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Kultur Auf diese Konzerte in Brandenburg und Berlin können wir uns 2020 freuen
Nachrichten Kultur Auf diese Konzerte in Brandenburg und Berlin können wir uns 2020 freuen
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06:32 06.01.2020
Konzerte sind auch im Jahr 2020 Feiertage, an denen die Gefühle kochen. Quelle: DPA
Potsdam

Vor der Bühne sind wir alle gleich, doch die da oben sind besonders –von diesem Mythos zehren die Konzerte und machen sie zu einem Abenteuer. Unser Puls geht hoch. Vor Freude. Schöne Aussichten auf 2020 bieten diese Konzert-Tipps. Karten gibt es in der MAZ-Ticketeria unter 0331/2840284.

Liam Gallagher

Liam Gallagher Quelle: DPA

Oasis waren begabte Halunken und wundervolle Musiker, im Kern bestanden sie aus den Gallagher-Brüdern, deren Herz leicht zu erschüttern war – jeder Streit war ein Drama, bis es nicht mehr ging. Liam und Noel nehmen längst getrennte Wege. Liam Gallagher, vormaliger Sänger der Band, ist ein Großmaul, gepaart mit dem Stolz der Arbeiterklasse. In seinen besten Momenten erinnert er an John Lennon. Ein bisschen.

Wann und wo? 11. Februar 2020, Tempodrom Berlin

Barbara Schöneberger & Filmorchester Babelsberg

Barbara Schöneberger Quelle: DPA

Sie redet, schnattert, singt, sie moderiert und gibt ein Magazin heraus. Barbara Schöneberger macht keine halben Sachen, ständig steht sie unter Dampf, sucht nach dem nächsten Witz, das ist nicht immer leicht – nicht für sie und nicht fürs Publikum. Sie legt ihr Herz in jeden Satz, sie legt den Charme in jede Note – das ist Hochleistungssport. Man lacht, wenn man ihr zuhört, bis es nicht mehr geht. Und applaudiert erschöpft.

Wann und wo?26. Februar 2020, Nikolaisaal Potsdam, ausverkauft

Wanda

Wanda Quelle: DPA

Die Wiener von Wanda sind so österreichisch, wie man sich das nach einem Kasten Bier und der Lektüre von Sigmund Freud (auch ein Wiener) vorstellt. Besessen von Schnaps und Sex, bauen sie immer wieder Schunkelrhythmen in den Alpen-Rock’n’Roll, damit es diese Obsessionen etwas abfedert. Fast wirkt es jugendfrei, was sie singen. Ist es aber nicht. Man versteht nur halt die Texte manchmal nicht genau. Eine Frage des Dialekts.

Wann und wo?28. Februar 2020, Max-Schmeling-Halle Berlin

Deichkind

Deichkind Quelle: DPA

Deichkind pflegen eine Spielart, die es eigentlich nicht gibt in Deutschland. Sie sind lustig und meinen es doch bitter ernst. Sie verkleiden sich, doch haben einen unverstellten Kern. Ihre Auftritte sind pure Operette, jeder Schritt sitzt, auch die Perücken haben halt. Die Songs sind letztlich Geschmackssache. Nicht jeder will den Texten folgen, ab und zu haben sie schlicht zu viel PS und wollen durch die Decke. Aber Deichkind-Slogans wie „Leider geil“ sind mittlerweile Allgemeingut. Und nicht mehr wegzudenken.

Wann & wo? 6. März 2020, Max-Schmeling-Halle Berlin

Einstürzende Neubauten

Auch Schlagzeuger N. U. Unruh zählt zu den Einstürzenden Neubauten. Quelle: Archiv

19. April 2020, Waschhaus Potsdam

Nach zwölf Jahren erscheint am 15. Mai 2020 ein neues Studioalbum der Einstürzenden Neubauten – die Band präsentiert das neue Material ein allererstes Mal öffentlich im intimen Rahmen in der „Chaotischen Generalprobe“ des Potsdamer Waschhauses, bevor sie es am nächsten Tag in einem Konzert im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt offiziell vorstellt.

Nick Cave & The Bad Seeds

Nick Cave Quelle: DPA

Ein Australier, der lieber Whisky trinkt als Tee. Zumindest in den frühen Jahren, als vom Sentiment des Spätwerks noch nicht viel zu hören war. Dieses Spätwerke pflegt er nun mit einer Hingabe und Melancholie, die man nicht erwartet hätte von Nick Cave, dessen Fans vor einer Weile noch als hart gesotten galten. Doch auch die Fans sind älter geworden, wie Cave selbst, der jetzt fast eine Form von Intellektuellen-Blues unter die Leute bringt. Die Leute mögen es. Vor allem jene, die sich für klug halten.

Wann & wo? 27. Mai 2020, Mercedes-Benz-Arena Berlin

Udo Lindenberg

Udo Lindenberg Quelle: DPA

Ein bisschen riecht er immer noch nach Kneipe, der Rauch, der Schnaps, die trunken formulierte Philosophie. Manchmal auch die Lederjacke und die grünen Socken. Udo Lindenberg ist nicht geboren für die großen Bühnen, sondern für den Auftritt in der WG-Küche. Er verehrt das Randständige, mag nicht die Blender und Großgeldverdiener. Dass er aus der streng linken Ecke stammt, und trotzdem jetzt die großen, größten Stadien des Landes bespielt, ohne sich verbiegen zu müssen, ist eine Kunst, die ihm in Deutschland derzeit keiner nachmacht.

