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Kultur Sabine Vogel möchte eine subjektive Klangweltkarte erstellen
Nachrichten Kultur Sabine Vogel möchte eine subjektive Klangweltkarte erstellen
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17:27 08.10.2019
Die Potsdamer Klangkünstlerin Sabine Vogel. Quelle: Volker Rebhan
Potsdam

„Die Welt ist Klang“, heißt ein spiritueller Leitsatz, den der Musikjournalist Joachim Ernst Berendt hierzulande populär gemacht hat. Sabine Vogel hat sich viel vorgenommen. Wenn die heute 47-jährige Musikerin später auf ihr erfülltes Leben zurückblickt, möchte sie vor einer dicht bestückten Klangweltkarte sitzen. Die ersten vier Fähnchen wird sie am 18. Oktober reinstecken, wenn sie im Potsdamer Kunsthaus Sans Titre Aufnahmen aus Italien, Bulgarien, England und Bayern präsentiert.

Manchmal ist viel Stille dabei

Die Idee ist folgende: Die Improvisationskünstlerin bittet Musikerfreunde, ihr in deren Heimatlandschaft einen Ort unter freiem Himmel zu zeigen, der ihnen viel bedeutet. Im Einklang mit der Natur und den Geräuschen produziert das Duo dann vor Ort eine Einspielung, die als Video aufgezeichnet wird. Entscheidend ist die Grundhaltung, dass sich aus jeglichen Klängen Musik machen lässt. „Ich möchte den Ort teilen. Das ist ein sehr persönliches Projekt, manchmal ist auch viel Stille dabei“, sagt die Münchnerin, die seit 2005 in Potsdam lebt.

Live-Kompositionen sind angesagt

Sabine Vogel reist immer mit ihren Flöten an. Sie hat Jazz-Querflöte am Bruckner-Konservatorium in Linz studiert, als das in Deutschland noch nicht möglich war, und unterrichtet heute das Fach Flöte an der Universität Potsdam. Mit Bebop und Blues fühlte sie sich aber zusehends unwohl, sie störte das „Virtuos-Machomäßige“. Sabine Vogel setzt lieber auf leise Klänge, möchte auch mal fauchen oder tonlos blasen und sich auf keinerlei Metrum festlegen. Diesen meditativen Ansatz praktiziert in Berlin eine wachsende Szene aus Improvisationsmusikern. Sie ist Mitglied im Splitter-Orchester, einem Gemeinschafts-Experiment ohne Dirigent, das Live-Kompositionen aufführt. Dabei werden konzeptionelle Verabredungen getroffen, „etwa über die Längen von Pausen oder dass man geräuschhaft schnell und superleise spielt“, erklärt sie.

Die Klugheit der Orte

Mit Marta Zapparoli, die mit Kurzwellen-Empfängern arbeitet, stand Sabine Vogel in Bologna auf der Spitze einer Halbinsel. „Dabei haben wir auch die Landschaft verändert, die Vögel haben reagiert und wir hatten das Gefühl, dass wegen uns auch Fische sprangen“, erzählt sie. Der Geiger Bennett Hogg vergrub sein Instrument an einem englischen Strand. Mit ihm spielte sie Wind- und Sandharfe. Und auch in Bulgarien war sie mit der Geigenvirtuosin Biliana Voutchkova am Wasser, vor einer Steilküste im Schwarzen Meer. Bei dem englischen Schriftsteller Robert Macfarlane fand Sabine Vogel zwei Fragesätze, die ausdrücken, was ihr vorschwebt: „Was erfahre ich, wenn ich an einem Ort bin, was ich nirgendwo anders erfahren kann?“ Und: „Was weiß ein Ort über mich, was ich selbst nicht wissen kann?“

Wollte nicht im Bierzelt spielen

Für ihre eigene Heimatlandschaft in der Nähe vom Kloster Andechs empfindet sie viel. Sie wuchs in Hechendorf am Pilsensee auf, begann mit dreieinhalb Blockflöte zu spielen und durchlief die Musikschule. „Als ich in die Blaskapelle sollte, habe ich mich geweigert, denn ich wollte nicht in Bierzelten spielen, lieber in Rock-, Punk- und Bluesbands.“ Später entdeckte sie den Jazz und beim Jazzfest Ende Oktober in Berlin wurde sie auch wieder für ein Projekt von dem amerikanischen Altsaxophonisten Anthony Braxton als Mitwirkende gebucht. Dabei weiß sie: „Beats interessieren mich nicht.“

Recorded Landscapes . Audiovisuelle Kompositionen von Sabine Vogel. 18. Okt., 20 Uhr. Kunsthaus sans titre, Französische Straße 18, Potsdam. Karten unter 0177/384 903.

 

Von Karim Saab

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