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Digital Instagram veröffentlicht Leitfaden für Eltern
Nachrichten Digital Instagram veröffentlicht Leitfaden für Eltern
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14:50 03.03.2019
Eltern sollen sich mit ihren Kindern über Instagram unterhalten. Quelle: AP Photo/Damian Dovarganes
Hamburg

Das Scrollen sorgt für Zoff – zumindest manchmal. Die Nutzung von Social Media wie Whatsapp oder Instagram führt bei 6 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen zu Streit mit den Eltern, wie eine Umfrage der Forsa Gesellschaft aus dem Jahr 2017 zeigt. Nur 38 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, dass die Nutzung von Social Media bei ihnen zu Hause nie zu Konflikten führt. Je jünger die Kinder, desto häufiger kracht es. Verbringen die Kinder zu viel Zeit am Bildschirm? Oder mangelt es den Eltern an Verständnis?

„Die aktuelle Elterngeneration zieht die ersten Digital Natives groß“, sagt Mathilde Burnecki, Strategic Partner Manager bei Instagram. „Bei Instagram haben wir gemerkt, dass Eltern Fragen haben.“ Antworten soll der sogenannte Parent’s Guide liefern. Auf Englisch etwa gibt es den Leitfaden für Eltern schon seit einiger Zeit, nun auch in Deutschland. „So sprichst du mit deinem Teenager über Insta­gram: Ein Leitfaden für Eltern“ lautet der Titel in der deutschsprachigen Version.

Eltern mit ins Boot holen

Wer Instagram schon sehr gut kennt, wird darin wenig Neues finden. Aber für neue Nutzer oder solche, die sich noch nicht die Mühe gemacht haben, tief in die Einstellungen von Instagram einzutauchen, könnte die eine oder andere Funktion durchaus hilfreich sein. So erklärt der Instagram-Leitfaden für Eltern zum Beispiel, wie man ein Konto auf privat stellt oder Kommentare und Konten blockt. Ein anderer Abschnitt widmet sich der Zeitverwaltung und zeigt, wie man etwa Pushbenachrichtigungen stumm schaltet. Welche Entscheidungen Eltern und Kinder dabei treffen sollen – ob etwa ein öffentliches oder ein privates Konto besser ist -, dazu gibt Instagram keine direkten Empfehlungen. Der Parent’s Guide ist im Ton neutral gehalten.

Teenager sollten auf Instagram sehr positive Erfahrungen machen, sich wohlfühlen, sagt Burnecki. „Da ist es unabdinglich, dass die Eltern mit ins Boot geholt werden und wissen, was ihre Kinder auf der Plattform tun.“ Eltern sollten ein Verständnis für die Nutzung von Instagram entwickeln. „Sie können dann beispielsweise gemeinsam mit ihren Kindern Schritt für Schritt die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten durchgehen“, sagt Burnecki. Zu wissen, dass ihr Kind die Möglichkeit habe, zum Beispiel bestimmte Kommentare zu blockieren, gebe den Eltern auch eine gewisse Sicherheit.

Instagram Parent’s Guide

Der Leitfaden gliedert sich im Prinzip in drei Teile. Im ersten Teil geht es um die Privatsphäreverwaltung. Hier erfahren Eltern zum Beispiel, wie man ein Instagram-Konto auf öffentlich oder privat stellen kann oder was der Aktivitätsstatus ist. Den zweiten Teil bildet der Komplex Interaktionen verwalten. Darin wird den Eltern beispielsweise erklärt, wie das Kind entscheidet, wer seine Beiträge kommentieren darf. Zudem wird unter anderem erklärt, wie man Inhalte und Kommentare filtern kann und eine eigene Liste mit Wörtern oder Emojis erstellt, die in den Kommentaren nicht auftauchen sollen. Der dritte Teil des Instagram-Leitfadens dreht sich um die Zeitverwaltung. Dazu gehören zum Beispiel Funktionen wie Aktivität anzeigen, tägliche Erinnerungen festlegen oder Pushbenachrichtigung stumm schalten.

Im Vergleich zu anderen Netzwerken, wo der Ton schnell rau wird, gilt die Fotoplattform bei vielen als freundlicher, schöner – manche würden sogar sagen, zu perfekter – Ort. „Wir wollen das netteste und inklusivste Netzwerk sein“, formuliert Burnecki den eigenen Anspruch.

Doch auch Instagram hat Schattenseiten. Auch hier gibt es Mobbing, fiese Kommentare, verstörende Bilder. Um den eigenen Account davon frei zu halten, können Nutzer zum Beispiel Kommentare und Konten, aber auch Fotos oder Videos melden, die Belästigung oder Mobbing darstellen. „Diese Meldungen sind komplett anonym; wir teilen die Informationen deines Kindes nicht mit der gemeldeten Person“, heißt es dazu im Parent’s Guide. Doch im Prinzip bedeutet das auch, dass die Nutzer selbst aktiv werden und sich kümmern müssen. Manchmal aber muss man Nutzer – und vielleicht gerade Teenager – auch vor sich selbst schützen.

Künstliche Intelligenz hilft Instagram

Anfang des Jahres spricht Ian Russell öffentlich über den Tod seiner Tochter: Er glaube, dass Instagram dabei eine Mitschuld treffe. Die 14-jährige Molly wurde 2017 tot aufgefunden. Ihre Familie fand später heraus, dass sie sich in sozialen Medien unter anderem Bilder von Selbstverletzungen angeschaut hatte. Der britische Gesundheitsminister, Matt Hancock, forderte soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram daraufhin zum Handeln auf.

Instagram reagierte und passte seine Gemeinschaftsrichtlinien an. So sind explizite Bilder zur Selbstverletzung zukünftig verboten, nicht explizite, wie von verheilten Wunden, dagegen erlaubt. „Ich möchte vorsichtig sein, denn es besteht ein Spannungsverhältnis zwischen schnellem und verantwortungsvollem Handeln“, sagte Instagram-Chef Adam Mosseri dem „Telegraph“ dazu Anfang Februar. Instagram will Menschen, die Hilfe brauchen, Unterstützung bieten und sie auch nicht stigmatisieren, andererseits muss das Netzwerk aber eben auch beachten, wie diese Bilder auf nicht betroffene Personen wirkten.

Bei der Umsetzung hilft eine künstliche Intelligenz (KI). Eine Machine-Learning-Technologie sorgt dafür, dass die entsprechenden Inhalte auf der Plattform nicht mehr sichtbar werden. Die Beiträge, die sie findet, werden dann an ein sogenanntes Community Operations Team geschickt. Das prüft 24 Stunden am Tag in 40 Ländern einzelne Beiträge und entscheidet, ob der Inhalt gegen die Richtlinien verstößt. Auch beim Thema Mobbing setzt Instagram auf die Unterstützung einer KI. Denn Mosseri selbst sagt, dass „viele Menschen, die Mobbing erleben oder beobachten, dies nicht melden“. Im vergangenen Oktober stellte die Plattform eine künstliche Intelligenz vor, die Mobbing auf Fotos und in den Bildunterschriften erkennt und dann zur Beurteilung weiterleitet.

Von Anna Schughart/RND

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