Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Brandenburgs Kulturszene protestiert gegen Ministeriumsumzug
Nachrichten Kultur Brandenburgs Kulturszene protestiert gegen Ministeriumsumzug
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 10.05.2019
Wie wird Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit dem Protest gegen den Umzug des Kulturministeriums (MWFK) umgehen? Quelle: Jutta Abromeit
Potsdam

Viele Hauptverantwortliche der brandenburgischen Kulturszene protestieren gegen den geplanten Umzug des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) von Potsdam nach Cottbus. Sie kritisieren in einem offenen Brief an Ministerpräsident Dietmar Woidke und Kulturministerin Martina Münch (beide SPD), dass der Schritt ohne „Verständigungsprozess“ erfolgt ist und fordern eine Rücknahme der Entscheidung. Zu den Unterzeichnern gehören nicht nur die Leiter von Potsdamer Institutionen wie dem Hans-Otto-Theater, dem T-Werk, der Tanzfabrik, des Waschhauses, der Kammerakademie Potsdam und des Nikolaisaals, sondern auch die Geschäftsführer des Kleistforums Frankfurt (Oder), der Neue Bühne Senftenberg, der Uckermärkischen Bühnen Schwedt und des Brandenburger Theaters. Auch die Intendanten des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt (Oder) und des Deutschen Filmorchester Babelsberg haben den Brief unterschrieben. Nicht eingereiht haben sich das Staatstheater Cottbus und das Piccolo Theater Cottbus. Die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte, verantwortlich für die Kulturland-Kampagnen und das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, schloss sich wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Offenen Briefes dem Protest an.

Hier der Brief der Theater und Orchester im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Woidke,  sehr geehrte Frau Ministerin Dr. Münch,    mit großer Überraschung und Bestürzung haben wir aus der Presse erfahren, dass das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur von Potsdam nach Cottbus umziehen soll.    Nicht so sehr gilt unsere Sorge unserem eigenen Arbeiten. Unsere Sorge gilt dem demokratischen Prozess und der Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Hier wird nach einem möglichen Umzug die Situation für alle nördlichen und westlichen Landkreise ungleich schwerer. Die zentrale Lage Potsdams bietet einen Vorteil für die Landkreise, da alle Wege ins Zentrum führen.    Das Mitwirken am politischen Prozess sollte allen Akteuren annähernd gleichermaßen möglich sein. Die dezentrale Ansiedlung des MWFK führt zu mehr Wegen und Fahrten, zu einem Verlust von direkter Kommunikation in den Sitzungswochen der Parlamentarier. Das Mitwirken der Verwaltungsmitarbeiter*innen an Ausschusssitzungen und Parlamentswochen ist mit einem hohen Aufwand verbunden. Die Kommunikation bei ressortübergreifenden Fragen ist nur noch erschwert möglich. Hier sind u. a. die Bildung, die Wirtschaft, aber auch die Staatskanzlei hervorzuheben, mit denen es vielfältige Aufgaben gibt, die gemeinsam gelöst werden müssen.    Wir begrüßen den Strukturwandel für die Lausitz und erkennen den großen Umbruch, der hier in eine positive Entwicklung geführt werden muss. Gleichwohl scheint die Umsiedlung eines einzelnen Ministeriums hier nicht zielführend. Wir befürchten, dass es zu einem großen Verlust an Kompetenz und Erfahrung kommen wird, sollten Mitarbeiter*innen des Ministeriums ihre Arbeit nicht in Cottbus fortsetzen können oder wollen.    Es braucht für die Lausitz nachhaltige zukunftsweisende Impulse, die neue Perspektiven eröffnen. Ein landesweiter Diskurs, der dem Wandel in der Lausitz gerecht wird und allein die Verantwortung nimmt, wird unsere volle Unterstützung erhalten. Wir Kulturakteur*innen behandeln auf der Bühne und in der Kunst die großen Fragen der Ethik und plädieren für Werte wie Haltung, Offenheit und Toleranz, und von daher stehen wir in einer besonderen Verantwortung, der wir auch gerecht werden wollen.    Wir bitten Sie daher, diese Entscheidung zurückzunehmen und mit allen Partner*innen gemeinsam in einen Verständigungsprozess einzutreten, um die hervorragende Arbeit des Ministeriums in Potsdam zu sichern, zu befördern und die Teilhabe aller kulturellen Akteure im Land zu gewährleisten.        Bettina Jahnke / Petra Kicherer  Intendantin / Geschäftsführende Direktorin  Hans Otto Theater Potsdam    Sabine Chwalisz / Sven Till  Künstlerische Leitung fabrik Potsdam    Jens-Uwe Sprengel  Künstlerische Leitung T-Werk    Mathias Paselk  Geschäftsführer Waschhaus Potsdam    Alexander Hollensteiner  Geschäftsführer Kammerakademie Potsdam    Michael Dühn / Heike Bohmann  Programmdirektor / Geschäftsführerin Nikolaisaal Potsdam    Klaus-Peter Beyer  Intendant Deutsches Filmorchester Babelsberg     Florian Vogel  Künstlerischer Leiter Kleist Forum  Koordinator Theater- und Konzertverbund im Land Brandenburg    Reinhard Simon/ Ulf Parpart-Hergesell  Intendant / Verwaltungsdirektor Uckermärkische Bühnen Schwedt    Roland Ott  Intendant Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt (Oder)    Manuel Soubeyrand  Intendant und Geschäftsführer „neue Bühne“ Senftenberg    Christine Flieger  Geschäftsführerin Brandenburger Theater

Von Karim Saab

Das „Fusion“-Festival lockt jedes Jahr zehntausende feierwütige Elektro-Fans an. Doch jetzt sieht der Veranstalter dessen Zukunft auf dem Spiel. Die Polizei will einen dauerhaften Zugang zum Gelände – gegen den Fans in einer Petition Stimmung machen. Die Resonanz ist überwältigend.

07.05.2019

Sony warnt vor seinem eigenen Trailer: Wer den „Avengers“-Blockbuster noch nicht gesehen hat, sollte vom neuen „Spider-Man“ erst mal die Finger lassen.

07.05.2019

Die Doku zur Landlust: „Von Bienen und Blumen“ (Kinostart: 9. Mai) erzählt nicht nur vom Umgang mit dem lieben Vieh, sondern ganz nebenbei auch von alternativen Lebensformen.

08.05.2019