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Kultur Beifall und Buhrufe für Brecht-Stück beim Theatertreffen
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00:29 14.05.2018
Die Kulisse und die Haltung der Schauspieler ändert sich radikal: Bertolt Brechts „Trommeln in der Nacht“ von Regisseur Christopher Rüping. Quelle: Julian Baumann
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Berlin

Normalerweise behauptet das zeitgenössische Regietheater, einen alten Stoff in die Gegenwart zu hieven. Die Aufführung „Trommeln in der Nacht“ von den Münchner Kammerspielen ist eine der zehn bemerkenswerten Inszenierungen, die zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen wurden. Das Gastspiel wurde am Donnerstagabend mit Beifall, aber auch mit Buhrufen aufgenommen.

Regisseur Christopher Rüping ging einmal ganz anders an das Drama von Bertolt Brecht heran. Im ersten Bild orientiert er sich an der historischen Uraufführung, die 1922 in München stattfand. Theatergeschichtlich war das ein einschneidendes Ereignis, denn das Parkett war mit Spruchbändern geschmückt, auf denen der Satz „Glotzt nicht so romantisch!“ stand. Die Geburtsstunde des Epischen Theaters versuchte der junge Regisseur zunächst zu rekonstruieren, ehe er sich auf eine Zeitreise begibt.

Pappkulissen werden auf der Bühne geschreddert

Im Laufe der fünf Akte ändern sich die Haltungen der Schauspieler und auch das Bühnenbild radikal. Eine etwas unbestimmte Figur (Damian Rebgetz), die am Anfang den Journalisten Babusch mimt und später einen Kommentator und Unterhalter, bedient am Anfang ein altes Grammophon, später eine Jukebox und zum Schluss ein DJ-Pult. Und die Pappkulissen werden auf der Bühne geschreddert.

Trommeln in der Nacht“ war das zweite Stück von Bert Brecht, das er noch 1919 während der Münchner Räterepublik schrieb. Der Kriegsheimkehrer Murks muss sich zwischen Revolution und „weichem, breiten Bett“ entscheiden, nachdem er seine Verlobte nur mit Mühe wieder einem Kriegsgewinnler aussparen konnte. Der frühe Brecht entschied sich noch für das Bett, was dem älteren politisierten Brecht später peinlich war.

» Ausführliche Rezension am Samstag in der Märkischen Allgemeinen

Von Karim Saab

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