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Kultur Country-Rocker Wade Bowen in Berlin
Nachrichten Kultur Country-Rocker Wade Bowen in Berlin
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19:38 31.07.2019
Wade Bowen: Country-Rock aus Texas. Quelle: Tim Murphy
Potsdam

Eine sehnsüchtige Mundharmonika weht herüber. Aufgenommen wird sie von einer muskulösen Rhythmusgruppe. Dann schildert Wade Bowen, dass er es nicht geschafft hat, die Liebe einer Frau zu wecken. Gleich, was er versuchte. Der Country-Rocker lässt noch ein gequältes Solo auf der E-Gitarre folgen.

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Wer Reckless Kelly sagt, meint immer auch ihre Wahlheimat Austin, Texas. Und einen robusten wie strahlend inszenierten Country-Rock. Herzhaft und saftig wie ein Steak vom Barbecue. Erfrischend wie das Bier dazu. Diese Platte – ein Mitschnitt von Auftritten aus dem Sommer 2108 – dokumentiert aufs Beste, wie diese Erz-Musikanten, allen voran das Bruderpaar Willy und Cody Braun, an Energie, Qualität und Fülle aufzubieten haben.

Reckless Kelly: Bulletproof Live: No Big Deal/Thirty Tigers.

Die Nachrichten nerven? Schalte ab! Wohl der beste Ratschlag, den man angesichts erhitzter Polit-Gemüter dieser Tage erhalten kann. Und zugleich die Ermunterung, mit Freunden aus dem Ort etwas Nützliches auf die Beine zu stellen. Persönlich zu wachsen. Lukas Nelson, der mit Band dem großen Kanadier Neil Young auf der Bühne dabei behilflich ist, nicht zu einzurosten, zeigt nun mit seiner neuen Platte, zu welchen mannigfaltigen, reich und mit besonderer Herzenswärme ausstaffierten Songs er fähig ist. Dass der Sohn von Country-Ikone Willie Nelson zudem auf die instrumentale und stimmliche Unterstützung seines Vaters, von Bruderherz Micah, Sheryl Crow oder Young zählen kann, verstärkt nur den grandiosen Glanz.

Lukas Nelson & The Promise Of The Real: Turn Off The News (Build A Garden). Fantasy Records/Universal.

„Solid Ground“, das aktuelle Album des Musikers aus Waco, halb zwischen Dallas und Austin gelegen, steckt voller Stories wie dieser. Das pralle Leben halt. Alle Höhen und Tiefen. Der Texaner kennt sich mit solchen Sachen aus.

Und weil Mexiko gar nicht so nicht weit ist, grenzt Bowen den Mariachi-Sound mit Trompeten und spanischer Gitarre ebenso wenig aus wie die hingebungsvolle Ballade, den Whiskey zum Blues oder die sonderbar entgrenzte Dämonenbeschwörung ganz am Ende seiner aktuellen Platte, von der man nicht recht weiß, wohin der Cowboy im nahezu kosmischen Klangnebel da wohl reitet.

Das Konzert: Wade Bowen und Jamie Freeman spielen am Donnerstag, dem 1. August, um 20 Uhr im Privatclub in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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