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Kultur Brad Mehldau Trio im Nikolaisaal gefeiert
Nachrichten Kultur Brad Mehldau Trio im Nikolaisaal gefeiert
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00:24 16.05.2019
Mit so viel Beifall in Potsdam hatten Brad Mehldau (l.), Larry Grenadier und Jeff Ballard vielleicht gar nicht gerechnet. Quelle: Karim Saab
Potsdam

Dem Jazzpianisten Brad Mehldau eilt ein großer Ruf voraus. Der Nikolaisaal war am Sonntagabend nahezu ausverkauft. Das Brad Mehldau Trio hat schon einige beachtete CDs mit feinem, gepflegtem Modern Jazz eingespielt. 90 Minuten sollte das Konzert dauern. Ein klar strukturierter, dichter Einakter also, ohne Showeffekte und spontane Abweichungen.

Nach drei Titeln eine kurze Ansage

Der New Yorker Musiker, der zum Teil auch in Amsterdam lebt, betritt mit dem Kontrabassisten Larry Grenadier und dem Schlagzeuger Jeff Ballard die Bühne. Das Trio spielt einfach los. Erst nach drei Titeln greift der 48-Jährige dann zu einem Mikrofon, das auf dem Flügel bereit liegt. Mehldau spricht deutsch mit leichtem holländischem Akzent. Er versucht aber kaum, mit Worten eine Brücke zum Publikum zu schlagen. Hier zählt nur die Musik. Der erste Titel war eine Eigenkomposition mit dem deutschen Titel „Sehnsucht“. Das Grundthema: ein nach Innen gerichtetes, nicht auf Anhieb eingängiges, melancholisches Motiv. Es sollte an diesem Abend das einzige Stück von ihm selber bleiben. Anschließend stimmt das Trio den wundervollen Ohrwurm You’d Be So Nice to Come Home To an. Die ausführlichen Soli aller Musiker werden vom Publikum jedes Mal kennerhaft mit Applaus bedacht. Doch die Temperatur bleibt – wie die hoch reflektierte Musik – kühl.

Sein Kopf liegt über den Händen

Jazz ist hier Konzentration und sinnliche Intellektualität im höchsten Maße, Mehldau übt vor allem Kontrolle über die 88 Tasten aus. Was er weglässt, ist auch wichtig. Er sitzt auf einem extrem niedrigen Klavierhocker nicht einmal in Kniehöhe und beugt den Oberkörper nach vorn. Sein Kopf liegt horizontal über den Händen, als wolle er sie mit dem Geist verbinden, aber ohne jede Attitüde.

Es gibt sogar eine zweite Zugabe

Improvisationen zu zwei Cole-Porter-Titeln sind im Programm. Alles liebevoll und detailfreudig arrangiert und austariert. Metren, Rhythmen und Stimmungen wechseln. Ein Jazz-Walzer, ein Sechs-Achtel-Takt, dann wieder ein Blues. Das „Airegin“ von Sonny Rollins interpretiert das Brad Mehldau Trio so gedimmt, dass die erregte Bläser-Gestik des Stücks in elegant-virtuosen Klavierläufen verschwindet. Schon nach 70 Minuten und sieben Titeln verabschiedet sich das Trio zum ersten Mal. Mit so viel Begeisterung und Zustimmung hatten es in Potsdam wohl nicht gerechnet. Am Ende gibt es sogar noch eine zweite Zugabe, ein Stück von Thelonius Monk, dem Mehldau ohne Frage nahe steht.

Von Karim Saab

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