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Kultur Anarchie und Amore
Nachrichten Kultur Anarchie und Amore
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00:27 11.03.2015
Parole „Randale“: Kraftklub-Frontmann Felix Brummer. Quelle: imago
Berlin

Mitten im Konzert macht Felix Brummer einen auf NSA. Die ausfahrbaren Leuchtwände über der Bühne erlischen, mit einer technisch aufgemotzten Taschenlampe beleuchtet der Sänger Gäste, die sich unbeobachtet fühlen. Blick in den Innenraum – „Ey, du im gestreiften Polohemd“ – der Lichtkegel fällt auf ein im zweiten Rang hockendes Grüppchen – „Ihr da oben, die ihr noch sitzt“. Sofort stehen alle auf wie Kinder, wenn‘s was zum Naschen gibt. Die Belohnung ist der nächste Hit, der „Unsere Fans“ heißt, Mainstream-Vorwürfe auf die Schippe nimmt und mit Augenzwinkern der eigenen Gefolgschaft huldigt.

Kraftklub spielen vor über 10 000 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle ein altes Spiel mit neuen Regeln. Massenanimation, ja klar, notfalls auch mit Konfetti und Feuerwerk, schließlich soll aus dem Abend eine kunterbunte Konzert-DVD entstehen - doch die Ideen sollen über den üblichen Schabernack und das Beantworten von „Seid Ihr gut drauf“-Fragen hinausgehen. Außerdem fabrizieren die fünf Chemnitzer weder Stadionrock noch Arenapop, sie unterlegen Hip Hop mit Indierock und das ist cool wie Hulle.

Der Show ist anzumerken, dass die Band auf dem Höhepunkt des bisherigen Erfolgs mit einem abgefeierten zweiten Album („In Schwarz“) das ganz große Ding drehen will. Dafür haben sie sich die entsprechende Vorband ausgepickt: Wanda aus Wien. Denen ist zuzutrauen, sehr bald Hallen ähnlicher Größe alleine zu füllen. Mit „Bologna“ haben sie bereits einen süchtig machenden Radiohit auf ihrem Konto , drei bis fünf ähnlich mitsummbare Stücke werden die Herren vorm Abrutschen ins Dispo schützen. Und wenn schon, zum Credo der Band gehört, dass es sich auch in der Gosse herrlich leben kann, so lang ein Fläschchen Wein und die schöne Holde in der Hand liegen.

Warum so viele Worte zur Vorband? Weil sie mit dafür sorgen, dass das Kraftklub-Experiment eines maximal unterhaltsamen Mehrzweckhallen-Konzertes gelingt – gerade weil sie ganz anders sind als die Chemnitzer. Sie zelebrieren Rotzlöffel-Pop mit Falko-Attitüde. Sänger Marco Michael Wand bezirzt und schmeichelt das Publikum, sein Slogan: „Amore“. Kraftklub-Frontmann Felix Brummer sagt, wo es langgeht und ätzt mit Sprachwitz gegen Mitlaufertum und Pseudo-Coolness, seine Message: „Randale“. Kurzum: Liebe vs. Anarchie.

Kraftklub selbst triumphieren sofort nachdem ihr Intro – „Back in Black“ von AC/DC - ausgespielt ist. Wer nicht mitmacht, wird mit der Taschenlampe dazu getrieben. Früher Höhepunkt: Kollektives Abfeiern der selbstironischen Hauptstadt-Hymne „Ich will nicht nach Berlin“. Dabei kapern die Rapper von KIZ die Bühne – auch Casper und wiederum Wanda haben noch Gastauftritte - und machen sich mit verändertem Refrain am Song zu schaffen: „Verpisst euch aus Berlin“. Einige Titel der Debütplatte „Mit K“ landen in einem Hit-Medley, das muss man erstmal schaffen fünf Jahre nach der Gründung und ein paar Monate nach dem zweiten Album.

Fast zwei Stunden, beinahe eine davon geht für Zugaben drauf, dauert das Spektakel. Zwischendurch schwimmen vier Kraftklub-Jungs gegeneinander vom hinteren Hallenrand über die Köpfe bis zur Bühne. Als der letzte Akkord verhallt, hinterlässt die Band eine feiernde Meute – auch dort, wo vorhin die Taschenlampe hinleuchtete.

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