Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Digital Mehr Auswahl in Android – aber Google lässt Rivalen zahlen
Nachrichten Digital Mehr Auswahl in Android – aber Google lässt Rivalen zahlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:54 04.08.2019
Ein Schild mit der Aufschrift „Google“ hängt vor einem Schulungsraum der Firma in Rennes, Frankreich. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Brüssel

Google will konkurrierende Suchmaschinen bezahlen lassen, wenn Nutzer in Europa sie bei der Einrichtung von Android-Geräten als Alternative auswählen. Der Internet-Konzern kündigte ein Auktionsverfahren als Lösung für den Vorwurf der EU-Kommission an, dass er unfairen Wettbewerb betreibe. Die Behörde hatte im vergangenen Jahr wegen des Geschäftsmodells beim Android-Betriebssystem eine Strafe von 4,34 Milliarden Euro gegen Google verhängt. Die alternativlos vorinstallierte hauseigene Websuche des Konzerns war dabei ein zentraler Kritikpunkt.

Von Anfang 2020 an sollen Nutzer in Europa bei der Einrichtung eines Android-Geräts neben Google auch drei weitere Suchmaschinen zur Auswahl angeboten bekommen. Wer das sein wird, soll in einem Auktionsverfahren mit geschlossenen Geboten entschieden werden, erläuterte der Internet-Konzern am Wochenende. Die vier Suchmaschinen sollen in der Liste nach dem Zufallsprinzip angeordnet werden.

Auktion soll über Angebote entscheiden

Die Auktionen sollen einmal pro Jahr in jedem einzelnen Land der europäischen Wirtschaftsregion stattfinden. In ihrem Gebot sollen die Suchmaschinen den Preis nennen, den sie jedes Mal zu zahlen bereit sind, wenn ein Nutzer sich für ihren Dienst entscheidet. Sie bekommen dann monatlich eine Rechnung von Google und sollen nur zahlen, wenn die Nutzer ihren Dienst auswählen.

Lesen Sie auch:
Margrethe Vestager: Sollten wir Google und Co zerschlagen?

„Eine Auktion ist eine faire und objektive Methode, um festzulegen, welche Suchanbieter auf den Auswahlbildschirm kommen», erklärte der Internet-Konzern. Die Suchmaschinen könnten dabei selbst entscheiden, wie viel es ihnen Wert ist, in der Liste zu erscheinen. Die Auswahlliste soll nur auf Geräten mit vorinstallierter Google-Suche angezeigt werden.

EU zufrieden mit Google-Vorstoß

Die EU-Kommission zeigte sich in einer Reaktion zufrieden damit, dass Google den konkurrierenden Suchmaschinen die Möglichkeit zusagte, durch Deals mit Smartphone-Anbietern auch ihre Dienste auf Android-Geräten vorinstallieren zu lassen. „Das war vorher nicht möglich“, betonte die Behörde. Zugleich hieß es, die Kommission werde die Umsetzung der Auswahlliste und die Reaktionen anderer Marktteilnehmer auf das Verfahren aufmerksam beobachten.

Kritik von Wettbewerbern: Inakzeptabler Missbrauch

Googles Ankündigung stieß schnell auf Kritik bei mehreren Wettbewerbern. Die europäische Suchmaschine Qwant verurteilte den Plan, weil er „ein weiterer inakzeptabler Missbrauch der beherrschenden Stellung Googles“ sei. Qwant verwies unter anderem darauf, dass das vorgeschlagene Verfahren „Suchmaschinen offen stehen würde, die ihre Ergebnisse und Einnahmen von Google ableiten, wodurch eine inakzeptable Verzerrung und ein hohes Risiko der Manipulation, Ungleichheit und Untreue der Auktion entsteht“.

Der Chef der Suchmaschine DuckDuckGo, Gabriel Weinberg, kritisierte bei Twitter, dass mit nur vier Listenplätzen die Nutzer zu wenig Auswahl bekämen – und Google auf Kosten der Konkurrenten profitieren würde.

Mindestgebot für jedes Land

In dem Google-Plan ist auch eine Situation vorgesehen, in der andere Suchmaschinen auch kostenlos in die Liste kommen könnten. Die Wettbewerber müssen sich für eine Aufnahme in die Auswahl anmelden - und können dann auch darauf verzichten, ein Gebot abzugeben. Für jedes Land soll ein Mindestgebot festgelegt werden. Wenn es weniger als drei Google-Rivalen gibt, die das Mindestgebot einreichen, sollen die freien Platze in der Liste nach dem Zufallsprinzip mit den angemeldeten Diensten gefüllt werden, erläuterte der Konzern.

Lesen Sie auch:
Google schränkt Zusammenarbeit mit Huawei ein: Was bedeutet das für Nutzer?

Von RND/dpa

In der Debatte um die Auswertung von Nutzerdaten aus Sprachassistenten hagelt es erneut Kritik an Amazons Dienst Alexa. Einem Bericht zufolge sollen Zeitarbeiter teilweise von zu Hause aus Mitschnitte abhören und auswerten. In Polen wurde dies als „Telearbeit im ganzen Land“ beworben.

04.08.2019

Die Facebook-Apps Instagram und WhatsApp werden künftig mit dem Namenszusatz „Instagram von Facebook“ und „WhatsApp von Facebook“ versehen. Die Funktionsweise der Apps soll sich nicht ändern, der Schritt aber dennoch als politisches Signal verstanden werden.

03.08.2019

Am 3. August 1984 wurde die erste Mail in Deutschland empfangen. Was am Anfang recht holprig begann, ist 35 Jahre später nicht mehr wegzudenken. Das Jahr 2018 wurde dabei zum Rekordjahr.

02.08.2019