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Kultur Filmfestival „Moving History“ beginnt
Nachrichten Kultur Filmfestival „Moving History“ beginnt
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20:37 25.09.2019
Ehrengast bei der Festivaleröffnung war Marcel Ophüls, Regisseur der Doku „Novembertage 1990“, die am Abend nach einem Sektempfang gezeigt wurde. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Der filmische Spaziergang durch das Wendetagebuch einer Gesellschaft hat begonnen. Mit einem Sektkorkenknall eröffnete am Mittwochabend die Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek das „Moving History“ Filmfestival im Filmmuseum Potsdam. Schirmherrin des Festivals ist die viel ausgezeichnete Schauspielerin und Regisseurin Margarethe von Trotta.

Zur Eröffnung zeigte Festivalleiterin Ilka Brombach den Zuschauern, zu denen auch Oberbürgermeister Mike Schubert gehörte, den Film „Novembertage“ aus dem Jahr 1990. Die Geschichte des Film ist passend, um ein Festival zu beginnen, das zum 30. Jahrestag der Wende dokumentarische und fiktive Filme der Wendezeit zeigt.

Wie war das damals beim Mauerfall?

In „Novembertage“ geht nämlich Regisseur Marcel Ophüls an die Orte, die am 9. November 1989 im Fernsehen Geschichte schrieben. Er interviewt damalige Machthaber, Mitläufer, Funktionäre und Widerständler ebenso wie zufällig an der deutschen Geschichte Beteiligte. Die Dokumentation ist also ein früher Rückblick, den „Moving History“ 30 Jahre später mit seinem Filmprogramm macht.

Margarethe von Trotta ist Schirmherrin von „Moving History“. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Filme sind wohl lebendiger und auch gnadenloser als ein Tagebuch, wenn es darum geht, der Erinnerung der Zuschauer auf die Sprünge zu helfen. Die Frisuren, Jacken und so manche Aussage hat wohl der ein oder andere gerne vergessen. Regisseur Marcel Ophüls, der am Mittwochabend als Ehrengast geladen ist, nennt seine Dokumentation „in gewisser Weise eine Komödie. Aber eine schwarze“. Für ihn war der 9. November ein Freiheitsfest. Nach allen Filmvorführungen des Festivals stehen im Thalia Programmkino und im Filmmuseum Potsdam thematisch passende Gäste zur Diskussion bereit.

Blick in das kollektive Gedächtnis

Auch diejenigen, die zu jung sind um selbst den Mauerfall erlebt zu haben, können sich einen umfassenden Eindruck über die bewegende und Deutschland fundamental verändernde Zeit machen.

Zu Empfehlen sind dabei vor allem die für den mit 5000 Euro dotierten „Clio“, welchen Regina SchillingsKulenkampffs Schuhe“ aus dem Jahr 2018 gewonnen hat. Darin zeigt die Dokumentation den damaligen Showmaster Hans-Joachim Kulenkampff, der ganz Deutschland vor den Fernseher bannte. Er half den Menschen über traurige Themen wie den Krieg zu lachen.

Das gesamte Programm finden Sie hier.

Von Jan Russezki

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