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Kultur Animierte Zisterzienser
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18:57 14.05.2019
Gern besucht: der Choriner Musiksommer. Quelle: Patrick Pleul/DPA
Chorin

Die Dauerausstellung im Kloster Chorin (Barnim) ist komplett. Als letzter Teil der Dokumentation soll am Freitag der Abschnitt „Geistlicher Alltag im mittelalterlichen Kloster Chorin“ eröffnet werden, teilte der kommunale Eigenbetrieb Kloster Chorin am Dienstag mit. Schwerpunkt sei die Darstellung des vielschichtigen religiösen Lebens einer Zisterziensergemeinschaft. Als Medium sei ein animierter Film gewählt worden, der plastisch erläutere, welche Rituale im Kloster in welchem Raum stattfanden. Die Ausstellungsteile „Klosterbau und Klosterwirtschaft“ sowie „Karl Friedrich Schinkel in Chorin“ wurden bereits 2017 eröffnet.

App zeigt digitale Rekonstruktion des Klosters

Zur Eröffnung des letzten Ausstellungsabschnitts wird auch Brandenburgs Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil (parteilos) erwartet. Informationen über das Kloster Chorin werden künftig auch digital per App angeboten. Die Apps „Sprechende Steine – Inschriften und Zeichen aus der Backsteingotik“ sowie „Kloster Chorin – 3D“, eine digitale Rekonstruktion des Klosters Chorin, sollen ebenfalls am Freitag vorgestellt werden.

Franziska Siedler, Leiterin des Klosters Chorin, in den Räumen der neuen Dauerausstellung. Das ehemalige Zisterzienser-Kloster im Landkreis Barnim hat als museale, kirchliche und kulturelle Einrichtung landesweite Bedeutung. Quelle: Patrick Pleul/DPA

Das rund 700 Jahre alte Kloster Chorin, das 1542 im Zuge der Reformation säkularisiert wurde, gilt als eines der wichtigsten Denkmäler der norddeutschen Backsteingotik. Mit jährlich rund 100.000 Besuchern ist Chorin einer der bedeutendsten kulturellen Anziehungspunkte in Brandenburg. Die historischen Gebäude sind Eigentum des Landes Brandenburg. Die Gemeinde Chorin betreibt und verwaltet das Ensemble als Eigenbetrieb.

Reisebericht des Architekts David Gilly machte auf Ruine aufmerksam

Aufgrund des Engagements des preußischen Baumeisters Karl-Friedrich Schinkel (1781–1841) für die Rettung der verfallenden Klosteranlage gilt Chorin auch als frühes Beispiel der preußischen Denkmalpflege. Die gotische Ruine sei ab 1797 durch einen Reisebericht des Architekten David Gilly (1748-1808) wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt, heißt es dazu auf der Internetseite des Klosters. Schinkel habe sich dann nach einem Besuch in Chorin 1816 für den Erhalt der Anlage eingesetzt und unter anderem eine Zwangsräumung der Klosterkirche veranlasst, in der der damalige Pächter des Geländes Schweine gehalten habe.

Von MAZonline