Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Das Babelsberger Filmorchester würdigt Soulsänger Myles Sanko
Nachrichten Kultur Das Babelsberger Filmorchester würdigt Soulsänger Myles Sanko
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:59 17.02.2019
Der Soulsänger Myles Sanko. Quelle: Christian Hamann
Potsdam

Das Deutsche Filmorchester Babelsberg sucht mit seinen Potsdamer Crossoverkonzerten immer wieder den Schulterschluss zur Popkultur. Am Samstag lud es den Soulsänger Myles Sanko und seine sechsköpfige Band in den fast ausverkauften Nikolaisaal ein und ließ sich von Peter Hinderthür dessen Lieder für das große Format arrangieren. Der gebürtige Ghanaer mit englischem Pass ist noch kein Star, verfügt aber auch hierzulande über eine Fangemeinde. Nach seinem ersten Album „Born In Black & White“, das er 2013 herausbrachte, produziert er regelmäßig Songs mit eingängigen Melodien und mitreißendem Groove.

Stilistisch verharrt Myles Sanko in den 1970er Jahren, vom ersten Lied an stellt sich ein entsprechendes Retro-Feeling ein. Die Band hat sich vor dem Orchester aufgebaut. Trennwände aus Plexiglas und ein schallschluckender Samtvorhang erleichtern den Tontechnikern die schwierige Arbeit. Der Bariton trägt Vollbart und Seitenscheitel und ein Zweireiher-Jackett über der Hose und vermag wirklich sein Herz und seine Seele auf die Zunge zu legen. Mit warmherziger, fester, pastoraler Stimme schwört Myles Sanko das Publikum auf seine klare, einfache Grundbotschaft ein: Musik kommt direkt aus dem Herzen, wie die Liebe auch. Und: Wir sind eine Familie!

Die Stimmung ist gut. Sanko muss nur in den Nikolaisaal rufen „Is there love in the house?“ und eine deutliche Antwort schallt ihm entgegen. So etwas kann aufgesetzt wirken, diesem Entertainer nimmt man es aber ab. Vorbei die Zeit, als Marschmusik in Preußen den Ton vorgab. Dass sich Soul und Blues auf zwei und vier besser zählen lassen, spüren und wissen die die Potsdamer. Schließlich feiert die evangelische Gemeinde in Babelsberg schon seit Jahren ihre Gottesdienste gern mit einem eigenen Gospelchor.

Die Freunde der schwarzen Musik hält es auch im Nikolaisaal nicht in den Sitzen. Sie springen wiederholt auf, bewegen die Hüften und singen mit. Schon beim fünften Titel zieht Myles Sanko sämtliche Register einer Mitmach- und Verbrüderungsshow, und schwört alle ein: „We need each other. You need me and I need You“ (Wir brauchen uns. Ihr braucht mich und ich brauche Euch.)

Mit keiner Silbe bedankt er sich für den Umstand, dass er hier erstmals mit einem voluminösen Klangkörper auftreten darf. Doch der orchestrale Sound ist auch nicht ungewöhnlich, denn gerade in seinen Hochzeiten wurden dem Soul oft dicke, samtene Streicherteppiche ausgerollt. Energiegeladene, vielstimmige Bläsersätze gehören von Hause aus zum großartigen Motown-Sound.

Die beiden Bläser der Band, Gareth Lubers (Saxophon und Querflöte) und Sam Ewens (Trompete), machen aus dem Stand eine Menge her. Mit Improvisations-Strecken müssen sie sich an diesem Abend allerdings zurückhalten, schließlich gilt es, einen festen Fahrplan und die Verabredungen mit dem Dirigenten Gast Waltzing einzuhalten. Fast die Hälfte der 14 Stücke bestreitet die Band allein. Das Orchester kann an diesem Abend seine Qualitäten kaum ausspielen.

Von Karim Saab

Die „Winterreise“ von Schubert oder das „Heidenröslein“ von Brahms irritieren heute viele Menschen durch ihren hohen Ton. Eine junge Sängerin aus Wien haucht ihnen einen neuen Geist ein. Ein Konzertbericht.

17.02.2019

Der Aufwand ist jedes Mal enorm. Das große Filmorchester verstärkt die Songs einer Band durch aufwändige Arrangements. Diesmal stand Motown-Sound der 1970er Jahre auf dem Programm.

16.02.2019

Die Preisträger der 69. Berlinale dürften nach dem Geschmack des scheidenden Festivalchefs Dieter Kosslick sein - sie mischen sich in die Wirklichkeit ein. Auch die deutschen Regisseurinnen Nora Fingscheidt und Angela Schanelec gehören zu den Siegern.

17.02.2019