Wann & wo?29. und 30. Mai 2020, Waldbühne Berlin

Sarah Connor

Sarah Connor Quelle: DPA

Ihre Schwester lebt mit Bushido zusammen, im Vergleich geht Sarah Connor einem redlichen Handwerk nach: Sie singt Lieder, die dem Leben auf die Pelle rücken, nicht penetrant, doch ohne jeden Sicherheitsabstand. Seit sie deutsch singt, wird sie noch konkreter in den Stücken, noch persönlicher, mitunter zu persönlich. Dann singt sie über ihren Ex, huldigt ihren Kinder, das ist kokett und schießt zuweilen übers Ziel hinaus. Sie kann singen, das weiß sie, und zeigt es überdeutlich. Trotzdem ist sie ein Ereignis auf der Bühne, denn sie meint es alles ernst.

Wann & wo?31. Mai 2020, Waldbühne Berlin

Taylor Swift

Taylor Swift Quelle: DPA

Viele Hoffnungen ruhen auf ihr, sie sei politisch, sagt man, sie zeige uns, was heute „Feminismus“ heißt, und ihre Lieder klängen zeitgemäß, und trotzdem nicht dumm. Taylor Swift wird überfrachtet mit Erwartungen – erfüllt sie aber alle. Ihre Clips auf Youtube brechen Rekorde, ihre Einnahmen auch. Dass sie gut im Geldverdienen ist, will man ihr nicht vorwerfen. Sie ist ein Superstar, weil sie das 21. Jahrhundert exzellent versteht, sie weiß sich darin zu bewegen wie in ihrem Wohnzimmer. Manchmal wirkt das eine Spur zu routiniert, halt sehr amerikanisch. Sie hat die Spielregeln verstanden.

Wann & wo? 24. Juni 2020, Waldbühne Berlin

Pearl Jam

Eddie Vedder, Sänger von Pearl Jam Quelle: DPA

Vedder ist der Überlebende der großen Bands aus Seattle – dort, an der US-Westküste, wurden die großen Gruppen des Grunge geboren: Nirvana, Soundgarden und eben Pearl Jam, der Band von Vedder. Kurt Cobain, Sänger von Nirvana, hat sich 1994 umgebracht, Chris Cornell, Sänger von Soundgarden (und später von Audioslave), nahm sich 2017 das Leben. Doch Vedder lebt immer noch, er ist Vorsteher einer Band, die als spielfreudig, engagiert und meinungsfreudig gilt – was nichts daran ändert, dass auch sie ein Kind des Grunge ist, dieser vielleicht letzten wirklich aggressiven Spielart der Rockmusik. Ja, Pearl Jam leben noch. Doch bei einem Konzert im dänischen Roskilde kamen neun Fans anno 2000 bei einem Massensturz ums Leben. Das hat die Band verändert. Sie klingt noch umsichtiger und intensiver.

Wann & Wo? 25. Juni 2020, Waldbühne Berlin

Billie Eilish

Billie Eilish Quelle: DPA

Gerade ist Billie Eilish 18 geworden, sie durfte bislang nicht in Clubs, das Nachtleben schlug ihr die Türen vor der Nase zu. Doch ihre Songs vermitteln eine Abgeklärtheit, ein Verständnis für die Codes der Gegenwart, als habe sie Tag und Nacht in dem Milieu gelebt, das man als Minderjährige noch nicht betreten darf. Vielleicht sind die Songs von Billie Eilish gerade deshalb stark und unverbraucht, weil sie sich einen eigenen Reim darauf macht, was „stark“ und „unverbraucht“ bedeuten. Sie hat es nirgends abgeschaut.

Wann & wo? 14. Juli 2020, Mercedes-Benz-Arena Berlin

Thees Uhlmann & Band

Thees Uhlmann Quelle: Oliver Fischer

Uhlmann kann man sich gut als Vertrauenslehrer vorstellen, er hört zu, wirkt nicht, als strebe er ins Rampenlicht, er ist der kluge Kopf, der hinten die Fäden zieht. Oder? Der erste Eindruck täuscht – denn er fühlt sich wohl auf großen Bühnen, er zieht die Jeansjacke an, manchmal auch die Lederjacke, und singt „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“. Seine Songtitel sind zu lang, doch er macht das beste daraus: Er dreht die Arme wie einen Propeller, er macht Tempo, und fast vergisst man, dass man ihn für einen netten, zurückhaltenden Mann gehalten hat. Verdammt, er ist ein Rockstar.

Wann & wo? 17. Juli 2020, Waschhaus Potsdam Open-Air

Tocotronic

Tocotronic Quelle: Imago

Die Band schaut auf ein Werk zurück, das in zwei Phasen fällt, nahezu unversöhnlich stehen sie nebeneinander. Da ist die Zeit bis 2003, wo sie genialisch vor sich hingedichtet, die Akkorde hingeworfen haben, Kunst und Scheitern gingen Hand in Hand. Das war die Ära, in der sie Abiturientinnen für sich gewonnen haben. Dann stieß Rick McPhail zur Band, das zweite, verkopfte Kapitel begann. Tocotronic arbeiteten mit Fußnoten, wollten mehr sagen, als es möglich ist im Rock’n’Roll, man bekam den Eindruck, das Leben dieser Band sei finanziert vom Suhrkamp-Verlag, dem Ort des Intellekts. Heute wird die Band von Doktoranden gehört. Die erste Phase der Historie stellt die Band bei einem Open-Air in Hamburg vor, die zweite Phase beim Konzert in Potsdam.

Wann & Wo? 29. August 2020, Waschhaus Potsdam Open-Air

Von Lars Grote

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