Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Andreas Pflüger liest im MAZ-Media-Store
Nachrichten Kultur Andreas Pflüger liest im MAZ-Media-Store
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 02.12.2017
Andreas Pflüger. Quelle: Stefan Klüter
Potsdam

26 Tatorte hat er geschrieben, auch das Solidar­­nosc-Drama „Strajk“, das Volker Schöndorff verfilmt hat. Die Lesung am 30. November mit dem Thriller-Autor Andreas Pflüger im MAZ-Media-Store bildet den krönenden Abschluss unserer dreijährigen Lesereihe „Krimi live“.

Dass es sich bei Pflügers drittem Agententhriller um erzählerische Feinkost handelt, macht der Suhrkamp-Verlag, Deutschlands literarische Hochburg, schon durch die elegante Aufmachung deutlich. Der gelb eingefärbte Buchschnitt der Hardcover-Ausgabe „Niemals“ grenzt den Titel von der Dutzendware des Genres ab. Mit schlackelosen Sätzen zeigt der 60-Jährige seiner Zunft, dass ein überstrapaziertes Genre der Pop-Kultur allein durch die Sprache zum Funkeln gebracht werden kann. Auch wer Schießereien und Action nicht mag, kann Pflügers floskelfreie Beschreibungskunst, seine ausgekochte Dramaturgie, sein Faible für Präzision und den Sound seiner Prosa genießen. Poesie und Gewaltdarstellungen, Adrenalin- und Ruhephasen, Fantasie und Realität werden von diesem Autor eindrucksvoll ausbalanciert. Dabei muss der Leser nicht fürchten, einem Sadisten auf den Leim zu gehen. Pflüger pflegt einen exaltierten Blick auf das Leben. So verfügt er über ein außerordentliches Fachwissen über Waffen, befürwortet aber strenge Waffengesetze. Kürzlich im Interview mit „Spiegel Online“ verblüffte er sein Gegenüber mit einem mörderischen Satz: „Ich könnte Ihnen an Ihrem Körper fünf, sechs Stellen zeigen, wo man Sie töten könnte. Vielleicht könnte sogar ich Sie töten – aber nur, wenn Sie stillhalten.“ Der Autor sagte das, um zu unterstreichen, wie eingehend er sich mit dem menschlichen Körper beschäftigt hat, um die Einsätze seiner Hauptfigur Jenny Aaron glaubwürdig in Worten abzubilden.

Natürlich ist seine Detektivin eine Heldin der Superlative. Aaron ist blind, im Einsatz erblindet. Fünf Jahre später hat sie ungeahnte sinnliche Wahrnehmungsfähigkeiten ausgebildet, um den Dienst in der geheimen Sondereinheit wieder aufzunehmen. Mit der Ausgangssituation verlangt sich der Roman-Autor einiges ab. Und da er, wie gesagt, ein hervorragender Stilist ist, dürfen sich die Besucher der Lesung auf eine außerordentliche Begegnung freuen.

Andreas Pflüger stellt heute um 19 Uhr den Thriller „Niemals“ vor. MAZ-Media-Store, Friedrich-Ebert-Straße 85/86, Potsdam.

Von Karim Saab

Als Seuche der Schwulen galt Aids im Frankreich der Neunzigerjahre immer noch. Regisseur Robin Campillo bringt mit „120 BPM“ (Kinostart am 30. November) einen packenden Film über Not, Vorurteile und den Kampf der HIV-Infizierten um gesellschaftliche Anerkennung. In Cannes gab’s dafür den Großen Preis der Jury.

29.11.2017

Jäger der verlorenen Schatulle: In dem Steinzeitdrama „Der Mann aus dem Eis“ (Kinostart: 30. November) zieht Jürgen Vogel aus, um Rache für seine Familie zu fordern. Wie der echte Ötzi ums Leben kam, bleibt weiterhin unbekannt

30.11.2017

Die „Junge Philharmonie Brandenburg“ hat seinen Dirigenten verloren. Sebastian Weigle trat zurück, weil der Verband der Musik- und Kunstschulen das Jubiläumskonzert zum 25. Orchester-Geburtstag überraschend abgesagt hatte. Einen neuen, zeitweiligen Dirigenten gab es bereits: einen jungen „Echo“-Preisträger.

20.12.2017