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Kultur Brandenburger Künstler singen gegen die AfD an
Nachrichten Kultur Brandenburger Künstler singen gegen die AfD an
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14:38 15.08.2019
Die Eberswalder Sängerin Anja Neumann und die „Künstler mit Herz Brandenburg“. Quelle: Künstler mit Herz
Potsdam

Mit einem lässig-vergnügten Ohrwurm möchte die Initiative „Künstler mit Herz Brandenburg“ Wähler davon abhalten, bei den Landtagswahlen am 1. September die AfD zu wählen. Das Video ihres Songs „Wir nich!“ , das auf Youtube steht, wurde schon fast 9000 Mal angeschaut.

Mehr als 100 Brandenburger singen und tanzen darin vor der Kamera in fröhlicher, ausgelassener Stimmung. Überzeugungsarbeit leisten soll insbesondere der Text. Die Argumente werden von der Eberswalder Sängerin Anja Neumann, dem Frankfurter Musiker Thomas Strauch und einem Chor vorgetragen.

Ihre Botschaft lautet sinngemäß: Man verstehe ja jeden, der mit der Entwicklung im Land nicht einverstanden ist. Aber das Kreuz deshalb aus Protest bei der AfD machen? Denn in deren Parteiprogramm stehe doch, was die wollen und das könne doch keiner ernsthaft gut finden.

Vorbild aus München

Initiiert wurde die Aufnahme von den drei Theatermacherinnen Angela Hundsdorfer, Jule Torhorst und Florentine Schara. Angela Hundsdorfer betont: „Wir arbeiten parteiunabhängig und ohne finanzielle Unterstützung durch Stiftungen oder ähnliches.“

Vorbild ist das Lied „Mia ned!“ der Münchner Gruppe „Künstler mit Herz“ um den Kabarettisten Roland Hefter, das 2018 im tiefstem Dialekt vor der AfD warnte und millionenfach auf Facebook und Youtube geklickt wurde. Künstler aus Bremen und aus Sachsen haben die Idee bereits aufgegriffen und vor den Landtagswahlen ebenfalls Fassungen mit Lokalkolorit hergestellt.

„Das Land wird immer leerer“

„Mia ned!“ heißt im Brandenburger Dialekt „Wir nich!“. Großen Wert wird darauf gelegt, die Brandenburger in ihrem Frust abzuholen. Denn wer wählt AfD? „Oft sind‘s Leut‘, die denken/ und dit manchmal och zu recht / So wie’s läuft im Osten, läuft es eher ungerecht.“

Die rothaarige Anja Neumann greift zwischendurch auch mal zur Geige und singt dann wieder: „Das Land wird immer leerer / die Feuerwehr stirbt aus/ zum Doktor fährt man zwei, drei Stunden / das hältste echt kaum aus / Neue Nachbarn und Ideen werden deshalb sehr gesucht / aber Fremde woll‘n se nich, erst recht nich Menschen uff de Flucht.“

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