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Kultur Wie Luca Lehnert eine etwas andere Prinzessin auf die Bühne bringen möchte
Nachrichten Kultur Wie Luca Lehnert eine etwas andere Prinzessin auf die Bühne bringen möchte
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17:17 28.11.2019
Seit Mitte Oktober probt Luca Lehnert im Hans Otto Theater den „Froschkönig“ ein. Das Kindertheater, das vom 29. November bis 26. Dezember läuft, bringt ein Gastensemble zusammen mit Dramaturgin Alexandra Engelmann sowie Bühnen- und Kostümbildner Juan León vom Hans Otto Theater auf die Bühne. Quelle: Friedrich Bungert/Collage Fabian Lamster
Potsdam

Wenn am Freitag im Hans-Otto-Theater (HOT) die Inszenierung „Der Froschkönig“ ihre Premiere feiert, ist es für Schauspielerin Luca Lehnert ein besonderer Moment. Die 25-Jährige übernimmt in der Märchenadaption als Prinzessin Charlotte eine Hauptrolle im Kinderstück. Nach ihrer Schauspielausbildung an der Filmuniversität BabelsbergKonrad Wolf“ ist es das erste Mal, dass die gebürtige Berlinerin als freischaffende Schauspielerin im HOT gastiert. Wir haben Luca Lehnert vor der Premiere getroffen.

Was ist das Besondere für Sie, die Prinzessin im „Froschkönig“ zu spielen?

Luca Lehnert: Es ist einfach eine tolle Figur. Sie ist eine untypische Prinzessin. Während sie sich im Märchen der Gebrüder Grimm sträubt und nichts mit dem Frosch zu tun haben will, hilft dieser ihr in unserer Aufführung. Charlotte möchte sich aus ihrer Prinzessinnenwelt befreien, in der sie sich unwohl fühlt, die sie einengt, der sie entfliehen möchte. Sie möchte weg von ihrem Vater, raus aus dem Schloss und raus aus ihren Prinzessinnenkleidern, die sie wie ein Korsett einschnüren.

Viele Kinder werden die Inszenierung sehen. Wie beeinflusst das ihre Art des Schauspielens?

Das heißt für mich, dass ich als Schauspielerin sehr direkt sein muss. Zum Beispiel strecke ich als Prinzessin die Zunge in ihre Richtung heraus und binde die Kinder mit Fragen in das Stück ein. Wir interagieren und ich bekomme direkte Rückmeldungen: Wie reagieren sie auf meine Gestik und Mimik? Welche Situationen kennen sie? Was passiert, wenn ich sie als Prinzessin Charlotte anspreche? Reagieren sie? Fiebern sie mit? Kinder sind offen und ehrlich und zeigen oft sofort, wenn etwas nicht stimmt. Gleichzeitig ist in der Inszenierung eines Märchens im Theater alles möglich. Wir verwandeln die Drehbühne in ein Karussell, lassen einen riesigen Spiegel von der Decke hängen und sorgen mit Nebel und Musik für geheimnisvolle Momente im Zauberwald. Wir wollen sie zum Staunen bringen und für das Theater begeistern.

Luca Lehnert verspricht im „Froschkönig“ auch einige gruselige Momente. Von 2017 bis 2019 arbeitete die 25-Jährige als feste Schauspielerin bei den Landesbühnen in Sachsen. Dort wird sie 2020 auch bei zwei Produktionen auf der Bühne stehen. Auch im Hans Otto Theater tritt sie 2020 in „Die Biene im Kopf“ auf. Quelle: Friedrich Bungert

„Der Froschkönig“ startet pünktlich zur Adventszeit. Was verbindet das Märchen mit Weihnachten?

Märchen wie „Der Froschkönig“ gehören für mich zur Weihnachtszeit dazu. Sie haben etwas Heimeliges und stecken voller Fantasie – und sind dadurch einfach schön. Ich erinnere mich noch heute, wie ich als Kind am Kamin gelesen, Tee getrunken und Kekse gegessen habe. Das mache ich noch heute gern. Mittlerweile lese ich auch meiner kleinen Schwester Märchen wie den „Froschkönig“ vor – oder bringe sie auf die Theaterbühne.

Die Inszenierung ist vor allem für Kinder gedacht. Warum sollten sie auch Jugendliche und Erwachsene sehen?

Wenn ich auf der Bühne stehe, möchte ich jedem Zuschauer Spaß bereiten, damit er für einen Moment seinen Alltag vergisst. Da spielt das Alter keine Rolle. Gerade diese Märchenwelt kann außerdem Gedanken bewegen und die Fantasie jedes Einzelnen anregen. Auch längst vergessene Erinnerung können wir hervorrufen. Wir konfrontieren jeden Zuschauer mit Momenten, die er selbst wohl schon erlebt hat und mit denen er sich identifizieren kann. Durch die Lebendigkeit auf der Bühne kann zwischen uns Schauspielern und den Zuschauern auch eine besondere Energie entstehen. Und die erleben sie nicht, wenn sie zuhause ein Buch lesen oder Fernsehen gucken.

Die Hauptrolle als Prinzessin im „Froschkönig“ ist ihr erstes Gastspiel als freie Schauspielerin am HOT. Wo möchten Sie als Schauspielerin hin?

Ich liebe die Vielfalt meines Berufs – und die möchte ich unbedingt ausschöpfen. Deswegen habe ich mich in diesem Jahr entschlossen, meine Festanstellung bei den Landesbühnen Sachsen aufzugeben und als freie Schauspielerin in Berlin und Brandenburg zu arbeiten. Ich will auf der Bühne stehen, vor der Kamera arbeiten und auf jeden Fall noch Projekte als Synchronsprecherin angehen. Außerdem reizt mich das Schauspiel an ungewöhnlichen Orten, zum Beispiel auf Straßen und in Klassenzimmern. Bei einem Wohnzimmertheaterstück habe ich gemerkt, was für ein anderer, intimerer Kontakt zu den Zuschauern möglich ist. Bei aller Vielfalt begeistert mich aktuell vor allem das Kinder- und Jugendtheater. Die Fantasie, die mir dort begegnet, ist wirklich etwas Besonderes.

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Bis Ende Dezember im HOT

Jede Menge Schulklassen werden sich den „Froschkönig“ bis Ende Dezember im Hans Otto Theater anschauen. Doch auch Familien und Theaterinteressierte haben nach der Premiere am 29. November um 10 Uhr sechs Mal die Möglichkeit, sich die Inszenierung anzuschauen.

Die Termine im Überblick: 5. Dezember (14 Uhr), 8. Dezember (15 Uhr), 15. Dezember (15 und 18 Uhr), 21. Dezember (15 Uhr), 26. Dezember (15 Uhr).

Tickets gibt es auf der Webseite des Hans Otto Theaters und unter 0331 / 98 11 8. 

Von Fabian Lamster

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