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Kultur Bigband und Bionade
Nachrichten Kultur Bigband und Bionade
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19:35 23.06.2013
Frieda Pickart von der Coverband Hello to Friday aus Dahme-Spreewald bei ihrem Auftritt am Samstag in Eberswalde. Quelle: KLAUS-DIETMAR GABBERT
EBERSWALDE

Joe ist ein Mann im fortgeschrittenen Alter, doch sein Gesicht ist rosig, grau an ihm ist nur die ärmelfreie Jacke. Viele kleine Taschen für viele kleine Schraubenzieher, doch Joe hat jetzt nur Noten im Gepäck. „Joe's Bigband“ aus Fürstenwalde (Oder-Spree) ist ein wacher Haufen, die Bläser dominieren, sie huldigen den Südstaaten der USA, wo eine Bigband, wenn man die Sache artgerecht betrachtet, natürlich hingehört. Passende Musik, um Bier zu trinken. In der Rechten einen Krug, mit der Linken wird geschnipst, die Eberswalder haben alle Hände voll zu tun. Ihre Stadt war von Freitag bis Sonntag BrandenburgsSound City“. Hier haben sich die Musik- und Kunstschulen des Bundeslandes zu ihrem inzwischen zehnten Festival getroffen, alle zwei Jahre wird es gefeiert.

Auf der Straßenseite gegenüber hat eine rosa eingerichtete Boutique eröffnet: „Moda Furiosa“, kühne Mode. Doch Joe gibt sich entschieden altmodisch, und er ist stolz darauf, die lässig schiefe Mütze lässt da keinen Zweifel. Ein dicker Mann mit Kind wendet sich von der Bühne ab. „Motörhead“ steht auf dem schwarzen Shirt, er mag es schwer und dunkel, Joe's Bigband klingt dem Mann zu aufgeräumt. Sieben Bühnen gibt es in der Stadt, 200 Veranstaltungen mit gut 2000 Musikanten – für jeden lässt sich etwas finden. Der dicke Kerl zieht weiter, irgendwo wird auch er unterkommen. Seinen kleinen Jungen hat er an der Hand. Auf dessen Hemd steht „Rotzbub“. Samstagmittag, hier ist die Welt in Ordnung.

Derlei ungezwungene Kleiderordnung ist nichts für die Gruppe mit den weißen Hemden und den schwarzen, faltenfreien Hosen. Die Mädchen tragen gebügelten Rock, auf dem Rücken ein Cello, in der Hand die Geige, in den Augen eine Sehnsucht: Es möge losgehen. Warten auf den Auftritt ist das Schlimmste. Sie schauen auf die Hauptbühne am Markt. Dort spielen KonPercussion, ein Schlagzeugensemble des Konservatoriums in Cottbus. Fünf Jungs, auch ein Mädchen zählt dazu, doch das ist jetzt auf Abiturfahrt. Lehrer Heiko Liebmann springt ein. Sie kriechen auf die Bühne wie die Raupen, schlagen mit den Stöcken auf den Boden, als trommele der Regen. Sie spielen Groove, Samba, dann Jazz, einer der Jungs springt von der Bühne, läuft durchs Publikum, hat eine Pfeife im Mund, stößt den Atem fest hinein – das ist Karneval in Rio. Und dann doch wieder Afrika, Musik für einen Regentanz. Nein, Regen möchte man in Eberswalde (Barnim) nicht heraufbeschwören. Der Himmel ist blau. Und das ist gut so. Schnell ein anderes Lied. Die Streichergruppe zieht weiter, Mädchen auf Absätzen, Jungs auf Ledersohlen. Sie werden am Abend Bach und Schubert spielen. Im Paul-Wunderlich-Haus. Das ist überdacht. Vom Wetter sind sie unabhängig.

Da hinten Funk. Schmutziger, dreckiger Funk auf Bühne 6. Ein Song von Jamie Lidell, dem alten Schwerenöter, hier gespielt von Hello to Friday, einer jungen Band des Kreises Dahme-Spreewald. Hüften schwingen, Sängerin Frieda tut stimmlich ihr Möglichstes, und das ist eine Menge. Nur die junge Frau am Bass bleibt stoisch. Typisch Bassisten: Stets kühl bis ins Herz. Und das Instrument hängt immer unten vor den Knien. Bassisten sind der Eros jeder Band.

Links duftet es nach Wildgulasch, rechts singt ein Junge „Yesterday“. Die Akkordeongruppe auf Bühne 7 holt Luft, legt los, es klingt nach Shanty. Das macht Hunger auf Fischbrötchen. Zu russischer Ballettmusik tanzen fünf Mädchen aus dem uckermärkischen Prenzlau in roten Röcken einen gut geölten Reigen. Auf Bühne 6 jetzt Sell_Fritten aus dem Kreis Elbe-Elster, zwei Mädchen, zwei Jungs: „Talkin' About A Revolution“ von Tracy Chapman singen sie, keine 18 Jahre sind sie alt.
Wieder geht sie aufs Ganze, die Jugend. Träumt von der Revolution. Tut es aber so freundlich und mit süßer Stimme, dass man eine Bionade trinken möchte.

Von Lars Grote

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