearbeitung hält der Exynos-Prozessor das One Vision gut auf Touren. Die 128 Gigabyte Speicher sind gut bemessen, selbst ohne zusätzliche Speicherkarte. Und die Kamera leistet für ein Smartphone dieser Preisklasse gute Arbeit und bietet neben dem recht ordentlichen Nachtmodus auch noch weitere schöne Funktionen. Zum vollendeten Glück fehlt jetzt eigentlich nur noch ein Zoom-Objektiv.

Von RND/dpa

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