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Digital Energieverbrauch: Ist das Internet ein Klimakiller?
Nachrichten Digital Energieverbrauch: Ist das Internet ein Klimakiller?
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11:48 21.03.2019
Die Welt wird immer digitaler – was aber auch reichlich Energie kostet. Quelle: ANSA/AP
Paris

Die digitale Welt hinterlässt tiefe Spuren in der Realität: Forscher des französischen Think-Tanks The Shift Project haben im Auftrag von Frankreichs Regierung berechnet, dass Smartphones, Computer und Rechenzentren immer mehr Energie verbrauchen – was zulasten des Klimas geht.

Mittlerweile sind die vernetzten Geräte demnach für knapp 3 Prozent des globalen Energieverbrauchs verantwortlich – Tendenz steigend. Jährlich nehme der Energiehunger der digitalen Welt um etwa 9 Prozent zu, schreiben die Wissenschaftler des Shift Projects. Dieses wird von der staatlichen französischen Entwicklungsagentur unterstützt und hat sich dem Ringen um eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung verschrieben.

Den aktuellen digitalen Techniken stellen die Wissenschaftler dabei kein gutes Zeugnis aus: Während weltweit der Energieverbrauch im Verhältnis zur Produktivität um etwa 1,8 Prozent jährlich zurückgehe, steige er im digitalen Bereich um 4 Prozent pro Jahr. „Diese Entwicklung konterkariert die Klimaziele von Paris“, heißt es in der Studie. Berücksichtigt wurden für die Berechnung sowohl die Herstellungskosten als auch der Verbrauch von Rechenzentren, Netzwerken, Computern und Smartphones.

Dass Elektronik immer effizienter wird, ändert daran nach Einschätzung der Wissenschaftler wenig. Stets kommen auch neue Nutzungsmöglichkeiten hinzu, zum Beispiel das Streamen von Videos – was immer populärer wird. Den Stromverbrauch von Rechenzentren und Netzwerken eingerechnet verbraucht das Streaming eines zehnminütigen Videos auf Youtube den Berechnungen zufolge so viel Strom wie ein durchschnittlicher Herd in fünf Minuten.

In diese Richtung deuten auch die Forschungsergebnisse von Friedemann Mattern: Der Wissenschaftler von der ETH Zürich geht davon aus, dass die Technik zwar effizienter wird, aber die Leistung im gleichen Maße zunimmt und der Stromverbrauch deshalb konstant bleibt. „Ein PC braucht heute pro Minute beinahe so viel Strom wie die ersten ,Homecomputer‘ vor gut 30 Jahren, die tausendmal langsamer waren“, sagt Mattern.

Immer mehr Endgeräte

Auch die steigende Zahl an Elektronikgeräten ist laut den Shift-Project-Forschern eine Triebkraft hinter dem Energieverbrauch. So erwarten sie einen Anstieg der weltweit genutzten Smartphones von vier Milliarden im Jahr 2017 auf 5,5 Milliarden im Jahr 2020. Das boomende Internet der Dinge – also unter anderem Smarthomes – tue sein übrigens, sodass durchschnittliche Verbraucher in den USA statt heute etwa neun im Jahr 2021 zwölf Endgeräte besitzen. Für Europa ist eine ähnliche Zunahme prognostiziert.

Der steigende Stromverbrauch hat den Forschern zufolge gravierende Auswirkungen auf das Klima: Schon jetzt gehen mehr CO2-Emissionen auf das Konto von Internet und Co als auf Flugreisen. Und bis 2030 könnte der Anteil von jetzt etwa 3,7 Prozent am weltweiten Treibhausgasausstoß auf 8 Prozent steigen – womit das Internet auch Autos und Motorräder als Klimakiller ablösen würde.

Allerdings weisen die Autoren explizit daraufhin, dass die Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind: Global wird der Stromverbrauch digitaler Technik nicht explizit erfasst. Die Studie fußt deshalb auf Modellrechnungen, in die unterschiedliche Statistiken von Staaten und Herstellern eingeflossen sind. Weitere Studien anderer Autoren deuten aber in eine ähnliche Richtung.

Von RND/hö

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